Erneut Warnstreiks im ÖPNV
: Wann hören die Streiks endlich auf?

Busse, Straßenbahnen und U-Bahnen sollen am Freitag und Samstag vielerorts erneut stillstehen. Ist bald ein Ende in Sicht?
Von
Lukas Böhl
Berlin
Jetzt in der App anhören
Warnstreiks im öffentlichen Dienst - Hamburg: ARCHIV - 18.02.2026, Hamburg: Auf einer Anzeigetafel am Bahnsteig der U-Bahnhaltestelle Schlump steht «Achtung: Heute Ganztägig Streik. Kein U-Bahn-Betrieb». Die Gewerkschaft Verdi hat zu einem 24-stündigen Warnstreik bei dem Verkehrsdienstleister vhh.mobility und bei der Hamburger U-Bahn aufgerufen. (zu dpa: «Verdi Hamburg schließt ÖPNV-Warnstreiks am Freitag nicht aus») Foto: Christian Charisius/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Wann ist Schluss mit den Streiks?

Christian Charisius/dpa

Die Gewerkschaft ver.di hat Beschäftigte kommunaler Nahverkehrsunternehmen bundesweit zu Warnstreiks am 27. und 28. Februar 2026 aufgerufen. Hintergrund sind stockende Tarifverhandlungen mit den kommunalen Arbeitgeberverbänden.

Wann sind die Streiks zu Ende?

Ein konkretes Datum für ein Ende der Tarifrunde gibt es derzeit nicht. Die Verhandlungen verlaufen regional unterschiedlich – sowohl bei den Forderungen als auch beim Stand der Gespräche. Solange es keine Einigung gibt, sind weitere Warnstreiks nicht ausgeschlossen. Ob und wann Busse und Bahnen wieder verlässlich fahren, hängt damit maßgeblich vom Fortgang der regionalen Tarifverhandlungen ab.

Hier wird am Wochenende gestreikt

Bestreikt werden kommunale Nahverkehrsunternehmen, also in der Regel die Betreiber von Bussen, Tram- und U-Bahnen. Die Deutsche Bahn ist nicht Teil dieser Tarifrunde. Regionalzüge, Fernverkehr und die meisten S-Bahnen sollen daher regulär fahren. In fast allen Bundesländern sollen Beschäftigte die Arbeit niederlegen. Der Streik beginnt nach Angaben der Gewerkschaft in den frühen Morgenstunden am Freitag und dauert je nach Region bis in die Nacht auf Samstag oder sogar Sonntag. Noch offen ist, ob es auch in Baden-Württemberg, bei der Hamburger Hochbahn und bei den Verkehrsbetrieben Hamburg-Holstein zu Arbeitsniederlegungen kommt. Entscheidungen dazu werden kurzfristig erwartet.

Warum wird schon wieder gestreikt?

Es ist nicht der erste Ausstand in dieser Tarifrunde. Bereits am 2. Februar kam es bundesweit zu massiven Einschränkungen, vielerorts stand der Nahverkehr für 24 Stunden komplett still. Dennoch sieht ver.di weiterhin keine ausreichende Bewegung auf Arbeitgeberseite. Bundesweit sind rund 150 kommunale Verkehrsunternehmen mit etwa 100.000 Beschäftigten betroffen. Die Gewerkschaft fordert vor allem spürbare Verbesserungen der Arbeitsbedingungen: kürzere Wochenarbeitszeiten, Entlastung bei Schichtdiensten, längere Ruhezeiten sowie höhere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit. In einigen Bundesländern wird zusätzlich über höhere Löhne verhandelt. Aus Sicht von ver.di kommen die Gespräche trotz mehrerer Verhandlungsrunden kaum voran. Die Gewerkschaft argumentiert, die Belastung im Fahrdienst sei besonders hoch – unter anderem wegen Schichtarbeit und Personalmangels. Ohne klare Signale der Arbeitgeber gebe es keinen Anlass, die Streiks auszusetzen.