Draußen ist es dunkel, drinnen gruselig: Eingekuschelt auf dem Sofa, am besten zusammen mit anderen Horrorfans und einer Tüte Popcorn lässt es sich herrlich schaudern. Die Auswahl an Horrorfilmen ist riesig - unsere Redakteure stellen euch hier ihre Favoriten für beängstigende Filmabende (nicht nur an Halloween) vor.

Die muss man gesehen haben: Horrorklassiker

  • Der Wissenschaftler Seth Brundle entwickelt eine Maschine zur Teleportation, doch bei einem Test vermischt sich seine DNA mit der einer Fliege – worauf er immer mehr zu einem Insekt mutiert: Brundle-Fly! „Die Handlung von ‚Die Fliege’ klingt erst mal lächerlich“, sagt unser Kulturredakteur Magdi Aboul-Kheir, „der Film wurde aber in den Händen des Horrormeisters David Cronenberg zu einem schockierenden, grotesken, aber auch zu Herzen gehenden Film-Alptraum.“ Faszinierenden Schauer-Atmosphäre, grandiose Ekel-Effekte, opernhafte Gruselmusik und die famosen Darsteller Jeff Goldblum und Geena Davis machen „Die Fliege“ (1986) zu einem tollen Horrorklassiker.

  • „Das Ding aus einer anderen Welt“, ein Science-Fiction-Horrorfilm von Meisterregisseur John Carpenter aus dem Jahr 1982, ist die klare Empfehlung unseres Redakteurs Giovanni De Nitto. „Die Atmosphäre und die Vorgänge in einer Forschungsstation in der Antarktis lassen mir immer noch das Blut in den Adern gefrieren. Kurt Russell als Hauptdarsteller überzeugt. Der Film ist nichts für schwache Nerven und obwohl ich ihn schon mehrmals gesehen habe, hat er mir so manche schlaflose Nacht beschert.“

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  • „Trick’r Treat“ (2007) gehört für Onlineredakteur Nico Pannewitz zu den Halloween-Klassikern, „weil er anders als der Film "Halloween", in dem das Fest eigentlich nur im Hintergrund läuft, den festlichen Brauch wirklich zelebriert.“ In vier verschiedenen Gruselgeschichten, die alle in derselben Halloweennacht in derselben Stadt spielen und geschickt miteinander verknüpft werden, ist die Halloween-Magie überall spürbar (ähnlich der Weihnachtsmagie in Weihnachtsfilmen) und zeigt, dass in dem Fest nicht nur blanker Horror, sondern auch Ästhetik steckt. Den Trailer zu „Trick ‚r Treat“ kannst du hier ansehen.
  • Unser Blick-Redakteur Sven Kaufmann hat schaurige Erinnerungen an den Film „Shining“: „Ich habe die Premiere 1980 als 15-Jähriger gesehen und habe mich damals so gegruselt, dass ich wegsehen musste!“ Die Handlung: Das Overlook-Hotel in den Bergen Colorados macht den Winter über zu. Schriftsteller Jack Torrance (Jack Nicholson) reist mit Frau Wendy und Söhnchen Danny an, um als Hausmeister im leeren Hotel seinen Roman zu schreiben. Der hellsichtige Danny hat Visionen, in denen er die blutige Vergangenheit des altehrwürdigen Hauses erlebt. Sein Vater wird derweil langsam wahnsinnig und greift schließlich zum Hackebeil . . . Regisseur Stanley Kubrick gruselt mit ungewöhnlichen Kameraperspektiven, sorgsam platzierten Schockeffekten – und er spielt virtuos mit unseren Urängsten. Hier gibt’s den Trailer zu Shining.

Gruselt sich besonders bei „Shining“: Unser Blick-Redakteur Sven Kaufmann.
© Foto: Sven Kaufmann

Wenn das Blut nur so spritzt: Horror für Hartgesottene

  • War ein Film besonders erfolgreich, lässt die Fortsetzung oft nicht lange auf sich warten - meist ist das Ergebnis aber alles andere als zufriedenstellend. Für unseren FuPa-Redakteur Florian Huth ist aus diesem Grund auch nur der erste Teil der „Saw“-Reihe erwähnenswert: „Das war mal was anderes und dazu wirklich gruselig.“ Im Horror-Thriller von 2004 bringt der psychopathische „Jigsaw“ Menschen, die in seinen Augen moralisch verwerflich gehandelt haben, in lebensbedrohliche Situationen. Nur unter Qualen können sie sich daraus befreien - und sterben meist bei dem Versuch. Düster, blutig und deprimierend - Saw ist nichts für Zartbesaitete. Zur Einstimmung gibt es hier den Trailer zum Film.

