„Shopping-Tourismus bereitet mir keine Sorgen“: Entspannt blickt der Oberbürgermeister von Bielefeld, Pit Clausen, auf die mögliche Öffnung des Einzelhandels kommende Woche in seiner Stadt mit einer aktuellen Inzidenz von 28,1. Bei „19 – die Chefvisite“ argumentiert er, dass den vorgeschriebenen Mindest-Inzidenzwert von 50 in Nordrhein-Westfalen nur zehn Städte unterschreiten würden – „in vielen anderen Städten kann der Händler aber Kunden nach Anmeldung bedienen“. Daher erwarte er nicht, „dass jemand zum Schuhkaufen nach Bielefeld kommt“.
Bei den niedrigen Fallzahlen hat laut Clausen eine Rolle gespielt, dass die Stadt nach örtlichen Auffälligkeiten gesucht habe und dann „mit Milieu-spezifischen Ansprachen“ auf bestimmte Einwohner zugegangen sei – „sehr sensibel, zielorientiert“, um Diskriminierung zu vermeiden. Wichtig für den SPD-Politiker: „Vorbild sein – in allen Lebensbereichen. Wir können die Krise nur bewältigen, wenn jeder das zu seiner Sache macht.“
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Clausen betont, dass die Politik weiter flexibel auf die Entwicklung der Pandemie reagieren müsse. „Hand an der Notbremse“, nennt er seinen Kurs. Krisenmanagement bedeute, „bei veränderter Faktenlage nachzusteuern“. Er warb um Verständnis bei Einzelhändlern und Gastronomen, dass sich diese immer wieder auf neue Regeln einstellen müssten. Aber: „In einer Krise gibt es nur eine begrenzte Planbarkeit“, so Clausen. Nach den jüngsten Beschlüssen der Ministerpräsidenten und der Bundeskanzlerin treten bei einem Inzidenzwert von 100 in einer Region die scharfen Lockdown-Maßnahmen wieder in Kraft.