Entsetzen im Saarland
: Gerichtsvollzieher im Dienst getötet - Verdächtiger festgenommen

Tragödie in Bexbach: Ein Gerichtsvollzieher stirbt bei einer Zwangsvollstreckung. Ein Verdächtiger wurde festgenommen. Die Hintergründe der tödlichen Tat im Saarland sind noch unklar.
Von
dpa
Saarbrücken
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Gerichtsvollzieher im Saarland getötet

Polizisten suchen am Tatort nach Spuren: Ein Gerichtsvollzieher ist im Saarland getötet worden.

Brandon Lee Posse/dpa
  • Gerichtsvollzieher (58) im Saarland bei Dienstausübung in Bexbach getötet.
  • Justizministerium und Staatsanwaltschaft Saarbrücken ermitteln auf Hochtouren.
  • Saar-Ministerpräsidentin und Justizministerin tief betroffen; Hintergründe noch unklar.
  • Weitere Informationen werden am Mittwoch bekanntgegeben.
  • Gedanken bei Familie, Freunden und Kolleg*innen des Opfers.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Im Saarland ist ein Gerichtsvollzieher getötet worden. Er sei am Dienstagmorgen (25.11.2025) in Ausübung seines Dienstes in Bexbach im Saarpfalz-Kreis gewaltsam ums Leben gekommen, teilte das Justizministerium in Saarbrücken mit. Hintergründe zur Tat wurden zunächst nicht mitgeteilt. Der Mann war 58 Jahre alt.

Polizei nimmt potenziellen Täter fest

Am Abend teilte die Staatsanwaltschaft Saarbrücken mit, dass ein Verdächtiger festgenommen worden sei. Er soll den Gerichtsvollzieher bei einer Zwangsvollstreckung mit einem Messer getötet haben. Der Verdächtige wurde demnach unmittelbar nach dem Angriff am Morgen vorläufig festgenommen. Es handelt sich nach Angaben von Oberstaatsanwalt Thomas Schardt um einen 42-Jährigen aus dem Saar-Pfalz-Kreis. Gegen ihn werde wegen des Verdachts des Totschlags ermittelt.

Der 58 Jahre alte Gerichtsvollzieher soll nach aktuellem Ermittlungsstand „anlässlich einer Räumung im Wege der Zwangsvollstreckung“ in der Wohnung des Tatverdächtigen gewesen sein, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Dort soll der Beschuldigte ihn mit einem Messer getötet haben. Näheres soll am Mittwoch bekanntgegeben werden. Dann wird der Tatverdächtige auch dem Haftrichter vorgeführt.

Viele Fragen sind noch offen

Die Tat passierte im Bexbacher Stadtteil Oberbexbach. Der Tatort liegt im ersten Stock eines Reihenhauses, der Zugang zum Treppenhaus befindet sich seitlich in einem Durchgang zum Hinterhof. Nach der Tat waren die Rollläden der Fenster teils heruntergelassen. Die Kleinstadt Bexbach mit rund 18.000 Einwohner liegt im Osten des Saarlandes in der Nähe zur Grenze von Rheinland-Pfalz.

Was sich am Dienstagmorgen dort abgespielt hat, war am Abend noch weitgehend unklar.

Tief betroffen von furchtbarer Nachricht

Die Tat löst im Saarland eine große Betroffenheit aus. Die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) sagte: „Was den Tathergang angeht, wird alles Notwendige und alles Erforderliche getan werden, das jetzt sehr gründlich und zügig auch aufzuklären. Die weiteren Informationen dazu werden Ihnen zu gegebener Zeit übermittelt werden.“ Rehlinger zeigte sich tief betroffen von „dieser furchtbaren Nachricht“.

Dem hochgeschätzten Kollegen wurde im Dienst für unseren Rechtsstaat das Leben genommen“, teilte die saarländische Justizministerin Petra Berg (SPD) mit. „Dieser schreckliche Angriff auf einen Menschen, der sich tagtäglich in den Dienst der Gerechtigkeit stellte, macht uns tief betroffen.“

Die Nachricht über den Mitarbeiter der saarländischen Justiz lasse alle in Trauer und Fassungslosigkeit zurück. Die Gedanken seien nun „in allererster Linie bei der Frau, der Familie, den Freunden, den Angehörigen und auch den Kolleginnen und Kollegen“, sagte Rehlinger.

Mit Trauer und Fassungslosigkeit reagierte der Landesverband der Gerichtsvollzieher im Saarland auf die Nachricht, dass ein Kollege im Dienst getötet wurde. „Wir sind alle total geschockt“, sagte der erste Vorsitzende Gerd Luckas im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. „Jetzt wird uns die Gefahr unseres Berufs wieder sehr bewusst.“

Zweite tödliche Gewalttat im Saarland gegen Staatsbedienstete

Die Tat von Bexbach ist der zweite tödliche Angriff auf Staatsbedienstete in den vergangenen Monaten im Saarland. Am 21. August war in Völklingen ein 34 Jahre alter Polizist im Dienst erschossen worden, als er versuchte, einen mutmaßlichen Tankstellenräuber zu fassen. Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken hat mittlerweile Anklage gegen den 18-Jährigen erhoben, unter anderem wegen Mordes und versuchten Mordes.

Gerichtsvollzieher treffen Menschen oft in Extremsituationen an. Dabei kann es zur Androhung von Gewalt kommen, mitunter gar eskalieren. Zuletzt wurden Amtsträger mit Schusswaffe (April 2025, Nordrhein-Westfalen), Armbrust (Juni 2024, Rheinland-Pfalz) oder brennbarer Flüssigkeit (Mai 2023, Nordrhein-Westfalen) bedroht.