Er war auch auf dem Ulmer Münster
: Stadionkletterer vom EM-Achtelfinale will Strafe nicht bezahlen

Ein damals 21-Jähriger klettert vor dem EM-Achtelfinale Deutschland-Dänemark unters Dach des Dortmunder Stadions. Die Polizeikosten für den Einsatz will er nicht bezahlen - die Polizei sei ja eh dagewesen, sagt sein Anwalt.
Von
Kerstin Auernhammer
Dortmund/Ulm
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Euro 2024: nach Deutschland - Dänemark: 30.06.2024, Nordrhein-Westfalen, Dortmund: Fußball, UEFA Euro 2024, EM, nach dem Achtelfinale Deutschland - Dänemark, Finalrunde, Stadion Dortmund, Blick auf die Arena. (zu "Bange Blicke: Spieler bekamen Infos zu Mann unter dem Stadiondach") Foto: Marcus Brandt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Das Dortmunder Stadion. Hier war im Juni 2025 während des EM-Achtelfinales Deutschland-Dänemark ein Kletterer unterm Dach erwischt worden. (Archivbild)

Marcus Brandt/dpa
  • Ein 21-Jähriger kletterte vor dem EM-Achtelfinale Deutschland-Dänemark aufs Dach des Dortmunder Stadions.
  • Die Polizei will Kosten von 12.076,93 Euro für den Einsatz erstattet haben.
  • Der Kletterer gehört zur Roofer-Szene und wurde auch am Ulmer Münster erwischt.
  • Er hat Klage gegen die Gebührenforderung eingereicht.
  • Gerichtstermin am 06.06.2024.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Seine Aktion hatte für einige Aufregung am Rande des EM-Achtelfinales gesorgt. Während im Dortmunder Stadion Deutschland und Dänemark ums Weiterkommen im Turnier kämpften, befand sich ein damals 21-Jähriger aus Osnabrück in der Dachkonstruktion der Arena.

Wie der „Spiegel“ später berichtete, war er bereits am Vorabend hochgeklettert - angeblich um gute Bilder zu machen. Wie genau es ihm gelang, wurde nicht bekannt - wohl auch, um Nachahmer nicht zu ermuntern. Nach dem Spiel führte die Polizei den jungen Mann ab. Nun bekam der Kletterer die Quittung für die Aktion: Die Polizei Dortmund will die Kosten für den Einsatz von ihm erstattet haben und fordert exakt 12.076,93 Euro.

Personalkosten von fast 10.000 Euro

Insgesamt seien 108 Polizistinnen und Polizisten, darunter ein Spezialeinsatzkommando (SEK), beteiligt gewesen. „Ein Großteil des Betrages entfällt mit 9.973,00 Euro auf die Personalkosten der Einsatzkräfte“, hatte ein Sprecher der Polizei Dortmund Ende April die Kostenforderung erklärt. Außerdem seien Kosten für die Überprüfung und Sicherstellung des Rucksacks durch Beamte des Landeskriminalamtes NRW sowie für den Einsatz des Polizeihubschraubers entstanden. Der junge Mann musste bislang nur einen Strafbefehl über 1.050 Euro wegen Hausfriedensbruchs zahlen.

Doch der Roofer will die Polizei-Gebühren nicht bezahlen. Er hat nach Gerichtsangaben Klage beim zuständigen Verwaltungsgericht Gelsenkirchen eingereicht, am Freitag (06.06.2024) ging ein entsprechender Schriftsatz seines Anwalts ein. Der Anwalt des Kletterers hatte bereits vor dem Gebührenbescheid im „Spiegel“ angekündigt, die Gebührenforderung nicht zu akzeptieren. Die Sicherheitskräfte seien ja sowieso schon vor Ort gewesen.

Kletterer wurde auch am Ulmer Münster erwischt

Der Osnabrücker gehört zur „Roofer“-Szene, also zu Leuten, die in waghalsige Höhen klettern - aus Nervenkitzel, aber auch für Ruhm in der Szene. Er wurde auch schon am Ulmer Münster erwischt. Der höchste Kirchturm der Welt zieht immer wieder Roofer an. Die Münsterbauhütte fürchtet dabei nicht nur um die Sicherheit der Kletterer, sondern hat auch immer wieder Schäden durch solche Aktionen zu verzeichnen.