Erpressungsfall Schumacher: Ex-Mitarbeiter und Vater-Sohn-Gespann angeklagt

Michael Schumacher mit seiner Frau Corinna Schumacher im Jahr 2012. Ein Jahr später hatte der Ex-Rennfahrer einen schweren Ski-Unfall. Seither ist wenig über sein Privatleben bekannt.
Fredrik von Erichsen/dpa- Drei Männer wegen Erpressung der Schumacher-Familie angeklagt.
- Ex-Sicherheitsmitarbeiter verkaufte private Daten und Bilder.
- Vater und Sohn forderten 15 Millionen Euro, drohten mit Veröffentlichung.
- Erpresserbilder zeigen Schumacher vor und nach Ski-Unfall 2013.
- Amtsgericht Wuppertal muss über Anklage entscheiden.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Im Fall der versuchten Erpressung der Familie des früheren Formel-1-Rennfahrers Michael Schumacher hat die Wuppertaler Staatsanwaltschaft Anklage gegen drei Männer erhoben. Das teilte die Behörde in Wuppertal mit. Ein ehemaliger Sicherheitsmitarbeiter der Familie soll private Aufnahmen für die Erpressung zur Verfügung gestellt haben. Ein anderer Mann aus Wuppertal soll mit seinem 30-jährigen Sohn den Erpressungsversuch dann ausgeführt haben.
Wuppertaler versuchte 15 Millionen Euro zu erpressen
Den Anklägern zufolge soll der Sicherheitsmitarbeiter spätestens bei seinem Ausscheiden aus dem Job im März 2021 Dateien unerlaubt auf Datenträger kopiert oder sich Datenträger mit illegalen Datensätzen verschafft haben. Diese soll er anschließend für einen fünfstelligen Geldbetrag an den Wuppertaler verkauft haben.
Dieser soll bei mehreren Anrufen versucht haben, 15 Millionen Euro von der Familie Schumacher zu erpressen – andernfalls würde er Daten im Darknet veröffentlichen. Als Beweis für die Existenz der Daten soll er eine Probe des Materials per E-Mail geschickt haben. Dazu benötigte er laut Anklage die Unterstützung seines Sohnes, den er im Verlauf eingeweiht haben soll.
Welche Bilder von Schuhmacher hatten die Erpresser?
Die Bilder auf dem Datenträger sollen die abgeschottet lebende Formel-1-Legende sowohl vor als auch nach seinem Ski-Unfall zeigen. Zudem sollen sich auch weitere vertrauliche Daten auf den Datenträgern befunden haben. Bei der Festnahme des Sicherheitsmitarbeiters war eine Vielzahl weiterer Beweisstücke wie Festplatten, USB-Sticks und Mobiltelefone sichergestellt worden.
Welche Strafen drohen den Angeklagten?
Rechtlich wird dem in Untersuchungshaft sitzenden Vater eine versuchte Erpressung im besonders schweren Fall zur Last gelegt. Darauf droht eine Strafe zwischen einem und 15 Jahren. Da es bei einem Versuch blieb, kann die Strafe aber gemildert werden. Seinem Sohn wird nur Beihilfe vorgeworfen. Die Straferwartung ist bei ihm niedriger, er ist in Freiheit.
Gegen den Tatverdächtigen aus Wülfrath lautet die Anklage ebenfalls auf Beihilfe zum Erpressungsversuch sowie eine Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs. Dem ebenfalls in Untersuchungshaft sitzenden Mann drohe eine empfindliche Freiheitsstrafe, hieß es. Das Amtsgericht Wuppertal muss nun über die Zulassung der Anklage entscheiden.
Michael Schuhmacher seit Ski-Unfall aus der Öffentlichkeit
Der Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher hatte sich bei einem Ski-Unfall Ende 2013 schwer verletzt. Seitdem ist er nicht mehr öffentlich aufgetreten.
Das Ermittlungsverfahren war nach einem Hinweis von Schweizer Strafverfolgungsbehörden eingeleitet worden. Durch „technische Maßnahmen“ konnte den Ermittlern zufolge schließlich geklärt werden, dass die mutmaßlichen Erpresser von Wuppertal aus agierten.
Nicht der erste Erpressungsversuch
Es ist nicht der erste Versuch, die Familie des früheren Rennfahrers zu erpressen. 2017 verurteilte das Amtsgericht Reutlingen in Baden-Württemberg einen 25 Jahre alten Mann, weil er versucht hatte, Schumachers Ehefrau Corinna Schumacher um 900.000 Euro zu erpressen. Er hatte damit gedroht, dass sonst den Kindern etwas passieren würde. Der Mann wurde zu einer Bewährungsstrafe von 21 Monaten verurteilt. Er hatte damals in einer E-Mail an Corinna Schumacher seine echte Kontonummer angegeben.
