Deutscher Aktienindex: So setzt sich der Dax zusammen

Ein steigender Dax gilt als gutes Zeichen für die deutsche Wirtschaft, fällt er, spricht das für wirtschaftlich unsichere Zeiten. Doch wie wird eigentlich entschieden, welche Unternehmen im Dax vertreten sind? Welchen Unternehmen gelang in den letzten Jahren der Aufstieg in den Aktienindex?
Arne Dedert/dpaWas haben Adidas, Siemens und SAP gemeinsam? Sie gehören zu den 40 wichtigsten Unternehmen Deutschlands – und sind Teil des Deutschen Aktienindex, kurz Dax. Täglich berichten Medien über ihn, Anleger orientieren sich an seinen Kursschwankungen, und für viele ist er das Barometer der deutschen Wirtschaft. Doch was steckt eigentlich dahinter? Wie entscheidet sich, wer aufgenommen wird? Wir erklären, wie Deutschlands bekanntester Börsenindex funktioniert und warum er nicht nur für Anleger von Bedeutung ist.
Wie entscheidet sich, welche Unternehmen im Dax sind?
Der Dax, ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland. Er bildet die Wertentwicklung der 40 größten börsennotierten Unternehmen ab, die an der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt werden. Die „Größe“ entscheidet sich dabei an dem Wert des Unternehmens an der Börse, die sogenannte Marktkapitalisierung. Also, wie viel Wert die Gesamtheit der Aktien des Unternehmens haben, die im Umlauf sind.
Dazu kommen weitere Kriterien: Die Dax-Unternehmen müssen ihren Firmensitz in Deutschland haben oder ihren Hauptumsatz in Deutschland erzielen. Außerdem müssen sie bestimmte Transparenz- und Berichtspflichten erfüllen, um das Vertrauen in den Aktienindex zu gewährleisten.
Wie oft wird der Dax aktualisiert?
Alle drei Monate, im März, Juni, September und Dezember, wird der Dax aktualisiert. Stichtag ist jeweils der dritte Arbeitstag des Monats. Dann werden von einem Ausschuss des Börsenbetreibers die aktuellen Daten aller infrage kommenden Unternehmen ausgewertet und verkündet, wer den Dax verlassen muss und wer stattdessen aufsteigt. Rund drei Wochen später werden die Änderungen wirksam.
Prominente Auf- und Abstiege in den Dax
Der prominenteste Name unter den Dax-Absteigern der letzten Jahre ist die Porsche AG, die im September 2025 den Dax verlassen musste. Der Abstieg steht sinnbildlich für die Krise der deutschen Autobauer angesichts schwächelnder Nachfrage nach E-Autos und dem Rückgang im China-Geschäft. Auch der Pharmakonzern Sartorius flog 2025 aus dem Aktienindex. In den Jahren zuvor traf es Werkstoffhersteller Covestro (2024), Industriekonzern Linde (2022), Sportartikelhersteller Puma (2022), Kochboxen-Vertreiber HelloFresh (2022) und den Lieferdienst Delivery Hero (2022).
Dafür konnten ein Reihe anderer Unternehmen seit 2021 in den Dax aufsteigen, darunter neben Scout 24 und GEA Group (beide 2025) Autozulieferer und Rüstungskonzern Rheinmetall (2023), das Kreditinstitut Commerzbank (2023), Hannover Rück (2022) und Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck (2022)
Welche Folgen hat der Abstieg aus dem Dax für Unternehmen?
Der Dax gilt als Qualitätsmerkmal und bietet den Unternehmen Sichtbarkeit, etwa gegenüber internationalen Investoren. Ein Abstieg aus dem Dax kann als negatives Signal aufgefasst und zu einem Vertrauensverlust der Anleger führen. Indexfonds wie etwa ETFs die den Dax abbilden, müssen nach dem Ausstieg eines Unternehmens entsprechend umschichten. Auch das kann sich auf den Aktienkurs auswirken.
