Deutscher Wetterdienst DWD: Sommer-Rückblick eine „Bilanz extremer Wetterereignisse“

Der Sommer 2018 war ungewöhnlich heiß und trocken. Dem „Jahrhundertsommer 2003“ macht er aber keine Konkurrenz.
Der Sommer 2018 war ungewöhnlich heiß und trocken. Dem „Jahrhundertsommer 2003“ macht er aber keine Konkurrenz. © Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Offenbach / dpa 30.08.2018

Deutschland, trockenes Sonnenland: Der Sommer 2018 war außergewöhnlich warm und trocken und erinnerte zumindest von den Temperaturen her an die Mittelmeerregionen. Mit einer bundesweiten Durchschnittstemperatur von 19,3 Grad war dieser Sommer um rund 3 Grad wärmer als das langjährige Mittel, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Donnerstag in seiner vorläufigen Sommerbilanz mit.

Viele regionale Rekorde

Der heißeste Sommer bislang war dies trotz schweißtreibender Hitzewellen und reichlich Sonnenscheins allerdings nicht: Der sogenannte Jahrhundertsommer des Jahres 2003 bleibt mit einer Durchschnittstemperatur von 19,7 Grad weiter der Spitzenreiter bei den Temperaturen. Allerdings habe es viele regionale Rekorde gegeben, hieß es nach der vorläufigen Auswertung der von Juni bis Ende August gemessenen Ergebnisse der rund 2000 DWD-Stationen.

  • in Bernburg (Saale) wurde mit 39,5 Grad die in diesem Jahr deutschlandweit höchste Temperatur gemessen
  • Hamburg zählte bereits jetzt elf Tage mit Durchschnittstemperaturen über 30 Grad – im Jahrhundertsommer 2003 erreichte die Stadt diesen Wert erst zum Jahresende.
  • Für den Zeitraum April bis Juli wurde in Deutschland noch nie ein so hohes Niederschlagsdefizit wie in diesem Jahr registriert. Im Schnitt fehlten 110 Liter je Quadratmeter.

Aktuelle Rekorde in Europa und der Welt

  • Der Juli 2018 war in Finnland, Norwegen und Teilen von Schweden der wärmste Juli seit dem jeweiligen Aufzeichnungsbeginn. Nördlich des Polarkreises wurden Temperaturen bis 34 Grad gemessen.
  • Großbritannien erlebte die drittlängste Hitzewelle und die trockenste erste Sommerhälfte seit Beginn der Aufzeichnungen.
  • Ouargla in Algerien meldete am 5. Juli 2018 eine Höchsttemperatur von 51,3 Grad. Dies ist wahrscheinlich die höchste jemals in Afrika gemessene Temperatur.
  • Chino, ein Ort nahe Los Angeles in Kalifornien, meldete eine neue örtliche Rekordtemperatur von 48,9 Grad.

Viel Sonne, wenig Regen

Der viele Sonnenschein bei gleichzeitig nur durchschnittlich 54 Prozent des Regen-Solls war nicht nur Grund zur Freude: Vor allem in der Mitte, im Norden und Osten kam es zu „katastrophaler Dürre“ mit schweren Schäden für die Landwirtschaft, hieß es in der DWD-Bilanz weiter.

Das langjährige Mittel wird aus den Werten der Jahre 1961 bis 1990 berechnet. Der meteorologische Sommer endet an diesem Freitag (31. August), abschließende Zahlen zum Sommer sollen in der nächsten Woche veröffentlicht werden.

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