Flugzeugabsturz in den USA
: Trump sieht Schuld bei Amtsvorgängern und Diversitätsförderung

Ein schweres Flugzeugunglück erschüttert die US-Hauptstadt. Noch ist unklar, was zu dem Absturz führte. Präsident Donald Trump glaubt, die Schuldigen zu kennen. Zuständige Ermittler warnen vor voreiligen Schlüssen.
Von
dpa
Washington
Jetzt in der App anhören
Flugzeugabsturz über US-Hauptstadt Washington: 30.01.2025, USA, Arlington: Such- und Rettungsmaßnahmen sind rund um ein Wrack im Potomac River vom Ronald Reagan Washington National Airport aus zu sehen. Foto: Carolyn Kaster/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Such- und Rettungsmaßnahmen sind rund um das Wrack des abgestürzten Flugzeugs im Potomac River zu sehen.

Carolyn Kaster/AP/dpa
  • Flugzeugunglück in Washington: 67 Tote bei Kollision von Passagiermaschine und Militärhubschrauber.
  • Ursache des Absturzes unklar, Ermittlungen dauern an, Flugschreiber noch nicht geborgen.
  • NTSB-Chefin Jennifer Homendy bittet um Geduld, keine voreiligen Schlüsse.
  • Präsident Trump kritisiert lange Ermittlungsdauer, spekuliert öffentlich über Ursachen.
  • Vorläufiger Bericht soll in 30 Tagen vorliegen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nach den voreiligen Schlussfolgerungen von US-Präsident Donald Trump zum Flugzeugunglück in Washington hat die Unfallermittlungsbehörde NTSB um Geduld bei der Aufklärung der Ursache gebeten. „Sie müssen uns Zeit geben“, sagte die Behördenleiterin Jennifer Homendy bei einer Pressekonferenz. Die Ermittler hätten Daten und große Mengen an Informationen. Diese auszuwerten und zu verifizieren, dauere jedoch. Die Untersuchungen hätten erst begonnen. Auch die Flugschreiber seien noch nicht geborgen. „Sie sind unter Wasser“, sagte Homendy.

Rund 50 Ermittler seien an der Unglücksstelle im Einsatz. Hinzu kämen Spezialisten in der Behördenzentrale, die mit dem Fall betraut seien. „Wir werden bei dieser Untersuchung jeden Stein umdrehen“, versprach sie.

Ermittlungsbehörde: Keine Spekulationen

Ein anderer Vertreter der Behörde, Todd Inman, betonte ebenfalls: „Wir werden weder die wahrscheinliche Ursache des Unfalls bestimmen, während wir hier vor Ort sind, noch werden wir über die mögliche Ursache spekulieren.“ Ziel sei es, innerhalb von 30 Tagen einen vorläufigen Bericht vorzulegen.

Kritik an Präsident Trump

Während im Potomac-Fluss noch nach Leichen gesucht wurde, machte Präsident Donald Trump die Vorgängerregierungen und ihre Diversitätsprogramme für das Unglück verantwortlich. Trump bezog sich mit seinen Anschuldigungen auf Unterstützungsprogramme zugunsten Angehöriger von Minderheiten in der Flugaufsichtsbehörde FAA. Der Rechtspopulist vertrat in einer Pressekonferenz die Ansicht, dass diese Programme unter seinen Amtsvorgängern Barack Obama und Joe Biden die Qualitätsansprüche an das Personal und damit die Sicherheitsstandards gesenkt hätten.

„Ich habe die Sicherheit an erste Stelle gesetzt. Obama, Biden und die Demokraten haben die Politik an erste Stelle gesetzt“, sagte Trump. Seine Vorgänger hätten das Personal „zu weiß“ gefunden, sagte der Republikaner auch und fügte hinzu: „Und wir wollen die Leute, die kompetent sind.“

Trump attackierte zudem den früheren Verkehrsminister Pete Buttigieg: „Er hat es direkt vermasselt mit seiner Diversität“. Der offen homosexuelle Buttigieg nannte die Anschuldigungen „widerwärtig“. „Während Familien trauern, sollte Trump führen, nicht lügen“, schrieb Buttigieg im Onlinedienst X.

Trump führte in seiner Pressekonferenz aus, die Kollision am Mittwochabend (Ortszeit) sei durch einen „Zusammenfluss schlechter Entscheidungen“ verursacht worden. Der Fluglotse habe die Helikopter-Crew erst in einem Moment vor dem entgegenkommenden Flugzeug gewarnt, „als sehr wenig Zeit übrig war“, um eine Kollision zu vermeiden. Auch sagte Trump, der Hubschrauber sei in einem „unglaublich schlechten Winkel“ geflogen.

Am Hauptstadtflughafen Ronald-Reagan-Airport (DCA) war eine Passagiermaschine beim Landeanflug mit einem Militärhubschrauber kollidiert. Beide stürzten ins Wasser. An Bord des Flugzeuges waren 60 Passagiere und 4 Crew-Mitglieder, an Bord des Hubschraubers waren 3 Besatzungsmitglieder. Nach Einschätzung der Behörden kamen alle 67 Menschen bei dem Unglück ums Leben.