• Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat eine 3. Impfung für alle ab 18 Jahren empfohlen.
  • Das heißt: Auffrischungsimpfungen für alle, deren Impfung mehr als sechs Monate her ist.
  • Seit Anfang September können Personen, die zu Risikogruppen gehören, in Deutschland die Corona-Impfung ein drittes Mal bekommen
  • Bei der 3. Corona-Impfung werden die mRNA-Impfstoffe Biontech und Moderna gespritzt
  • Eine dritte Impfdosis wird gespritzt, um ein weiteres Ansteigen der Corona-Zahlen und Inzidenzwerte in der Bundesrepublik zu verhindern und damit Mutationen des Virus entgegenzuwirken – doch wie verhält es sich nun durch die neue Virusvariante Omikron?

Booster Impfung gegen Covid: Was rät die Stiko?

Derzeit empfiehlt die Stiko Menschen, die mit dem Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson geimpft wurden, sich zusätzlich mit einem mRNA-Impfstoff impfen zu lassen. Vier Wochen nach der ersten Dosis Johnson & Johnson könne die Auffrischungsimpfung erfolgen, erklärte das Expertengremium.
Außerdem empfiehlt die Stiko inzwischen allen Personen ab 18 Jahren eine Booster-Impfung.
Außerdem: Die Stiko empfiehlt allen unter 30-Jährigen nur noch den mRNA-Impfstoff Comirnaty von BioNTech/Pfizer für Erst-, Zweit- und Drittimpfungen. Denn In dieser Altersgruppe sei laut Stiko das Risiko einer Herzmuskelentzündung nach einer Impfung mit dem mRNA-Impfstoff Spikevax von Moderna höher ist als mit Comirnaty von Biontech.

Booster Impfung gegen Corona: Mehr Schutz nach 3. Impfung

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie haben Forschende die Bedeutung von Auffrischungsimpfungen betont. „Die Boosterimpfungen katapultieren den Impfschutz erneut deutlich nach oben“, erklärte Hajo Zeeb vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie in Bremen. Der Schutz vor einem schweren Verlauf sei nach vorliegenden Daten sogar effektiver als der kurz nach der zweiten Impfung. „Und auch der Schutz vor Ansteckung und Weitergabe einer Infektion ist sehr ausgeprägt und deutlich besser als bei Geimpften ohne die Auffrischung.“
Auch der Corona-Forscher Gerd Fätkenheuer ruft trotz einer steigenden Zahl von Impfdurchbrüchen zu einer möglichst umfassenden Impfung gegen das Coronavirus auf. „In einer vollständig geimpften Bevölkerung würde die Rate der Neuinfektionen immer weiter zurückgehen“, schreibt der Leiter der Infektiologie am Kölner Universitätsklinikum im „Kölner Stadt-Anzeiger“ mit Verweis auf Entwicklungen in Ländern wie Portugal mit einer Impfquote von annähernd 90 Prozent. In einer vollständig geimpften Bevölkerung biete die Impfung möglichst der gesamten Bevölkerung „den vielversprechendsten Weg, aus den vielen Zumutungen der Pandemie herauszukommen“.

Hausärzte sollen ältere Patienten anschreiben

Um die Booster-Impfungen bei Senioren zu beschleunigen, sollten Ärzte verpflichtet werden, ihre älteren Patienten anzuschreiben und über die dritte Impfung zu informieren, heißt es in einem Gestzentwurf, an dem Ampel-Fraktionen derzeit arbeiten.

Dritte Impfung erhöht Schutz vor Corona laut Studie aus Israel deutlich

Medizin-Experten betonten die hohe Wirksamkeit der Auffrischungsimpfungen. Der Schutz könne nach einer dritten Impfung deutlich steigen , sagte der Berliner Immunologieprofessor Leif Erik Sander. Er verwies auf eine aktuelle Studie aus Israel, die einen nach der dritten Impfung um das 20-fache erhöhten Schutz belege.
Angesichts der sich verschärfenden Lage zeichnete sich ein baldiges Spitzentreffen von Kanzlerin Merkel mit den Länderchefinnen und -chefs ab; dies könnte kommende Woche stattfinden. Merkel sei offen für ein solches Treffen, sagte Seibert.

