Elisabeth von Belgien
: Muss die Prinzessin wegen Donald Trump Harvard verlassen?

Ein neues US-Dekret stellt die Zukunft internationaler Studierender an der Elite-Uni infrage – auch die belgische Thronfolgerin ist betroffen. Was jetzt auf dem Spiel steht.
Von
Judith Müller
Brüssel
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Kronprinzessin Elisabeth zeigt ihr Diplom bei einem Fototermin in der Bibliothek des Lincoln College an der Universität Oxford. Die Kronprinzessin hat offiziell ihr dreijähriges Grundstudium in Geschichte und Politik am Lincoln College der Universität Oxford abgeschlossen. Ihr Masterstudium an der Harvard Universität könnte jetzt gefährdet sein.

Kronprinzessin Elisabeth zeigt ihr Diplom bei einem Fototermin in der Bibliothek des Lincoln College an der Universität Oxford. Die Kronprinzessin hat offiziell ihr dreijähriges Grundstudium in Geschichte und Politik am Lincoln College der Universität Oxford abgeschlossen. Ihr Masterstudium an der Harvard Universität könnte jetzt gefährdet sein.

picture alliance/dpa/Belga

Ein Traum in Gefahr: Prinzessin Elisabeth von Belgien, derzeit Master-Studentin an der renommierten Harvard University, könnte bald gezwungen sein, ihr Studium in den USA abzubrechen. Grund dafür ist eine neue Anordnung der US-Regierung unter Präsident Donald Trump, die der Elite-Universität untersagt, internationale Studierende aufzunehmen. Eine Maßnahme, die nicht nur für die Hochschule weitreichende Folgen hat – sondern auch für die belgische Thronfolgerin.

Harvard verliert Programm für internationale Studierende

Am 22. Mai 2025 entzog das US-Heimatschutzministerium Harvard das sogenannte „Student and Exchange Visitor Program“ (SEVP), das Voraussetzung für die Aufnahme ausländischer Studierender ist. Grund für diese drastische Entscheidung: Die Regierung wirft der Universität vor, nicht entschieden genug gegen antisemitische Vorfälle auf dem Campus vorzugehen – vor allem im Zusammenhang mit pro-palästinensischen Protesten.

Zudem stört sich die Trump-Regierung an Harvards Haltung zu politischen Vorgaben wie Diversity-Programmen und dem Umgang mit China. Der Vorwurf: Harvard fördere „Gewalt und Antisemitismus“ und kooperiere mit der Kommunistischen Partei Chinas. Bereits zuvor hatte Washington milliardenschwere Fördermittel für die Universität eingefroren. Nun folgt mit dem Ausschluss vom SEVP-Programm ein weiterer massiver Schlag gegen die Institution – und gegen ihre internationalen Studierenden.

König Philippe von Belgien, Kronprinzessin Elisabeth und Königin Mathilde von Belgien bei einem Fototermin in der Bibliothek des Lincoln College an der Universität Oxford. Die Kronprinzessin hat offiziell ihr dreijähriges Grundstudium in Geschichte und Politik am Lincoln College der Universität Oxford abgeschlossen.

König Philippe von Belgien, Kronprinzessin Elisabeth und Königin Mathilde von Belgien bei einem Fototermin in der Bibliothek des Lincoln College an der Universität Oxford. Die Kronprinzessin hat offiziell ihr dreijähriges Grundstudium in Geschichte und Politik am Lincoln College der Universität Oxford abgeschlossen.

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Auch Prinzessin Elisabeth betroffen

Die Maßnahme trifft rund 6.800 Studierende, die aktuell mit einem Visum in Harvard eingeschrieben sind – darunter auch Prinzessin Elisabeth. Die 23-jährige Thronfolgerin begann im Herbst 2024 ein Masterstudium in „Public Policy“ in Boston, nachdem sie ihren Bachelor in Geschichte und Politik an der Universität Oxford abgeschlossen hatte.

Ob sie ihr Studium in Harvard fortsetzen darf, steht aktuell in den Sternen. Laut belgischem Königshaus analysiert man die Lage genau: „Die Auswirkungen der Entscheidung der Trump-Regierung werden sich erst in den kommenden Tagen und Wochen zeigen“, sagte Palastsprecherin Lore Vandoorne gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Auch Kommunikationsdirektor Xavier Baert betonte: „Es kann noch viel passieren.“

Harvard geht juristisch gegen Trumps Entscheidung vor

Die Universität selbst reagierte umgehend: Bereits einen Tag nach Bekanntwerden der Entscheidung reichte Harvard Klage ein. Die Maßnahme sei rechtlich nicht haltbar und diene allein der politischen Vergeltung, hieß es in einer offiziellen Stellungnahme. Man wolle mit allen Mitteln verhindern, dass internationale Studierende wie Elisabeth von Belgien ihre akademische Zukunft in den USA verlieren.

Bleibt Prinzessin Elisabeth in den USA?

Für Prinzessin Elisabeth steht viel auf dem Spiel. Ihr Studium an Harvard war nicht nur ein persönlicher Traum, sondern gilt auch als wichtiger Baustein ihrer Vorbereitung auf die spätere Rolle als Staatsoberhaupt. Ein erzwungener Abbruch wäre nicht nur ein Rückschlag für ihre Karriere, sondern auch ein diplomatisch heikles Signal gegenüber dem belgischen Königshaus.

Ob es zu einem Auszug aus Harvard kommt, ist bislang unklar. Die Entscheidung über das Schicksal der betroffenen Studierenden – und damit auch über die Zukunft der Kronprinzessin – wird wohl erst in den kommenden Wochen fallen.