Deutschland im Vergleich: Warum hat Hamburg ein so gutes Bildungssystem?

Warum gehört das Bildungssystem Hamburgs zu den besten Deutschlands? Ein Überblick.
Sven Hoppe/dpa- Hamburg hat 2024 die drittbeste Bildung in Deutschland.
- Faktoren: hohe Fremdsprachenquote, gute Betreuungsbedingungen, hohe Sachausgaben.
- Internationalisierung und duale Ausbildung besonders stark.
- Verbesserungspotenzial bei Bildungsarmut und Schulqualität.
- Platzierungen: Sachsen Platz 1, Bayern Platz 2, Hamburg Platz 3.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Im aktuellen Bildungsmonitor für das Jahr 2024 zeigt sich, wie gut die Bildungssysteme der einzelnen Bundesländer abgeschnitten haben. Der Bildungsmonitor ist eine seit 2004 jährlich erstellte Vergleichsstudie des INSM - Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, die mithilfe von 98 Indikatoren in 13 verschiedenen Handlungsfeldern bewertet, inwiefern ein Bundesland die Bildungsarmut reduziert und zur Fachkräftesicherung beiträgt. Damit thematisiert der Bildungsmonitor den Beitrag zu Wachstum und Wohlstand der Wirtschaft durch das Bildungssystem eines Bundeslandes. Mit der drittbesten Bildung wurde aktuell Hamburg ausgezeichnet.
Doch warum hat Hamburg ein so gutes Bildungssystem? Hier gibt es einen Überblick über die Ursachen und Faktoren für Hamburgs gute Bildung. Und auch darüber, wie die anderen Bundesländern abgeschnitten haben.
Welche Faktoren sorgen für Hamburgs gute Bildung?
Die Faktoren von Hamburgs Bildungssystem, die für eine gute Bildung sorgen, liegen insbesondere in den Handlungsfeldern: Internationalisierung, Inputeffizienz, Betreuungsbedingungen, Förderinfrastruktur und Berufliche Bildung. Folgende Punkte, die in Hamburg Bildungssystem gut geregelt sind, dienen beispielhaft für diese Handlungsfelder:
- Sowohl an Grundschulen als auch an Berufsschulen wird oft Fremdsprachenunterricht gegeben
- An Schulen sowie an Hochschulen sind die Sachausgaben relativ hoch
- Sehr viele Kinder und Jugendliche besuchen eine Ganztagsschule
- Sowohl das Ausbildungsstellenangebot als auch die Erfolgsquote der dualen Ausbildung sind hoch
Wo liegen die Stärken von Hamburgs Bildungssystem?
- Internationalisierung: Hierbei belegt Hamburg im Bundeslandvergleich sogar den ersten Platz. Das liegt unter anderem daran, dass fast alle (98,9%) der Grundschüler und Grundschülerinnen in Hamburg Fremdsprachenunterricht erhalten haben. Auch der Anteil an Berufsschülern und Berufsschülerinnen mit Fremdsprachenunterricht war mit 85,9% vergleichsweise sehr hoch. Grundsätzlich haben die Hamburger Schüler und Schülerinnen in der englischen Sprache sowohl in ein überdurchschnittliches Hör- als auch Leseverständnis.
- Inputeffizienz: Den zweiten Platz bei der Inputeffizienz hat sich Hamburg dadurch verdient, dass die Hansestadt an den Schulen sehr hohe Sachausgaben relativ zu den Gesamtausgaben aufweist. Auch die Relation der Sachausgaben zu den Personalausgaben betrug an den Hochschulen 55,8% und damit mehr als der Bundesdurchschnitt. Ein weitere Aspekt ist der, dass in Hamburg im Bundeslandvergleich weniger Lehrkräfte die Schulen vorzeitig wegen Dienstunfähigkeit verlassen.
- Betreuungsbedingungen: Erneut steht Hamburg hier mit dem zweiten Platz an der Spitze. Besonders in der Sekundarstufe I (ohne Gymnasien) und an den Grundschulen sind nämlich die Schüler-Lehrer-Relationen im Bundeslandvergleich sehr gut. So kamen in Hamburg im Jahr 2022 11,4 Kinder der Sekundarstufe I auf einen Lehrer und in Grundschulen 14 Grundschulkinder auf einen Lehrer.
- Förderinfrastruktur: Hierbei erhält Hamburg ein weiteres Mal den zweiten Platz. Mit 98,6% Grundschülern und Grundschülerinnen an offenen oder gebundenen Ganztagsschulen steht Hamburg sogar an der Spitze aller Bundesländer. Auch bei den ganztags betreuten Schülern und Schülerinnen der Sekundarstufe I erreichte Hamburg einen überdurchschnittlichen Wert von 97,8%. Auch der Anteil der drei- bis sechs-jährigen Kindern in Ganztagsbetreuung war leicht überdurchschnittlich.
- Berufliche Bildung: Auch hier erhält Hamburg den zweiten Platz. Das liegt unter anderem daran, dass das Angebot an Ausbildungsstellen in Hamburg mit 71,9% Ausbildungsstellenquote relativ hoch ist. Zudem war die Erfolgsquote bei den Hamburger Berufsschülern und Berufsschülerinnen in dualen Ausbildungen mit 91,4% höher als der Bundesdurchschnitt.
Wo hat Hamburgs Bildung noch Verbesserungspotenzial?
Obwohl Hamburg im Vergleich zu den letzten Jahren Fortschritte gemacht hat, erreichen viele Kinder nicht die Mindeststandards an Kompetenzen. Insbesondere bei den beiden Handlungsfeldern Bildungsarmut und Schulqualität besteht in Hamburg noch Verbesserungspotenzial.
- Bildungsarmut: Hier erhält Hamburg den 10. Platz. Das liegt vor allem daran, dass 16,5% der Schüler und Schülerinnen der Hamburger neunten Klassen nicht den Mindeststandard im Lesen erreichten.
- Schulqualität: Auch hierbei erhält Hamburg den 10. Platz. Zwar konnte in der aktuellen Kompetenzerhebung aus dem Jahr 2021 festgestellt werden, dass die Schüler und Schülerinnen der vierten Klassen durchschnittlich kompetent in Mathematik und sogar überdurchschnittlich kompetent im Lesen und im Hörverständnis waren. Doch wie bereits unter dem Aspekt der Bildungsarmut aufgeführt, weist Hamburg einen unterdurchschnittlichen Wert bei der Lesekompetenz der Neuntklässler und Neuntklässlerinnen auf.
Wie gut schneiden die einzelnen Bundesländer im Bildungsranking ab?
- Baden-Württemberg: Platz 5
- Bayern: Platz 2
- Berlin: Platz 12
- Brandenburg: Platz 15
- Bremen: Platz 16
- Hamburg: Platz 3
- Hessen: Platz 7
- Mecklenburg-Vorpommern: Platz 13
- Niedersachsen: Platz 8
- Nordrhein-Westfalen: Platz 14
- Rheinland-Pfalz: Platz 9
- Saarland: Platz 6
- Sachsen: Platz 1
- Sachsen-Anhalt: Platz 11
- Schleswig-Holstein: Platz 10
- Thüringen: Platz 4
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