Geld eigentlich knapp
: „Den Rest bezahlt das Amt“ - Bürgergeld-Empfängerin gönnt sich Kirmes und Piercing

Ein Kirmes-Ausflug, Fahrgeschäfte und dann noch ein neues Piercing: Bürgergeld-Empfängerin Janine sorgt mit ihren Ausgaben für heftige Reaktionen.
Von
Matthias Kemter
Stuttgart
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Die alleinerziehende Janine ist verunsichert, weil bei Sohn Jaydin eine Untersuchung angeraten wird...

Bürgergeld-Empfängerin Janine besucht mit ihren Kindern die Kirmes und gönnt sich ein Piercing. Zuschauer reagieren mit deutlicher Kritik.

RTLZWEI, UFA SHOW & FACTUAL

Bei „Hartz und herzlich“ ist das Geld bei vielen Protagonisten knapp. Auch Janine aus Mannheim lebt mit ihren beiden Kindern von staatlichen Leistungen. Auf einen Ausflug zur Kirmes will die alleinerziehende Mutter dennoch nicht verzichten und gönnt sich dort sogar ein neues Piercing. Bei einigen Zuschauern kommt das gar nicht gut an.

Gemeinsam mit ihrem Bruder Pascal und ihren sechsjährigen Zwillingen Jaylin und Jaydin besucht Janine die Mannheimer Mess. Für die Familie soll es ein schöner gemeinsamer Tag werden. Doch ein Kirmesbesuch kann schnell teuer werden. Fahrgeschäfte, Spielautomaten und andere Attraktionen summieren sich rasch zu einer größeren Ausgabe.

Davon lässt sich die Familie zunächst nicht bremsen. Der erste Halt führt zu einem Greifautomaten. Später wollen vor allem die Zwillinge verschiedene Fahrgeschäfte ausprobieren. Die Kinder genießen den Ausflug und auch Janine entdeckt auf der Kirmes schließlich etwas, das ihr gefällt.

Janine lässt sich auf der Kirmes piercen

Zwischen Buden und Fahrgeschäften gibt es auf der Mannheimer Mess auch die Möglichkeit, sich piercen zu lassen. Janine entscheidet sich kurzerhand dafür. Während ihr Bruder Pascal auf die Zwillinge aufpasst, nimmt die Bürgergeld-Empfängerin auf dem Piercing-Stuhl Platz und lässt sich neuen Körperschmuck stechen. Mit dem Ergebnis zeigt sie sich anschließend zufrieden.

Die zusätzliche Ausgabe sorgt bei den Zuschauern allerdings für Diskussionen. Denn Janine hat in der Vergangenheit immer wieder deutlich gemacht, dass sie finanziell genau rechnen muss. Sie ist arbeitslos, lebt mit ihren beiden Kindern von staatlicher Unterstützung und muss im Alltag auf ihre Ausgaben achten.

Zuschauer kritisieren die Ausgaben

Unter einem Instagram-Beitrag von RTLZWEI sammeln sich zahlreiche kritische Kommentare. Ein Nutzer wundert sich darüber, wie sich die Familie einen solchen Tag leisten könne: „Müssen die Geld haben. Kirmes ist ja auch nicht gerade billig.“ Ein anderer Zuschauer nimmt vor allem das Piercing ins Visier und fragt, ob Janine dafür rund 90 Euro bezahlt habe. Seine Schlussfolgerung: Dann könne es ihr finanziell offenbar nicht besonders schlecht gehen. Noch deutlicher fällt ein weiterer Kommentar aus: „Viel Spaß. Haut die Kohle raus, den Rest bezahlt das Amt.“

Dabei handelt es sich allerdings um die Meinung eines Zuschauers. Bürgergeld wird grundsätzlich als monatliche Leistung ausgezahlt. Wie Empfänger ihr verfügbares Geld im Alltag einsetzen, entscheiden sie im Rahmen ihres Budgets selbst. Auch andere Zuschauer äußern Ärger. So ist unter dem Beitrag etwa zu lesen: „Da geht unser schönes Geld hin.“ Einige Kommentatoren sind zudem der Ansicht, Janine solle das Geld lieber für ihre Kinder ausgeben.

Kirmes-Ausflug sorgt für Diskussionen

Der Fall zeigt einmal mehr, wie schnell die Ausgaben der „Hartz und herzlich“-Protagonisten zum Diskussionsthema werden. Während die einen Janines Entscheidung kritisieren und den Kirmesbesuch angesichts ihrer finanziellen Situation für unnötig halten, dürfte für andere schlicht die gemeinsame Zeit mit den Kindern im Vordergrund stehen. Janine selbst lässt sich die Stimmung jedenfalls nicht verderben. Für sie und ihre Familie ist der Besuch der Mannheimer Mess vor allem ein gemeinsamer Ausflug. Inklusive Fahrgeschäften, Spielen und einem neuen Piercing.