Auffrischungsimpfung Studie: Biontech-Studie zeigt hohe Wirksamkeit

Während des Studienzeitraums gab es den Angaben zufolge in der Gruppe der Auffrischungsimpfungen fünf Covid-19-Fälle, während in der Placebo Gruppe 109 Fälle auftraten. Es habe sich gezeigt, dass eine Auffrischung den hohen Impfschutz, der nach der zweiten Dosis erreicht worden sei, wiederherstelle, erklärten die Unternehmen. „Diese wichtigen Daten erweitern den bestehenden Kenntnisstand und zeigen, dass Auffrischungsimpfungen dabei helfen können, große Teile der Bevölkerung vor diesem Virus und seinen Varianten zu schützen“, sagte Biontech-Chef Ugur Sahin.

Nebenwirkungen bei Biontechs 3. Booster-Impfung

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA empfiehlt Menschen mit stark geschwächtem Immunsystem eine Corona-Auffrischungsimpfung mit Vakzinen von Biontech/Pfizer oder Moderna. Auch für Menschen ab 18 Jahren komme eine Booster-Impfung mit dem Impfstoff von Pfizer in Betracht. Für Menschen mit stark geschwächtem Immunsystem empfiehlt die EMA eine Corona-Auffrischungsimpfung mit Vakzinen von Biontech/Pfizer oder Moderna. Zu diesem Schluss seien die Experten des EMA-Ausschusses für Humanarzneimittel nach der Auswertung von Studien gekommen, teilte die Behörde am Montag in Amsterdam mit.
Es habe sich gezeigt, dass eine dritte Dosis dieser Impfstoffe bei Patienten, die eine Organtransplantation erhalten hatten, die Fähigkeit zur Bildung von Antikörpern gegen das Virus Covid-19 verstärkt. Die EMA stützte sich auf Untersuchungen mit dem Biontech-Impfstoff Comirnaty, die einen Anstieg von Antikörpern bei 18- bis 55-Jährigen zeigten. Die Prüfung entsprechender Studien mit dem Moderna-Impfstoff Spikevax sei noch im Gange. Ein Risiko von entzündlichen Herzerkrankungen oder anderen sehr seltenen Nebenwirkungen nach Auffrischungsimpfungen sei derzeit noch nicht bekannt; dies werde sorgfältig beobachtet. Wie bei allen Arzneimitteln überwache die EMA weiterhin alle Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit der Impfstoffe. Die Behörde wies zudem darauf hin, dass die Entscheidung, ob zusätzliche Impfdosen angeboten würden, bei den einzelnen EU-Mitgliedstaaten liege.

3. Corona-Impfung: Booster nach sechs Monaten für Immunschutz

Seit Anfang September 2021 ist es möglich, eine Corona-Auffrischimpfung zu bekommen. Die Stiko will die dritte Impfung jetzt auch für Menschen mit Immunschwäche empfehlen. Bei einer Auffrischungs- oder auch Booster-Impfung erhalten bereits vollständig geimpfte Menschen nach rund sechs Monaten eine weitere Dosis eines zugelassenen Corona-Impfstoffs. Diese neue Spritze soll einem nachlassenden Immunschutz vorbeugen. Denn durch einen Booster können sich mehr Antikörper gegen das Coronavirus bilden.
Der Start der Auffrischimpfungen geht auf eine entsprechende Entscheidung der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) von Anfang August zurück. Gassen sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, die Ständige Impfkommission (Stiko) habe die Daten, um für bestimmte Gruppen eine Empfehlung auszugeben. Deshalb sei sie für solche Vorgaben die richtige Institution.

