Rätsel um Flug MH370
: Neue Suchaktion nach verschwundenem Flugzeug im Indischen Ozean

Im Indischen Ozean hat fast elf Jahre nach dem mysteriösen Verschwinden des Fluges MH370 der Malaysia Airlines eine neue Suchaktion nach dem Wrack begonnen.
Von
Christian Wille
Kuala Lumpur/Perth
Jetzt in der App anhören
Verschwinden von Flug MH370: ARCHIV - 03.03.2019, Malaysia, Kuala Lumpur: Ein Mädchen steht während eines Gedenktages für das verschwundene Flugzeug MH370 vor einer Kondolenztafel. Im Indischen Ozean hat fast elf Jahre nach dem mysteriösen Verschwinden des Fluges MH370 der Malaysia Airlines eine neue Suchaktion nach dem Wrack begonnen. Die Spezialfirma Ocean Infinity will in den nächsten Wochen mit Hilfe des Tiefsee-Versorgungsschiffs Armada 7806 und autonomen Unterwasserfahrzeugen (AUVs) den Meeresboden nach Spuren der vermissten Boeing 777 abzusuchen. (zu dpa: «Neue Suche nach Flug MH370 startet vor australischer Küste») Foto: Vincent Thian/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Die Spezialfirma Ocean Infinity will in den nächsten Wochen mit Hilfe des Tiefsee-Versorgungsschiffs Armada 7806 und autonomen Unterwasserfahrzeugen (AUVs) den Meeresboden nach Spuren der vermissten Boeing 777 abzusuchen.

Vincent Thian/AP/dpa
  • Neue Suche nach dem Wrack von Flug MH370 begann vor der Küste Westaustraliens.
  • Ocean Infinity nutzt das Schiff Armada 7806 und autonome Unterwasserfahrzeuge.
  • Fokus auf 15.000 km² und vier Hotspots; Flugzeug verschwand 2014.
  • Deal mit Malaysia: Zahlung nur bei Fund; frühere Suche 2018 erfolglos.
  • Ocean Infinity fand U-Boote ARA San Juan (2018) und Minerve (2019).

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der mysteriöse Fall hatte weltweit für Aufsehen und Schlagzeilen gesorgt. Das Passagierflugzeug war vor beinahe elf Jahren einfach spurlos vom Radar verschwunden. Doch jetzt geht die Suche mit moderner Technik weiter. Die Spezialfirma Ocean Infinity mit Sitz in den USA und Großbritannien will in den nächsten Wochen mit Hilfe des Tiefsee-Versorgungsschiffs „Armada 78 06“ und autonomen Unterwasserfahrzeugen (AUVs) den Meeresboden nach Spuren der vermissten Boeing 777 absuchen, wie der australische Sender 9News und der britische „Telegraph“ übereinstimmend berichteten.

Laut dem „Telegraph“ könnte es der letzte verzweifelte Versuch sein, das Rätsel um den Unglücksflug zu lösen. Die Spekulationen sind derweil nie abgerissen. War es ein Unglück? Ein absichtlicher Crash? Eine Entführung? Oder wurde die Maschine gar abgeschossen? Vor allem die Angehörigen der 239 Insassen aus 14 Ländern wollen wissen, was damals vorgefallen ist und hoffen, doch noch Antworten zu bekommen.

Die Suche findet etwa 1.500 Kilometer vor der Küste von Perth in Westaustralien statt. Ocean Infinity will sich demnach auf ein Gebiet von rund 15.000 Quadratkilometern und vier „Hotspots“ konzentrieren, an denen das Wrack nach Ansicht von Forschern am wahrscheinlichsten zu finden sein könnte. Auf Tracking-Seiten im Internet konnten Interessenten die genaue Position von „Armada 78 06“ verfolgen.

Das Flugzeug war am 8. März 2014 auf einem Flug von Kuala Lumpur nach Peking plötzlich von den Radarschirmen verschwunden und aus unbekanntem Grund vom Kurs abgewichen. Bislang wurden nur ein paar Dutzend Wrackteile an verschiedenen Küsten angeschwemmt. Vom Hauptrumpf des Flugzeugs, den 239 Insassen aus 14 Ländern und dem Flugrekorder fehlt bis heute jede Spur. Das Verschwinden der Maschine gehört zu den größten Rätseln der Luftfahrtgeschichte.

„Kein Fund, keine Bezahlung“

Bereits im vergangenen Jahr hatte das malaysische Verkehrsministerium angekündigt, dass die Suche nach der Maschine wieder aufgenommen werden sollte. Dank neuester Forschungsergebnisse und modernster Technologien gebe es Fortschritte bei der Lösung des Rätsels.

Ocean Infinity hat im Dezember einen „Kein Fund, keine Bezahlung“-Deal mit der Regierung in Kuala Lumpur ausgehandelt und wird für die Mission nur dann Geld bekommen, falls die Maschine gefunden wird. Die Firma war schon Teil einer früheren Suche im Jahr 2018, die erfolglos verlaufen war. Das aktuelle Suchgebiet soll Regionen umfassen, die zuvor nicht abgedeckt worden waren.

Erfolgreiche Suche nach U-Booten

Allerdings handelt sich bei der Suche nach MH370 um eine komplizierte Mission. Nicht nur die Topografie des Meeresbodens, der sich in großer Tiefe mehrere Kilometer unter der Oberfläche befindet und von Klippen und Vulkanen durchzogen ist, dürfte die Arbeit der Tauchboote erschweren - gleichzeitig braut sich gerade ein Zyklon über der Region zusammen und sorgt für hohen Wellengang, wie der australische Sender 9News berichtete. Sollten das Wrack und die Blackbox gefunden werden, könnte es endlich Antworten zum Schicksal der Insassen geben, auf die die Angehörigen seit so vielen Jahren warten.

Bei anderen Suchaktionen war Ocean Infinity bereits erfolgreich: Unter anderem hatten Mini-Unterwasserfahrzeuge 2018 das im Jahr zuvor verschollene argentinische U-Boot „ARA San Juan“ vor der Küste Patagoniens aufgespürt. 2019 entdeckte die Firma das seit mehr als 50 Jahren im nordwestlichen Mittelmeer vermisste U-Boot „Minerve“.

Mit Material von dpa.