Ein Mann klagt gegen Frauenparkplätze. Das ist sein gutes Recht. Interessant aber ist die Begründung. Frauen würden diskriminiert, weil ihnen unterstellt werde, dass sie schwach und schutzlos seien, und auch er selbst fühle sich benachteiligt. Ein Blick in die Straßenverkehrsordnung zeigt allerdings, dass die Beschilderung als Frauenparkplatz nicht bindend ist. Der Kläger kann sich den kurzen Fußweg zum Ausgang sichern, ohne ein Bußgeld fürchten zu müssen.

München/Eichstätt

Dringender anzuraten wäre jedoch ein Blick in die Kriminalstatistik. Die zeigt, dass Frauen deutlich häufiger als Männer Opfer von Überfällen und Sexualdelikten werden. Und das liegt keineswegs daran, dass Frauen schwach und schutzlos sind. Sondern daran, dass ein Teil der Männer weder Aggressionen noch Sexualtrieb im Griff hat.

Wenn Männer daher darauf bestehen, auf Frauenparkplätzen parken zu dürfen, zeugt das nicht von Gerechtigkeitsempfinden, sondern von Rücksichtslosigkeit. Selbst wenn der Kläger den Prozess nur als juristische Fingerübung benutzt hat: Dem öffentlichen Zerrbild von Männern als ewigen Rüpeln hat er ein weiteres Mosaik hinzugefügt.