Vier statt sechs Monate: Gesundheitsexperte für schnellere Booster-Impfungen

Der Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen tritt für schnellere Auffrisch-Impfungen ein: Statt nach den bisher empfohlenen sechs Monaten sollten sie bereits vier Monate nach der Grundimmunisierung verabreicht werden, sagte Dahmen am Dienstag der Online-Ausgabe des Berliner "Tagesspiegels". Das Ziel müsse sein, eine Million Impfungen am Tag zu erreichen. Es sei nicht sinnvoll und kontraproduktiv, wenn Bürger an staatlichen Impfzentren abgewiesen würden, weil die sechs Monate noch nicht ganz erreicht sind. Die Auffrisch-Impfungen gelten als zentrale Maßnahme zur Eindämmung der anhaltend hohen Corona-Infektionszahlen, weil insbesondere bei Älteren der Impfschutz nach einiger Zeit deutlich nachlässt. Zuletzt hatten den Booster aber deutlich weniger Menschen erhalten, als nach der Sechs-Monatsfrist eigentlich möglich wäre.

Nebenwirkung bei paralleler Grippe-Impfung möglich? – Stiko-Empfehlung

Impfreaktionen könnten bei gleichzeitigen Impfungen häufiger auftreten als bei der getrennten Gabe, hieß es. Umfangreiche Erfahrungen mit Nicht-Covid-19-Impfstoffen zeigten bisher aber, dass die Immunantwort und Nebenwirkungen generell denen einer Solo-Gabe ähnelten.
Für Deutschland gibt es laut Stiko noch keine veröffentlichten Ergebnisse zur simultanen Anwendung von zugelassenen Corona-Impfstoffen und anderen Totimpfstoffen. Unveröffentlichte Daten aus Großbritannien zeigten jedoch nur eine leicht erhöhte Körperreaktion bei gleichzeitiger Anwendung von Covid-19- und Influenza-Impfstoffen.

Fast 55 Millionen Erwachsene haben vollständigen Impfschutz

In Deutschland sind mittlerweile - Stand 30. November - knapp 55 Millionen Erwachsene vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das entspricht einer Impfquote von 79,1 Prozent der Bevölkerung ab 18 Jahre, wie aus den Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. „Von diesen 55 Mio hat mehr als jeder Sechste (9,66 Mio) den empfohlenen Booster bereits erhalten“, twitterte der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Dienstag. Bei den 12- bis 17-Jährigen beträgt die Quote der vollständig Geimpften nach RKI-Angaben 46,1 Prozent.

Weltweite Sorge wegen neuer Corona-Variante aus Südafrika

Zwar liegt die Vermutung nahe, dass die neue Variante die Wirksamkeit der Vakzine beeinträchtigt, mit Sicherheit sagen lässt es sich aber noch nicht. Der Virologe Christian Drosten geht davon aus, dass die verfügbaren Impfstoffe grundsätzlich auch gegen die neue Variante schützen, insbesondere gegen schwere Krankheitsverläufe.
Auch SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach geht davon aus, dass die Impfung auch bei Omikron Schutz vor schwerer Krankheit biete. Der Booster schütze "wahrscheinlich voll". Deutlich skeptischer äußerte sich der Epidemiologe Timo Ulrichs. Die deutlich stärkeren Veränderungen im Vergleich zum ursprünglichen Virus "könnten das Potential haben, die bestehende Immunisierung der bisher verwendeten Impfstoffe zu umgehen", sagte er dem Portal watson.de.
Biontech hat bereits eine Prüfung seines Vakzins eingeleitet und will es gegebenenfalls anpassen. Erste Ergebnisse sollen nach Angaben des Mainzer Pharmaunternehmens in spätestens zwei Wochen vorliegen. Das US-Unternehmen Moderna kündigte an, eine spezielle Auffrischungsimpfung gegen die Omikron-Variante zu entwickeln.