Eurovision Song Contest: Spanien kündigt ESC-Boykott bei Teilnahme Israels an

Spanien fordert einen Ausschluss Israels vom Eurovision Song Contest. Wenn nicht, droht das Land selbst vom Musikwettbewerb zurückzutreten.
Hans Klaus Techt/APA/dpaDroht dem ESC ein Boykott-Desaster? Nach Ländern wie Irland, Slowenien, Island und den Niederlanden will auch Spanien den Eurovision Song Contest (ESC) im Falle einer Teilnahme Israels boykottieren.
Kritik am militärischen Vorgehen Israels im Gazastreifen
„Wenn es uns nicht gelingt, Israel auszuschließen, sollte Spanien nicht teilnehmen“, sagte Kulturminister Ernest Urtasun am Montag im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Bereits im Mai hatte Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez aufgrund der Kritik am israelischen Militäreinsatz im Gazastreifen den Ausschluss Israels vom Musikwettbewerb gefordert.
„Wir müssen sicherstellen, dass Israel nicht an der nächsten Ausgabe des Eurovision Song Contests teilnimmt“, sagte Kulturminister Urtasun weiter. Es sei aber Sache der verantwortlichen Europäischen Rundfunkunion (EBU), über eine Teilnahme Israels zu entscheiden.
ESC-Entscheidung im Dezember 2025
ESC-Direktor Martin Green zeigte Verständnis für die Sorgen mehrerer Länder angesichts der dramatischen Situation im Gazastreifen. Allerdings laufen die Beratungen aller EBU-Mitgliedsstaaten dazu noch. Bis Mitte Dezember haben die Sender Zeit, ihre Teilnahme am kommenden ESC im Mai in Wien zu bestätigen.
ESC ist das größte im Fernsehen übertragene Musikereignis der Welt
Der ESC gilt mit rund 170 Millionen Zuschauern pro Jahr als das größte musikalische TV-Ereignis weltweit. Die diesjährige Show in Basel verfolgten 166 Millionen Menschen in 37 Ländern. Schon die beiden vorherigen Wettbewerbe in Basel und im schwedischen Malmö standen im Schatten von Kontroversen um Israels Militäreinsätze im Gazastreifen.
Der ESC in Wien ist bereits die 70. Ausgabe des Musikwettbewerbs. An dem Spektakel nehmen üblicherweise mehr als 35 Länder teil, Deutschland hat einen Stammplatz. Finanziert wird der Wettbewerb von den Mitgliedern der EBU.
