Da Vinci Glow: Himmelsphänomen über BW – das geheimnisvolle Leuchten des Mondes

Da Vinci Glow in Baden-Württemberg: Dieses seltene Himmelsphänomen am Sternenhimmel tritt nur bei Neumond auf. Die Bedeutung und wann man es beobachten kann. (Symbolbild)
Angelika Warmuth/dpaWer in einer klaren Nacht in Baden-Württemberg kurz nach Neumond den Blick gen Himmel richtet, hat mit etwas Glück die Chance, ein besonderes Schauspiel zu erleben. Doch was hat Leonardo da Vinci damit zu tun – und was genau steckt hinter diesem geheimnisvollen Leuchten?
Ein schimmerndes Licht auf der dunklen Seite des Mondes
Wenn nur eine schmale Sichel des Mondes am Himmel steht, scheint der restliche Mond schwach, beinahe gespenstisch zu glimmen – als würde er selbst leuchten. Was auf den ersten Blick wie eine optische Täuschung wirkt, ist in Wirklichkeit ein physikalisches Phänomen, das einst sogar Leonardo da Vinci faszinierte.
Was ist der Da Vinci Glow – und wie entsteht er?
Der sogenannte Erdschein – auch als Da Vinci Glow bekannt – ist mehr als nur ein hübscher Effekt. Er zeigt die komplexe Wechselwirkung zwischen Sonne, Erde und Mond. In den Tagen rund um den Neumond ist er besonders gut zu beobachten: Die dunkle Seite des Mondes erscheint dabei wie in aschfarbenes Licht getaucht.
Die Ursache? Sonnenlicht trifft auf die Tagseite der Erde und wird dort von Wolken, Meeren und Land reflektiert. Dieses reflektierte Licht beleuchtet dann die unbeleuchtete Mondseite – und wird von dort erneut zur Erde zurückgeworfen. Auf diesem Umweg verliert das Licht an Intensität und wirkt dadurch diffus und geisterhaft – aber umso faszinierender.
Wann ist der Da Vinci Glow zu sehen?
Die besten Chancen für eine Sichtung bestehen:
- wenige Tage nach Neumond am Abendhimmel nach Sonnenuntergang
- oder kurz vor Sonnenaufgang in den Tagen vor Neumond
Dann ist nur eine schmale Mondsichel sichtbar, während der Rest des Mondes in einem fahlen Schimmer leuchtet – wie mit Asche überzogen.
Der nächste Neumond fällt in diesem Monat auf den 27. April.
Optimale Bedingungen für die Beobachtung des Da Vinci Glows
- ein klarer, dunkler Himmel ohne Lichtverschmutzung
- Frühjahrsmonate auf der Nordhalbkugel, insbesondere April und Mai
Warum ist der Erdschein im Frühling besonders stark?
Studien zeigen, dass der Erdschein im Frühling um bis zu 10 % intensiver leuchten kann. Der Grund: In dieser Jahreszeit reflektieren weitläufige Wolkendecken besonders viel Sonnenlicht zurück ins All – und somit auch auf den Mond. Das verstärkt das geheimnisvolle Leuchten des Erdlichts.
Neben seiner Schönheit liefert das Phänomen auch wertvolle Hinweise zur Entwicklung des Erdklimas, denn es verrät, wie viel Sonnenstrahlung die Erde reflektiert.
Leonardo da Vinci: Der Namensgeber
Schon 1510 erkannte Leonardo da Vinci den Ursprung des Erdscheins. In seinem Codex Leicester beschrieb er ihn als Rückstrahlung des Sonnenlichts über die Erde auf den Mond. Zu Ehren seines Entdeckers trägt das Naturphänomen heute den Namen Da Vinci Glow.