Digitaler Euro: Einführung, Funktionsweise, Vorteile - Alles zum elektronischen Zahlungsmittel

Verbraucher sollen nach dem Willen der EU-Kommission neben Euro-Münzen und -Scheinen in Zukunft auch einen digitalen Euro zur Bezahlung nutzen können. Wann ist Start des neuen Zahlungsmittels? Und wie soll der digitale Euro funktioneren? Hier gibt es alle Infos.
Karl-Josef Hildenbrand/dpaDer digitale Euro soll in vielen Staaten Europa das Bezahlen ohne Bargeld einfacher machen und zudem die Datensammelwut so mancher Internetkonzerne etwas eindämmen. Was ist und was kann der digitale Euro? Hier gibt es alle Infos.
Wie soll der digitale Euro funktionieren?
Der digitale Euro soll nach Vorstellung der EU-Kommission wie eine digitale Geldbörse funktionieren. Bürger und Unternehmen sollen ihn kostenfrei sowohl für Online- als auch für Offline-Zahlungen nutzen können - selbst wenn keine Internetverbindung besteht. Händler im gesamten Euro-Währungsgebiet wären grundsätzlich verpflichtet, den digitalen Euro anzunehmen.
Wann ist mit der Einführung eines digitalen Euro zu rechnen?
Ob und wann ein digitaler Euro ausgegeben wird, entscheidet die Europäische Zentralbank (EZB). Am Mittwoch bekräftigte die Notenbank, sie werde ihre Untersuchungsphase zum digitalen Euro im Oktober 2023 abschließen. Dann will die Notenbank über die weiteren Schritte entscheiden. Nach bisherigen Angaben der EZB könnte ein digitaler Euro frühestens 2026 kommen.
Wird mit dem digitalen Euro das Bargeld abgeschafft?
Nein. EU-Kommission und EZB haben immer wieder betont, dass ein digitaler Euro eine Ergänzung zu Scheinen und Münzen wäre und nicht das Bargeld ersetzen soll. „Wir werden den Bürgerinnen und Bürgern so lange Banknoten zur Verfügung stellen, wie es eine Nachfrage danach gibt“, sagte jüngst EZB-Direktoriumsmitglied Fabio Panetta. In einem Gastbeitrag in mehreren Tageszeitungen versicherten Panetta und EU-Kommissions-Vize Valdis Dombrovskis Ende Juni 2023, Kommission und EZB würden „alles daransetzen, dass Bargeld auch weiterhin in allen 20 Mitgliedsländern verfügbar ist und akzeptiert wird“.
Welche Vorteile hätte ein digitaler Euro?
Grundsätzlich ermöglichen digitale Bezahlverfahren, Geschäfte binnen Sekunden abzuwickeln, auch über Landesgrenzen hinweg. Im Gegensatz zu sogenannten Kryptowährungen wie Bitcoin und Ether, deren Kurse oft stark schwanken, böte die Einführung einer virtuellen europäischen Währung Privatanlegerinnen und -anlegern eine stabilere Alternative, da sie eins zu eins an den Euro gekoppelt wäre. Die EZB würde die Stabilität eines digitalen Euro sichern.
Zudem bekäme Europa mit einem digitalen Euro ein eigenes Angebot für digitale Zahlungen als Alternative zu Zahlungsdienstleistern, die nicht in Europa beheimatet sind wie etwa der US-Riese Paypal. „Ein System, das sich auf eine europäische Infrastruktur stützt, wäre besser gegen Störungen, einschließlich Cyberangriffe und Stromausfälle, gewappnet“, warben Panetta und Dombrovskis.
(mit Material von dpa)

