Chemnitz Dialog mit Bürgern und Demo: Das bringt der Tag in Chemnitz

Demonstranten der rechten Szene schwenken Deutschlandfahnen und tragen einen Regenschirm in Deutschlandfarben. Nach einem Streit war in der Nacht zu Sonntag in der Innenstadt von Chemnitz ein 35-jähriger Mann erstochen worden. Die Tat war Anlass für spontane Demonstrationen, bei denen es auch zu Jagdszenen und Gewaltausbrüchen kam.
Demonstranten der rechten Szene schwenken Deutschlandfahnen und tragen einen Regenschirm in Deutschlandfarben. Nach einem Streit war in der Nacht zu Sonntag in der Innenstadt von Chemnitz ein 35-jähriger Mann erstochen worden. Die Tat war Anlass für spontane Demonstrationen, bei denen es auch zu Jagdszenen und Gewaltausbrüchen kam. © Foto: Jan Woitas
Chemnitz / SR 30.08.2018

Chemnitz kommt nicht zur Ruhe. Nach den gewalttätigen Ausschreitungen der vergangenen Tage sind auch am Donnerstag wieder Demonstrationen der rechtspopulistischen Bewegung Pro Chemnitz zu erwarten. Der Grund für die erneuten Demonstrationen ist der Besuch von Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU).

18 Uhr: Demonstration Pro Chemnitz

Die rechtspopulistische Bewegung Pro Chemnitz sorgte bereits in den vergangenen Tagen für Unruhen. Demonstrationen von Rechten und Linken endeten mit zahlreichen Verletzten. Am vergangenen Montagabend waren rund 6000 Menschen dem Aufruf der Bewegung gefolgt, darunter zahlreiche gewaltbereite Rechtsextreme.

Auch am Donnerstag ruft Pro Chemnitz zu erneuten Demonstrationen auf. Nach Angaben der Stadt werden um 18 Uhr hunderte Demonstranten unweit des Stadions erwartet, wo das Sachsengespräch stattfindet.

19 Uhr: Sachsengespräch im Stadion

Grund der erneuten Demonstrationen ist der Besuch von Ministerpräsident Michael Kretschmer. Das Sachsengespräch ist seit längerem geplant, bekommt dank der aktuellen Lage in Chemnitz jedoch eine neue Wichtigkeit. Zu dem Treffen mit Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD) und einigen Ministern werden auch viele Bürger erwartet. Hier sollen Themen wie die Sicherheit und Bildung diskutiert werden.


Unterstützung aus fünf Bundesländern

Nach der Kritik an mangelnden Einsatzkräften hat Sachsen nun reagiert. Um die Veranstaltung mit Ministerpräsident Kretschmer und die angekündigten Demonstrationen an diesem Donnerstag abzusichern, kommt Hilfe vom Bund. Wie die Polizei mitteilte, werden die eigenen Beamten von der Bundespolizei sowie Kräften der Bereitschaftspolizei aus Sachsen, Sachsen-Anhalt, Bayern, Berlin, Hessen und Thüringen unterstütze.

Keine Ruhe in Sicht

Auch in den kommenden Tagen ist keine Ruhe in Sicht. Am Freitag wird Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) in Chemnitz erwartet.

Am Samstag droht dann wieder der Ausnahmezustand in Chemnitz: Sowohl die AfD als auch die fremdenfeindliche Pegida-Bewegung rufen ab 17 Uhr zu einem Schweigemarsch auf.

Baden-Württemberg werde dann mindestens eine Einsatzhundertschaft nach Sachsen schicken, um die Einsatzkräfte vor Ort zu unterstützen, sagte Landesinnenminister Thomas Strobl (CDU) am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Auch spezielle Fahrzeuge wie Wasserwerfer würden geschickt.

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