Droht ein neuer Bahnstreik?
: GDL und Bahn verhandeln wieder über neuen Tarifvertrag

In Berlin haben Bahn und Lokführergewerkschaft Verhandlungen über einen neuen Tarifvertrag aufgenommen. Drohen wieder Streiks wie bei den Verhandlungen vor zwei Jahren?
Von
Daniel Steiger
Berlin
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Bahnstreik: GDL kündigt nächsten 24 Stunden Streik an. (Symbolbild)

ARCHIV - 07.03.2024, Nordrhein-Westfalen, Duisburg: Auf einer elektronischen Anzeigetafel wird auf den GDL-Streik hingewiesen. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer hat zum nächsten Warnstreik im Tarifstreit mit der Deutschen Bahn aufgerufen. Am Dienstag ab 2.00 Uhr morgens soll es für 24 Stunden erneut zu weitreichenden Einschränkungen im Fern-, Regional- und Güterverkehr kommen, teilte die Gewerkschaft am Sonntagabend mit. (zu dpa: «GDL kündigt nächsten Streik ab Dienstagmorgen an») Foto: Oliver Berg/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Droht in Deutschland ein neuer Bahnstreik?

Oliver Berg/dpa

Bahnreisende denken noch mit Grauen an die letzten Tarifverhandlungen zwischen Bahn und Lokführergewerkschaft GDL zurück: Vor zwei Jahren legten mehrere Warnstreiks den Bahnverkehr teils für mehrere Tage lahm. Jetzt haben GDL und Bahn neue Verhandlungen begonnen. Worüber wird verhandelt und drohen neue Streiks?

Worüber verhandeln GDL und Bahn?

Am 8. Januar 2026 haben die Lokführergewerkschaft und die Bahn mit neuen Tarifverhandlungen begonnen. Wie zum Auftakt üblich sei über die Forderungen der Gewerkschaft gesprochen sowie der weitere Fahrplan abgesteckt worden, hieß es aus Verhandlungskreisen. Die GDL fordert insgesamt acht Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten - im Einzelnen 3,8 Prozent mehr Lohn, eine Erhöhung der Zulagen um acht Prozent, die Einführung einer weiteren Lohngruppe sowie höhere Vergütungen für Ausbilder und Prüfer. Dazu kommen etwa die Forderung nach einer Fahrtkostenentschädigung und eine Erhöhung des Mietkostenzuschusses. Vor Beginn der Gespräche im Berliner Hauptbahnhof sagte GDL-Chef Mario Reiß, die Gewerkschaft habe insgesamt 40 Forderungspunkte, „die sich im Wesentlichen um das Entgelt drehen“. Ein Angebot der Bahn gab es wie angekündigt nicht. Das nächste Treffen ist für den 22. Januar angesetzt.

Drohen auch neue Bahnstreiks?

Vorerst gibt es angesichts der gestarteten Tarifverhandlungen gute Nachrichten für Bahnreisende. Die Parteien haben nämlich schon im Vorfeld vereinbart, bis Ende Februar zu verhandeln - bis dahin wird es auch keine Streiks geben. Die letzte Tarifrunde 2023 und 2024 war begleitet von Warnstreiks und nach einer Urabstimmung dem längsten Streik in der Geschichte der Bahn. Streitpunkt war vor allem eine Arbeitszeitverkürzung. Im März 2024 gelang dann nach fünf Monaten ein Abschluss.

Was verdienen Lokführer und Zugbegleiter bei der Bahn?

Ein Lokführer mit einer 39-Stunden-Woche verdient nach Angaben der Bahn im Schnitt inklusive Zulagen rund 4600 Euro im Monat. Zusätzlich zahlt die DB demnach 3,3 Prozent des Gehalts in eine betriebliche Altersvorsorge ein, im Schnitt 1800 Euro im Jahr. Eine Mitarbeiterin im Zugbegleitdienst verdient den Angaben zufolge inklusive Zulagen rund 4000 Euro im Monat, die betriebliche Altersvorsorge liegt im Schnitt bei 1500 Euro im Jahr.