Lazar Crailsheim: Tönnies darf Crailsheimer Firma übernehmen

Der Fleischproduzent Tönnies hat freie Bahn - das Bundeskartellamt hat dem Kauf der Crailsheimer Firma Lazar zugestimmt.
Guido Kirchner (dpa)Wie das Bundeskartellamt mitteilt, hat es Deutschlands größtem Fleischkonzern Tönnies grünes Licht gegeben, die Firma Lazar GmbH in Crailsheim zu kaufen. Demnach beschäftigt Lazar speziell für die Arbeit in Schlachtbetrieben ausgebildete Arbeitskräfte, sogenannte Zerleger, die überwiegend aus Südosteuropa stammen. Auf die Übernahme einer zweiten Lazar–Firma muss Tönnies jedoch verzichten.
Mit dem Kauf reagiert Tönnies auf die schärferen Regeln für die Fleischindustrie, die nach den massiven Corona–Ausbrüchen bei Tönnies und in anderen Betrieben der Branche auf den Weg gebracht wurden. Ein Gesetzentwurf von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) sieht vor, dass in größeren Betrieben ab dem 1. Januar 2021 im Kerngeschäft Schlachtung, Zerlegung und Fleischverarbeitung keine Werkvertragsarbeiter und ab dem 1. April 2021 auch keine Leiharbeiter mehr beschäftigt werden dürfen.
Durch den ursprünglich geplanten Erwerb der beiden Lazar–Gesellschaften hätte Tönnies auch Arbeitskräfte übernommen, die in Betrieben von mittelständischen Wettbewerbern tätig sind. Damit hätte Tönnies seine eigene Marktposition zum Nachteil der Konkurrenten weiter stärken können, teilte das Kartellamt mit. Nach Bedenken der Behörde habe Tönnies die Anmeldung zurückgenommen. Beide Lazar–Gesellschaften beschäftigen den Angaben zufolge rund 350 Arbeitnehmer. Tönnies hatte angekündigt, bis Mitte September sollten die ersten 1000 Werkvertragsarbeiter fest eingestellt werden.
