Das Mainzer Unternehmen Biontech erhält demnach die Genehmigung, seinen Wirkstoff zu testen, wie das PEI am Mittwoch mitteilte. Laut Biontech soll es Tests an rund 200 gesunden Freiwilligen geben. «Die Erprobung von Impfstoffkandidaten am Menschen ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu sicheren und wirksamen Impfstoffen gegen Covid-19 für die Bevölkerung in Deutschland und darüber hinaus», teilte das Paul-Ehrlich-Institut mit. Die Genehmigung sei das Ergebnis einer sorgfältigen Bewertung des potenziellen Nutzen-Risiko-Profils des Impfstoffkandidaten. Biontech kooperiert bei der Entwicklung des Impfstoffs mit dem Pharmaunternehmen Pfizer.

Corona-Pandemie: 80 Impfstoffprojekte angelaufen

In der klinischen Studie der Phase I/II soll unter anderem grundlegend die Verträglichkeit und Sicherheit des Impfstoff-Kandidaten geprüft werden. Der von Biontech entwickelte Wirkstoff gehört in die Gruppe der genbasierten Impfstoffe. Diese enthalten genetische Informationen des Erregers. Im Körper werden daraus Proteine hergestellt, gegen die das Immunsystem Abwehrstoffe bildet. Biontech arbeitet bisher vorrangig an der Entwicklung von Immuntherapien gegen Krebs. Seit Ausbruch der Covid-19-Epidemie sind nach Angaben des Verbands forschender Arzneimittelhersteller mindestens 80 Impfstoffprojekte angelaufen, vier Wirkstoffe werden demnach bereits in klinischen Studien in China und den USA getestet. In Deutschland werden nach Angaben von PEI-Präsident Klaus Cichutek in diesem Jahr voraussichtlich insgesamt vier klinische Studien mit einem Impfstoffkandidaten starten. Dass bereits in diesem Jahr ein erster zugelassener Impfstoff für die allgemeine Bevölkerung bereit steht, hält Cichutek für unwahrscheinlich.

Biontech erwartet bis Juli erste Testdaten zu Covid-19-Impfstoff

Für Ende Juni oder Juli erwartet Biontech die ersten Ergebnisse der klinischen Tests eines möglichen Impfstoffs gegen die Lungenkrankheit.
Die ersten Tests in Europa haben bereits im April mit etwa 200 gesunden Probanden begonnen. Für einen zweiten Teil der Studie seien auch Probanden mit einem höheren Risiko für einen schweren Verlauf einer Covid-19-Erkrankung vorgesehen. Vorstandschef Ugur Sahin kündigt an, zusammen mit dem US-Pharmaunternehmen Pfizer Produktionskapazitäten aufzubauen. So solle „eine mögliche weltweite Impfstoffversorgung gewährleistet werden.“ Wenn die entsprechenden Genehmigungen erteilt werden, könnten bis Ende dieses Jahres Millionen von Impfstoffdosen verfügbar sein.