Erdbeben in Fukushima
: Tsunami-Warnung in Japan – in der Nähe des Atomkraftwerks Fukushima

In Japan hat sich ein schweres Erdbeben ereignet – nahe der Atomruine von Fukushima. In Japan droht aktuell ein Tsunami. Was bisher bekannt ist.
Von
Daniel Wydra mit Agenturen
Fukushima
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Das Atomkraftwerk Fukushima wurde schon 2011 von einem Tsunami getroffen, es kam zu einer Katastrophe. Jetzt ereignete sich dort wieder ein schweres Erdbeben, in Supermärkten und anderen Gebäuden sind Gegenstände heruntergefallen.

dpa
  • In Japan hat sich ein Erdbeben ereignet – in der Nähe des Atomkraftwerks Fukushima
  • Deshalb wurde eine Tsunami-Warnung für Japan herausgegeben
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Ein starkes Erdbeben hat am späten Mittwochabend (Ortszeit) Fukushima erschüttert. Japans Meteorologische Behörde gab eine Warnung vor einem Tsunami für die Präfekturen Fukushima und Miyagi aus. Ob es in der Atomruine in Fukushima Schäden gab, war zunächst nicht bekannt. Das lang anhaltende Beben der Stärke 7,3 ereignete sich kurz vor Mitternacht (Ortszeit), fast auf den Tag elf Jahre, nachdem die Region im Nordosten des asiatischen Inselreiches von einem verheerenden Erdbeben der Stärke 9 und einem dadurch ausgelösten gewaltigen Tsunami verwüstet worden war. Das Beben vom Mittwoch war auch im rund 300 Kilometer entfernten Tokio zu spüren.

Erdbeben in Fukushima: Zug entgleist

Nach Angaben der Wetterbehörde ereignete sich das Beben um 23.36 Uhr Ortszeit (15.36 MEZ), sie warnte vor ein Meter hohen Flutwellen in den Präfekturen Fukushima und Miyagi. Das Beben erschütterte auch die Hauptstadt Tokio. Berichte über Schäden oder Verletzte gab es zunächst nicht. Doch waren rund zwei Millionen Haushalte ohne Strom, darunter 700.000 allein in Tokio. Tepco überprüfte das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi, wie das Unternehmen auf Twitter mitteilte. Die Atomaufsichtsbehörde meldete wenig später, dass dort keine ungewöhnlichen Vorgänge festgestellt worden seien.

„Die Polizei und die Krankenwagen in Fukushima und der Nachbarregion Miyagi wurden mit Anrufen überschwemmt“, sagte Regierungssprecher Hirokazu Matsuno. „Wir tun unser Bestes, um das Ausmaß der Schäden zu beurteilen.“

Nach Angaben des öffentlichen Rundfunksenders NHK wurde in der Stadt Ishinomaki in Miyagi eine 20 Zentimeter hohe Tsunamiwelle gemessen. Nördlich von Fukushima entgleiste ein Shinkansen-Hochgeschwindigkeitszug, wie die Bahngesellschaft JR East mitteilte. Unmittelbare Berichte über Verletzte gab es keine. Die Regierung warnte die Menschen in der Region vor schweren Nachbeben in der kommenden Woche.

2011 kam es in Fukushima zu einer Tsunami-Katastrophe

Die Wetterbehörde warnte vor einer bis zu einen Meter hohen Flutwelle. In Fukushima kam es zu Stromausfällen, berichteten örtliche Medien. Die Regierung in Tokio richtete einen Notfallstab ein. Das schwere Beben im Nordosten weckte schlagartig Erinnerungen an die verheerende Katastrophe vor elf Jahren. Eine gigantische Flutwelle hatte sich an jenem 11. März 2011 an der Pazifikküste aufgebäumt und alles niedergewalzt: Städte, Dörfer und riesige Anbauflächen versanken in den Wasser- und Schlammmassen.

Rund 20 000 Menschen riss die Flut damals in den Tod. In Fukushima kam es in der Folge im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi zu einem Super-GAU. Er wurde in aller Welt zum Sinnbild der „3/11“ genannten Dreifach-Katastrophe - auch wenn keiner der Todesfälle auf die Strahlung zurückgeführt wird. Der Betreiber Tepco prüfe, ob es durch das erneut starke Beben zu Unregelmäßigkeiten kam, hieß es in der Nacht zum Donnerstag. Japan ist eines der am stärksten von Erdbeben gefährdeten Länder der Welt.