Extremismus
: Razzien gegen rechtsextremen Verlag in fünf Bundesländern

Ein rechtsextremer Verlag soll seit Jahren antisemitische Bücher verbreiten. Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe lässt in zahlreichen Bundesländern Orte durchsuchen. Auch zwei EU-Länder sind betroffen.
Von
dpa
Karlsruhe
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Blaulicht: ARCHIV - 17.12.2025, Baden-Württemberg, Kehl: Ein Blaulicht blinkt während eines Fototermins mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa) an einem Einsatzfahrzeug der Bundespolizei. (zu dpa: «Razzia gegen mutmaßliche Schleuserbande - Mann in U-Haft») Foto: Marijan Murat/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Aktuell finden in mehreren Deutschen Bundesländern sowie in Spanien und Polen Razzien gegen einen rechtsextremen Verlag statt.  (Symbolfoto)

Marijan Murat/dpa
  • Razzien gegen rechtsextremen Verlag in DE, Spanien und Polen laufen aktuell.
  • Einsätze in BW, Brandenburg, Sachsen, Bayern, NRW; Orte u. a. Leipzig, Pforzheim.
  • Verdacht: 488 Fälle volksverhetzender Druckwerke 2022 bis 2024.
  • Im Fokus: sechs Männer, zwei Frauen; darunter Drucker, Grafiker, IT-Spezialist.
  • Durchsuchungen: Druckerei in Polen, Lagerhalle sowie Privat-/Firmenräume in Spanien.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

In mehreren deutschen Bundesländern sowie in Spanien und Polen laufen aktuell Razzien wegen eines rechtsextremen Verlags, der seit Jahren antisemitische Bücher verbreiten soll. Das sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Karlsruhe und kündigte weitere Informationen im Tagesverlauf an. Zuvor hatte der rbb darüber berichtet.

Polizeieinsätze gibt es dem Sprecher zufolge in Baden-Württemberg, Brandenburg, Sachsen, Bayern und Nordrhein-Westfalen. Konkrete Orte nannte er zunächst nicht. Nach Informationen von rbb 24 Recherche finden die Durchsuchungen in Leipzig, Pforzheim, Neuenbürg, Bottrop, Schönwald und Wertheim statt. Unklar war zunächst auch, ob es Festnahmen gab.

Volksverhetzende Schriften verbreitet

Es geht nach Angaben des Sprechers darum, dass die Beschuldigten in 488 Fällen gemeinschaftlich volksverhetzende Druckwerke von 2022 bis 2024 hergestellt, verbreitet, geliefert und vorrätig gehalten haben sollen. Laut rbb stehen sechs Männer und zwei Frauen deutscher Herkunft im Fokus der Ermittler. Darunter seien zwei Druckereibesitzer, ein Grafiker sowie ein IT-Spezialist und der Besitzer eines Business-Centers.

In Polen lassen die Ermittler laut dem rbb per Amtshilfe eine Druckerei und in Spanien eine Lagerhalle sowie Privat- und Firmenräume durchsuchen. Es gehe um einen Verlag mit Onlineversand, der seit mindestens zehn Jahren rund 100 Nachdrucke von antisemitischen Büchern und Schriften aus der Zeit des Nationalsozialismus verbreitet sowie rassistische und den Holocaust leugnende Veröffentlichungen, deren Vertrieb in Deutschland verboten ist.