Flugzeug-Fenster geplatzt: „Es hat nicht viel gefehlt und mein Mann wäre jetzt tot“

Eine Ryanair-Maschine landet am Flughafen Berlin Brandenburg "Willy Brandt" (Archivbild).
Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa- Auf Ryanair-Flug Thessaloniki–Memmingen platzte am Freitag eine Fensterscheibe.
- Ein 61-Jähriger wurde teils nach außen gezogen, bis Passagiere ihn zurückzerrten.
- Er erlitt Schnittverletzungen, Hämatome und Brandwunden und liegt im Krankenhaus.
- Seine Frau berichtet von Panik an Bord; er zittert, wenn er von Flugzeugen hört.
- Techniker vermuten ein gelöstes Turbinenteil als Ursache, Ryanair bestätigte nur den Vorfall.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Es ist eine Szene wie aus einem Action-Thriller: Auf dem Ryanair-Flug von Thessaloniki nach Memmingen platzt am Freitag (10. Juli) plötzlich eine Fensterscheibe. Unmittelbar danach wird der Passagier auf dem Sitz direkt daneben teilweise aus dem Fenster gezogen. Verursacht durch den plötzlich abfallenden Luftdruck in der Kabine, der sich der Umgebungsluft anpasst. Sein Kopf und seine rechte Hand sind minutenlang der eiskalten Luft ausgesetzt, bevor seine Ehefrau und zwei andere Passagiere ihn wieder in die Kabine ziehen.
Alle anderen Passagiere setzen die herabgefallenen Sauerstoffmasken auf. Die meisten von ihnen dürften sie nur aus den Sicherheitsanweisungen vor Beginn jedes Fluges gekannt haben. Durch den lauten Knall, mit dem das Fenster zerbricht, sind sich aber wohl alle schlagartig bewusst, dass ein Notfall vorliegt. Als die Flugzeugbesatzung das Loch abdichtet, ist die Gefahr vorerst gebannt. Einige Zeit später gelingt dem Piloten eine Notlandung in Thessaloniki.
Schnittverletzungen, Hämatome und Brandwunden
Noch am selben Vormittag organisierte Ryanair einen Ersatzflug nach Memmingen. Für Ljubiša Karović, der teilweise aus dem Flugzeug hing, war das keine Option. Er muss bis heute stationär im Krankenhaus behandelt werden. Die Bild-Zeitung hat mit seiner Frau Svetlana Maksimovic gesprochen. „Es hat nicht viel gefehlt und mein Mann wäre jetzt tot.“ An Bord seien Chaos und Panik ausgebrochen, überall hätten Menschen geschrien.
Dass Karović angeschnallt war, hat ihm wohl das Leben gerettet. Doch der 61 Jahre alte Vater von zwei Kindern erleidet Schnittverletzungen und Hämatome an Armen und dem Oberkörper, außerdem muss er eine Halskrause tragen. Am rechten Arm gibt es Brandwunden, die entstanden sind, als er gegen das Flugzeug gedrückt wurde. Nach Angaben der Bild-Zeitung wird der Verletzte mit Sauerstoff versorgt und kann nur schwer sprechen. Seine Ehefrau berichtet, dass er auch mental stark angeschlagen ist. „Er wurde dreimal ohnmächtig und zittert, sobald er etwas von Flugzeugen hört.“ Wie lange Ljubiša Karović im Krankenhaus behandelt werden muss, ist nicht bekannt.
Hat sich ein Teil der Turbine gelöst?
Nach Angaben des von der Familie beauftragten technischen Gutachters soll sich ein Bauteil einer der Turbinen gelöst haben. Die Trümmer hätten das Fenster getroffen und zerstört. Durch den plötzlichen Druckunterschied sei eine starke Sogwirkung entstanden, wodurch der Passagier zeitweise mit dem Oberkörper aus dem Flugzeug gezogen worden sei. Das griechische Verkehrssicherheitsgremium sowie der technische Gutachter der Familie unterziehen nun das Flugzeug einer Prüfung, berichtete ERT weiter.
Bereits zuvor hatte der Luftfahrtexperte und Pilot Grigoris Konstantelos im griechischen Fernsehen (ERT) eine ähnliche Vermutung geäußert. Er geht davon aus, dass die Passagiere großes Glück hatten: In größerer Flughöhe hätte der höhere Druckunterschied zu einem deutlich heftigeren, möglicherweise explosiven Druckverlust führen können. Unbestätigte Aufnahmen der mutmaßlich beschädigten Turbine kursieren in griechischen Medien.
Ryanair bestätigte den Vorfall. Zu den Ursachen äußerte sich das Unternehmen nicht.
Mit Informationen der Nachrichtenagentur dpa.

