Entführung und Sorgerechtsstreit: Wer ist Christina Block?

Christina Block steht während des „Blauen Balls“ mit Spendengala zugunsten der UKE-Kinderkrebsstation im Hotel Grand Elysee auf der Bühne.
Georg Wendt//dpaWegen eines öffentlichen Sorgerechtsstreits und dem Vorwurf der Entführung ihrer Kinder steht Christina Block in der Öffentlichkeit. Doch wer ist die Frau überhaupt, wo kommt sie her und warum ist sie so bekannt? Ein kurzer Überblick.
Wer ist Christina Block? Herkunft und Werdegang
Christina Block ist deutsche Unternehmerin, Gastronomin und Steakhouse-Erbin. Ihr Vater ist Eugen Block, der die Steakhouse-Kette Block House, die Restaurantkette Jim Block und das Hamburger Hotel Grand Elysée betreibt. Geboren wurde sie 1973 in Hamburg.
Nach dem Abitur absolvierte Block eine Ausbildung zur Hotelfachfrau am Bayerischen Hof in München. Danach setzte sie ihre Gastronomieausbildung, die sie nach Paris, Atlanta und Peking führte, fort. Im Anschluss studierte sie noch Business Administration an der Edinburgh Business School.
2001 eröffnete sie am Alten Fischmarkt in Hamburg das Café Prima Pane, was 2003 eine zweite Filiale bekam. 2012 gab sie Prima Pane auf, um sich verstärkt auf das Block-Familienunternehmen zu fokussieren. In der Eugen Block Holding ist sie mit ihren zwei Brüdern Gesellschafterin.
Block war 2019 als Wirtschaftsexpertin in dem Kompetenzteam für den Wahlkampf von Marcus Weinberg bei der Bürgermeisterwahl in Hamburg 2020. Seit 2026 ist die Unternehmerin Mitglied des Beirats International Hotel Association. Stellvertretende Vorsitzende des Tourismusverbandes Hamburg e.V. ist Block seit 2020.
Privates
Die Hamburgerin war von 2005 bis 2018 mit Stephan Hensel, Bankkaufmann und Unternehmensberater, verheiratet. Die beiden haben vier Kinder und leben seit 2014 getrennt. Wegen der beiden jüngsten Kinder wurde öffentlich ein Sorgerechtsstreit ausgetragen. Seit 2021 ist Block in einer Beziehung mit dem Fernsehmoderator Gerhard Delling.
Sorgerecht und der Entführungsvorwurf
Stephan Hensel lebt in Dänemark und brachte die Kinder 2021 nach einem Besuch entgegen einem Umgangsbeschluss nicht zur Mutter, Christina Block, nach Deutschland zurück. Daraufhin wurde ihm vor Gericht das Wohnortsbestimmungsrecht zugesprochen. Nach Widerspruch wurde Christina Block das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht zugesprochen. Obwohl die Herausgabe der Kinder beschlossen wurde, verweigerte Hensel dies sowie die vom Gericht beschlossene psychologische Begutachtung der Kinder durch eine deutsche Sachverständige. Nun wurde dem Vater, Stephan Hensel, das alleinige Sorgerecht der zwei Block-Kinder zugesprochen und Christina Block wurde zudem das Umgangsrecht entzogen.
Verdachtsfall: Entführung
In der Silvesternacht 2023 wurden die zwei Kinder aus Dänemark entführt und tauchten wenig später bei Christina Block auf. Fünf Tage später musste die Mutter nach einem Gerichtsbeschluss ihre Kinder wieder an den Vater übergeben. Im April 2025 erhob die Generalstaatsanwaltschaft Hamburg Anklage gegen Block, Delling und fünf weitere Personen wegen schwerer Entziehung Minderjähriger, gefährlicher Körperverletzung, Freiheitsberaubung und schwerer Misshandlung von Schutzbefohlenen. Darüber informiert die Deutsche Presseagentur. Über die Zulassung der Anklage und eine Eröffnung des Hauptverfahrens hat das Landgericht Hamburg noch nicht entschieden, wie eine Gerichtssprecherin sagte. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung.
Im vergangenen Jahr hatte der Anwalt von Christina Block, Otmar Kury erklärt, seine Mandantin habe zu keinem Zeitpunkt dritten Personen einen Auftrag erteilt, ihre Kinder mit Gewalt aus Dänemark nach Hamburg zu verbringen. Das „Abendblatt“ zitierte Anwalt Kury nun, er sehe eine unerträgliche Voreingenommenheit in der Anklage und trete dem vehement entgegen. Der Staatsanwaltschaft habe er bereits im September 2024 in einer ausführlichen Stellungnahme dargelegt, wer der Auftraggeber sei.
„Frau Block würde anderen Menschen und insbesondere ihren Kindern niemals Schaden zufügen“, sagte Anwältin Elisabeth Unger, die die Unternehmerin in dem Streit familienrechtlich vertritt, der Deutschen Presseagentur.
Dellings Anwalt David Rieks teilte auf dpa-Anfrage mit: „die seitens der Staatsanwaltschaft Hamburg gegen Herrn Delling erhobenen Anschuldigungen sind fernliegend. Wir werden diesen mit allem Nachdruck umfassend entgegentreten.“