  • Wenn euch Saw schon zu viel war, dann solltet ihr diesen Film überspringen - schon die Google Bildersuche lässt den ein oder anderen erschauern. „I Spit on your Grave“ (2010) erhielt erst nach dem achten Antrag und um 14 Minuten gekürzt die Freigabe der FSK. Die Handlung ist simpel: Jennifer, eine hübsche Schriftstellerin, wird von ein paar primitiven Dörflern brutal vergewaltigt. Wenig später nimmt sie auf grausame Weise Rache an ihren Peinigern. Online-Redakteurin Bex Jacob empfiehlt, den Streifen nicht allein anzuschauen: „Nur was für abgehärtete Horrorfans - ‚I Spit on your Grave’ ist echt eklig. Schauspielerin Sarah Butler zeigt überzeugende Kaltblütigkeit, die Folterszenen sind übelkeiterregend realistisch. Neben all der Blutrünstigkeit schwingt auch eine moralische Komponente mit - haben ihre Peiniger das verdient?“

Gänsehaut pur: Spannung ohne Gemetzel

  • Darf man sich nur bei Horrofilmen gruseln? Nein, findet Online-Redakteur Chris Wille: „Während die einen Angst vor Vampiren oder Spinnen haben, gruselt es die anderen bei Dunkelheit oder Blut. Ein Film, der mir den Atem stocken ließ, ist ‚I Am Legend’ aus dem Jahr 2008.“ Im postapokalyptischen Streifen treten neben Robert Neville (Will Smith) und seinem Hund Sam kaum andere Menschen auf - dafür aber jede Menge Zombies. „Die Filmszene, die mir bis heute in Erinnerung geblieben ist: Als Hund Sam in ein Haus voller Zombies hineinrennt. Natürlich springt Neville hinterher und verbringt lange Minuten damit, ängstlich keuchend seinen Hund zu suchen. Meist sieht man nichts. Man hört nur den unregelmäßigen Atem. Ab und zu tauchen die Zombies im Schein der Lampe auf. Das mulmige Gefühl beim Zuschauer bleibt auch nach der Szene – das Ende des Films ändert daran auch nichts.“

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  • Für unseren Politikredakteur Roland Müller passt zu Halloween ein nicht ganz so bekannter Film von 1978: „Die Körperfresser kommen“. „Fast der größte Horror an dem Film ist der schrecklich eingedeutschte Titel (das Original heißt „Invasion of the Body Snatchers“), der auf eine völlig falsche Fährte führt.“ Der Streifen mit Donald Sutherland nutzt subtilen psychologischen Horror: Es geht etwas Geheimnisvolles vor, vertraute Menschen verhalten sich plötzlich merkwürdig und scheinen einer großen Verschwörung anzugehören – weil sie nach und nach von Außerirdischen „Duplikaten“ ausgetauscht wurden. Die paranoide Stimmung, durch das schleichende Einsickern des Unwirklichen in den Alltag erzeugt wird, schafft echten Grusel und Beklemmung – und erinnert auch an das Entstehen faschistoider Regime. Denn die „echten Menschen“ sind am Ende nichts weiter als eine verfolgte Minderheit.
  • Seit er den Film vor mehr als 20 Jahren zum ersten Mal gesehen hat, löst allein die Nennung der Zahl bei Onlineredakteur Steffen Wolff eine Gänsehaut aus: „Sieben“. Der Psycho-Horror mit Morgan Freeman und dem jungen Brad Pitt in den Hauptrollen fesselt den Zuschauer rund zwei Stunden lang – und zieht ihn mit außergewöhnlich dunklen und düsteren Bildern in seinen Bann. Die Handlung: Zwei Polizisten jagen einen Serienmörder, der von den sieben Todsünden besessen ist – und seine Morde entsprechend inszeniert. Die Erzählsprache, die beklemmende Atmosphäre, die Bilder und nicht zuletzt das unerwartete Ende des Films machen das Werk aus dem Jahr 1995 zu einem Highlight. Hier findest du den Trailer zu „Sieben“.
  • Auch wenn Onlinerin Bex erklärtermaßen Gemetzel- und Splatter-Fan ist, weiß sie auch den subtilen Horror zu schätzen. In „Hide and Seek - Du kannst dich nicht verstecken“ (2005) laufen Robert DeNiro und die damals gerade zehn Jahre alte Dakota Fanning zu Höchstform auf. Der düstere Thriller um den alleinerziehenden Vater, dessen kleine Tochter den Tod der Mutter nicht verkraftet, wartet nicht mit dem originellsten Plot Twist der Filmgeschichte auf. Davon abgesehen schaffen gute Kameraführung und ein toller Soundtrack spannende Gruselatmosphäre. Hier gibt’s einen Ausschnitt aus Hide and Seek.

Killer aus anderen Dimensionen: Dämonischer Horror

Realistisch geht bei Horrorfilmen meistens ja eh nicht so richtig. Deshalb ist es umso besser, wenn man die Killer, mit denen man es zu tun hat, gar nicht sehen kann. Online-Volontärin Laura hat zwei Tipps parat, die euch nachts beim kleinsten Knacken im Bett aufschrecken lassen. Allerdings kann man noch so oft in den Schrank schauen. Dämonen sind unsichtbar, tja. Scheinbar kann dann nur noch ein Kreuz an der Wand oder um den Hals helfen.

  • Die Filme des Conjuring-Universums sind super bekannt. Insgesamt sind es sieben. Ans Herz legen möchte euch Laura aber die beiden Teile „The Conjuring“ (“Die Heimsuchung“) und „Conjuring 2“. Die Horrorfilme von US-Regisseur James Wan beruhen - wer hätte es gedacht - natürlich auf wahren Begebenheiten. Das Ghost-Hunter-Ehepaar Ed und Lorraine Warren hilft in den 70er-Jahren Familien, die von Dämonen heimgesucht werden. An Schreck- und Gänsehaut-Momenten wird nicht gespart: nächtliches Klopfen aus dem Schrank, schlafwandelnde Kinder, zum Leben erwachendes Spielzeug, Nonnen, Puppen und ein Exorzismus. Conjuring bietet alles, was man so braucht, um nächtelang wach zu liegen. Hier gibt´s den Trailer zum ersten Teil. Viel Spaß!

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