Eis im Preis-Check
: Ist die Kugel heute wirklich teurer als früher?

Schon seit Jahren steigen die Preise für eine Kugel Eis in absoluten Zahlen immer weiter. Aber was steckt dahinter und ist die Kugel Eis wirklich teurer als damals?
Von
Theresa Thiem
Berlin
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Sommerwetter - Hamburg: 13.08.2025, Hamburg: Eine Passantin genießt ihr Eis an der Binnenalster in der Innenstadt. Foto: Marcus Brandt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

War das Eis früher wirklich günstiger?

Marcus Brandt/dpa

Die Eispreise gehen durch die Decke! Oder? In den letzten Jahren entstand immer mehr der Eindruck, als würde das Eis in Eisdielen immer teurer werden. Doch ist das tatsächlich so?

Früher und heute: Wie teuer ist das Eis im Vergleich?

Vergleicht man die Preise von Eiskugeln von früher mit denen von heute, fällt schnell auf, dass das Eis mittlerweile um einiges teurer ist als damals. Aber sind die Eispreise auch objektiv gestiegen oder lässt sich die Begründung für die teureren Eiskugeln in der Inflation und der Lohnentwicklung finden?

Aus einer Statistik des Statistischen Bundesamtes geht hervor, dass die Preise für Nachspeisen zwischen 2020 und 2024 um rund 30 Prozent gestiegen sind. In genannter Statistik wird der Verzehr von Eis unter der Kategorie „Verzehr von Nachspeisen“ neben anderen Nachspeisen verbucht. Dabei wird 2020 als Ausgangsjahr mit einem Verbraucherpreisindex von 100 bewertet. 2024 ist der Verbraucherpreisindex für den Verzehr von Nachspeisen dann schon bei 130,8. Die Daten von 2025 sind in dieser Tabelle bislang nicht verfügbar, aber aufgrund der steigenden Tendenz ist es wahrscheinlich, dass der Verbraucherindex für den Verzehr von Nachspeisen auch in diesem Jahr weiter gestiegen ist.

Auch im Vergleich von 2023 auf das Jahr 2024 hat sich der Preis für eine Kugel Eis laut einer Auswertung von Krä Eistechnik um etwa 6,2 Prozent erhöht. Der Preis für eine Kugel Eis lag 2023 bei durchschnittlich 1,62 Euro, wohingegen der durchschnittliche Preis im Jahr 2024 schon bei 1,72 Euro lag. Betrachtet man die Eispreise in unterschiedlichen Städten und ländlicheren Gegenden, stellt sich zudem heraus, dass der Preis für eine Kugel Eis stark variieren kann, je nachdem, wo man sich befindet. So ist die Kugel Eis in Bayern und Baden-Württemberg offenbar am teuersten, wohingegen Sachsen-Anhalt das durchschnittlich günstigste Eis zu bieten hat.

Wie beeinflusst die Inflation den Eispreis?

Aus der Auswertung von Krä Eistechnik geht ebenfalls hervor, dass der Preis für eine Kugel Eis in den Jahren 2018 bis 2024 um ganze 43,5 Prozent gestiegen ist. Die allgemeine Inflation lag hingegen bei 22 Prozent. Dementsprechend macht es nicht nur den Anschein, als wäre das Eis in Deutschland teurer geworden, sondern das ist tatsächlich der Fall. Obwohl das nun so wirken könnte, als würden sich die Eisdielen mehr Geld in die Tasche stecken als nötig, stimmt diese Annahme laut Krä Eistechnik allerdings nicht unbedingt. Die höheren Preise für eine Kugel Eis hätten verschiedene Gründe.

So seien beispielsweise die Energiekosten enorm angestiegen und die Eisproduktion sehr energieintensiv. Auch die Preise für Zucker, Milch und sonstige Zutaten seien in den letzten Jahren gestiegen. Zudem wurde der Mindestlohn angehoben, wodurch höhere Personalkosten entstehen würden. Da die Eisdielen nicht mit Verlust arbeiten wollen, spiegeln sich die höheren Kosten auch in angehobenen Preisen für eine Kugel Eis.

Weitere Gründe: Währung und Größe

Natürlich ist das Eis heute im Vergleich zu den Preisen zu DM-Zeiten in absoluten Zahlen wesentlich teurer. Während man heute im Schnitt zwischen 1,50 und 2,00 Euro für eine Kugel Eis bezahlt, gab es die Kugel Eis damals für deutlich weniger. Anfang der 1980er Jahre lag der Preis für eine Eiskugel bei durchschnittlich 30 Pfennig. Aber laut zdfheute hat das auch begründete Ursachen. Vergleicht man die heutigen Eiskugeln mit denen aus den 60er und 70er Jahren, fällt auf, dass die Eiskugel damals deutlich kleiner war als heute. So wog eine Kugel Eis damals nur etwa 25 bis 30 Gramm. Heute bekommt man Eiskugeln, die zwischen 80 und 110 Gramm schwer sind. Zudem gelten heute bessere Bezahlungsbedingungen und die Mitarbeiter erhalten mindestens Mindestlohn. Früher waren Eisdielen laut zdfheute oft Familienbetriebe, in denen teilweise ohne Entlohnung gearbeitet wurde.