Es ist vielfältig einsetzbar, billig und lange Zeit haltbar. Einerseits ein Segen, andererseits ein Fluch. Die Rede ist von Plastik.

EU-Parlament diskutiert

Schätzungen zufolge landen allein in der EU jährlich 150.000 bis 500.000 Tonnen Plastik im Meer. Der Verbrauch pro Kopf lag in der EU bei 167 Kilo Plastik im Jahr 2016. Das ist zu viel – findet auch das EU-Parlament. Am Mittwoch (24. Oktober) will das Parlament über Richtlinien und Verbote von Plastikverpackungen diskutieren.

Einwegprodukte, wie beispielsweise Trinkhalme, Wattestäbchen oder Rührstäbchen für den Kaffee sollen verboten werden. Bis 2021 könnten die neuen Gesetzte greifen, wenn sie in nationales Recht umgesetzt werden.

Warum ist Plastik so schlecht?

Plastik ist vor allem so beliebt, weil es unglaublich lange hält und günstig in der Produktion ist. Doch genau hier liegt auch das Problem: Plastik zu recyceln ist in vielen Fällen teurer als neues herzustellen. Daher werden Unmengen entsorgt. Plastik verrottet aber sehr langsam. Dadurch verschmutzt es den Planeten.

Riesige Müllstrudel schwimmen durch das Meer. Tiere verfangen sich darin oder fressen das Plastik und verenden daran. In verschiedenen Wasserproben fanden Forscher bis zu sechs Mal mehr Plastik als Plankton.

Plastikprodukte durch Alternativen ersetzen

Für viele Produkte gibt es bereits Alternativen, die völlig ohne Plastik auskommen.

  • Für Trinkhalme beispielsweise gibt es Alternativen aus Edelstahl, Glas, Bambus, Papier - und sogar in Form von Makkaroni.

  • Plastiktüten zum Einkaufen können leicht durch Papiertaschen, Stoffbeutel oder Einkaufskörbe ersetzt werden.

  • Für Wattestäbchen gibt es bereits Lösungen mit Papierstiel. Die Aufbewahrungsbox ist bei diesen Modellen in der Regel aus Bambus oder Karton.

  • Eine Geburtstagsparty steht an und einem graut schon vor Bergen an schmutzigem Geschirr. Die praktische Lösung: Einwegbesteck. Aber bitte nicht aus Plastik! Alternativen aus Zuckerrohr, Palmen- und Bananenblättern sind auf dem Markt. Mehrwegbesteck bleibt jedoch die umweltfreundlichste Alternative - am besten die Übernachtungsgäste zum Spülen am nächsten Morgen verdonnern.

  • Der morgendliche Coffee to go muss nicht aus dem Plastik-Einweg-Becher kommen. Das Gefäß für das kostbare Getränk lässt sich leicht durch eins aus Edelstahl oder Baumbus ersetzen.

  • Auch Trinkflaschen aus Plastik können mit wenig Aufwand durch Glas oder Edelstahl ersetzt werden.

  • Plastikfreie Alternativen gibt es ebenfalls für Zahnbürsten, Brotdosen, Tastaturen und vieles mehr. Außerdem können viele Wegwerfprodukte mehrfach verwendet werden.

Nicht jede Alternative ist gleich gut und sicher muss man bei jedem Produkt überlegen, ob es sich lohnt und auch wirklich umweltfreundlich ist. Aber soll sich auf Dauer etwas ändern, muss jeder über kurz oder lang seine Gewohnheiten überdenken. Denn „Einweg ist kein Weg“.

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