Fleisch im Verdacht
: Schwere Durchfallerkrankungen bei Kindern - 12-Jährige gestorben

Bereits 17 Kinder sind in Frankreich von schweren Durchfallerkrankungen betroffen. Fleisch wird als Auslöser vermutet. Vier Metzgereien und die Fleischabteilungen zweier Supermärkte mussten schließen.
Von
dpa
Saint-Quentin
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17 Kinder mussten wegenakuten Durchfallerkrankungen in Klink gebracht werden.

David Vincent/AP/dpa
  • In Nordfrankreich erkrankten 17 Kinder durch vermutlich bakteriell belastetes Fleisch.
  • Eine 12-Jährige starb an Nierenversagen, acht Kinder erlitten das hämolytisch-urämische Syndrom.
  • Vier Metzgereien und zwei Supermärkte in Saint-Quentin wurden vorsorglich geschlossen.
  • Eltern sollen bei schwerem Durchfall den Rettungsdienst alarmieren, aber nicht das System überlasten.
  • Eine Krisen-Hotline wurde eingerichtet, um Betroffene zu unterstützen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Zahl der Fälle bedrohlicher Durchfallerkrankungen bei Kindern in Nordfrankreich ist erneut gestiegen. Inzwischen seien 17 Kinder betroffen, teilte die Präfektur mit. Die Kinder kamen in eine Klinik, vier von ihnen konnten inzwischen nach Hause zurückkehren. Als Ursache wird der Verzehr von bakteriell verunreinigtem Fleisch vermutet. Nach vier Metzgereien wurden nun auch die Fleischerei-Abteilungen zweier Supermärkte in der 53.000-Einwohner-Stadt Saint-Quentin vorsorglich geschlossen. Die Stadt hat eine Krisen-Hotline eingerichtet.

Zwölfjährige an Nierenversagen gestorben

Die betroffenen Kinder stammen aus Saint-Quentin oder der Umgebung. Bei acht von ihnen trat eine seltene Form von akutem Nierenversagen auf, an der eine Zwölfjährige gestorben ist. Die Kinder entwickelten das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS), das in der Regel bei Kindern infolge einer Infektion des Darms auftritt und zur Bildung von Blutgerinnseln führt, die vor allem Gehirn, Herz und Nieren blockieren. Jährlich werden in Frankreich nur 100 bis 165 Erkrankungen von Kindern mit dem HUS-Syndrom dokumentiert.

Eltern wurden zur Alarmierung des Rettungsdienstes aufgerufen, wenn Kinder schweren Durchfall hätten. Andererseits wurden Eltern von Kindern, die nach dem Konsum von Fleisch aus den Metzgereien keine Krankheitssymptome entwickelten, gebeten, keinen Arzt zu kontaktieren oder aufzusuchen, um das Gesundheitssystem nicht zu überlasten.

Die Serie bedrohlicher Durchfallerkrankungen bei Kindern in Nordfrankreich hat sich ausgeweitet und das Fleisch von vier Metzgereien und zwei Supermärkten in Saint-Quentin darf vorsorglich nicht mehr konsumiert werden.

Jan Woitas/dpa