Digitalgipfel hier im Livestream
: Die Abschlussreden von Merz und Macron in Berlin

In Berlin wird heute zur „Digitalen Souveränität“ getagt. Die Reden von Bundeskanzler Friedrich Merz sowie Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sehen Sie hier im Livestream.
Von
Nicole Züge
Berlin
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Germany's Chancellor Friedrich Merz (R) speaks with France's President Emmanuel Macron as they arrive for a European Council meeting gathering the 27 EU leaders to discuss Ukraine, European defence, recent developments in the Middle East, competitiveness, housing and migration, in Brussels on October 23, 2025. (Photo by JOHN THYS / AFP)

Macron und Merz heute im Livestream: Beim Gipfel zur digitalen Souveränität stehen Reden von Kanzler Friedrich Merz und Emmanuel Macron auf der Tagesordnung.

JOHN THYS/AFP

In Berlin treffen sich am heutigen Dienstag (18.11.2025) rund 900 Gäste, darunter die Digitalminister aller EU-Staaten, Kanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Ziel des Gipfels: Europa soll digital unabhängiger werden. Die abschließenden Reden von Bundeskanzler Merz und Frankreichs Staatsoberhaupt Macron sehen Sie ab 15:45 Uhr hier im Livestream:

Zeitplan des Livestreams: Wann halten Merz und Macron ihre Abschlussreden?

Die Agenda des Gipfels zur digitalen Souveränität in Berlin sieht vor, dass Bundeskanzler Friedrich Merz um 15:45 Uhr seine Abschlussrede halten wird. Geplant ist eine Redezeit von 15 Minuten. Um 16 Uhr soll dann laut Agenda Emmanuel Macron mit seiner 15-minütigen Rede folgen. Beide Reden können Sie oben im Livestream verfolgen.

Worum geht es beim heutigen Gipfel zur digitalen Souveränität?

Europa hängt aktuell bei Cloud-Diensten, Rechenzentren und KI an US-Riesen wie Amazon, Google, Microsoft und Nvidia. Deutschland droht beispielsweise, bei Rechenzentren den Anschluss zu verlieren. Das wiederum wirkt sich direkt auf KI aus, denn ohne starke Rechenkapazitäten entstehen keine leistungsfähigen Modelle in Europa. Projekte wie die „Industrial AI Cloud“ von Telekom und Nvidia zeigen, wie Industrie und Tech-Branche gegensteuern.

Der Gipfel heute in Berlin soll Chancen aufzeigen und Impulse setzen, um diese Entwicklung zu stoppen. Kurz: Europa muss digitale Unabhängigkeit erlangen. Das bedeutet, die Kontrolle über zentrale digitale Ressourcen zu haben. Staaten, die eine solche Unabhängigkeit besitzen, bestimmen selbst über Daten, Software, Infrastruktur und KI. Sie entscheiden, wer Zugriff erhält und nach welchen Werten Systeme funktionieren. Souveränität heißt allerdings nicht „Abschottung“. Vielmehr soll die Fähigkeit geschaffen werden, unabhängig zu handeln, auch wenn Lieferländer oder große Tech-Konzerne Druck ausüben.

Welche Themen stehen heute in Berlin auf der Agenda?

Die Agenda heute setzt darum vor allem bei den Grundlagen an: Um digitale Unabhängigkeit zu erlangen, braucht es mehr Cloud-Speicher in Europa, mehr Rechenzentren, eigene KI-Modelle, offene Software für Behörden und Projekte wie die europäische digitale Brieftasche.

Digitale Souveränität für Unternehmen: Das sind die Kernpunkte

Laut einer im Frühsommer veröffentlichten Studie des Branchenverbands Bitkom, nutzen neun von zehn deutschen Unternehmen mit mindestens 20 Mitarbeitern Cloud-Dienste. Entscheiden sich Unternehmen oder Organisationen dafür, Daten in der Cloud zu speichern, landen diese momentan in der Regel auf Servern von Amazon AWS, Microsoft Azure oder Google Cloud - obwohl es auch Anbieter aus Deutschland gibt, wie die Schwarz-Gruppe, die aktuell ein neues Rechenzentrum in Lübbenau (Spreewald) baut. Auch der deutsche Anbieter Ionos stellt Cloud-Dienste zur Verfügung.

89 Prozent der Betriebe sehen einer weiteren Bitkom-Umfrage zufolge bei sich selbst eine Abhängigkeit vom Ausland. Europa sei bei Künstlicher Intelligenz (KI), Mikroelektronik sowie bei Lösungen für Cybersicherheit und die digitale Infrastruktur technologisch abhängig, sagte Industriepräsident Peter Leibinger vor dem Gipfel. Ein zentrales Thema zu mehr Unabhängigkeit ist darum der Aufbau einer europäischen Cloud-Infrastruktur für sensible Behörden- und Unternehmensdaten.

Digitale Souveränität im Alltag

Digitale Souveränität betrifft aber nicht nur Unternehmen, sondern jeden Menschen. Sie entscheidet darüber, wo private Daten liegen, wer sie auswertet und welche KI-Systeme den Alltag steuern. Sie schützt Gesundheitsinformationen, persönliche Dokumente, Kommunikation und digitale Identitäten. Für Unabhängigkeit braucht es auch Transparenz, beispielsweise über Algorithmen, die etwa in sozialen Netzwerken Informationen sortieren, priorisieren und bewerten.

Wenn digitale Souveränität im Alltag fehlt, heißt das langfristig für jeden Menschen, die Kontrolle über eigene Daten zu verlieren oder kurzfristig sogar den Zugriff auf digitale Dienste. Zudem verlieren staatliche Institutionen die Hoheit über ihre kritische Infrastruktur, auch die Strom- und Gasversorgung, der öffentliche Transport, bargeldloses Zahlen, Geldabheben am Bankautomaten und viele andere Dinge können davon betroffen sein. Was dann folgen könnte, wäre der „Digitale Blackout“. Eine aktuelle ARTE-Dokumentation befasst sich mit diesem Thema und gibt einen Einblick, wie „digital abhängig“ Europa aktuell ist und was passieren könnte, wenn etwa wichtige Cloud-Dienste plötzlich ausfallen: