Konzerte? Abgesagt! Festivals? Abgesagt! Fußballspiele? Abgesagt! Der Kreuzfahrturlaub im Sommer? Ja, was passiert mit dem Urlaub? Diese Frage stellen sich momentan tausende Menschen in Deutschland.
Die Corona-Pandemie hat die touristische Schifffahrt zum Stillstand gebracht. Mit jedem Tag wächst die Unsicherheit bei den Reedereien, bei den Kunden. Die wichtigsten Fragen und Antworten zur aktuellen Situation im Überblick.

Was ist der aktuelle Stand?

Keine Reisen, keine Kunden, kein Geld – die Pandemie ist der Super-GAU für die Kreuzfahrtindustrie. Jede namhafte Reederei hat den Betrieb vorerst eingestellt. Branchen-Größen wie Aida oder Costa werden sogar vor Juni 2020 nicht mehr ablegen.

Wie wahrscheinlich sind Kreuzfahrten im Sommer?

„Das ist schwierig abzuschätzen“, sagt Oliver Buttler von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Die Situation ist verzwickt. Sicher ist, solange in nahezu allen Ländern strenge Einreisebeschränkungen gelten, ist eine Kreuzfahrtreise unmöglich. Die Behörden würden ausländische Passagiere in vielen Fällen überhaupt nicht an Land lassen. Unsicher ist, wann die Einreisebeschränkungen aufgehoben werden – und unter welchen Auflagen. Der Sommerurlaub hängt also vor allem davon ab, wie die Pandemie in den Urlaubsländern verlaufen wird.

Kann ich meinen Urlaub kostenfrei stornieren?

Eine Reise abzusagen ist ärgerlich. Noch ärgerlicher ist es, wenn der Reiseveranstalter trotzig reagiert. Dabei ist die rechtliche Situation klar: Wenn es einen triftigen Grund gibt, ist die Stornierung kostenlos, sagt Verbraucherschützer Buttler. Triftige Gründe sind etwa Einreisestopps im Urlaubsland und eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes. Das hatte im März eine weltweite Reisewarnung zunächst bis Ende April ausgesprochen. Diese Reisewarnung wurde dann noch einmal bis zum 14. Juni verlängert. Vorerst. Aktuell ist kaum absehbar, welche Auslandsziele im Sommer überhaupt bereist werden können.
Wie es in den Sommermonaten aussieht, ist noch unklar. Für Kunden bedeutet das: Stornogebühren bezahlen. Vorerst. „Sollte die Reise abgesagt werden, erhält man die Gebühren zurück“, sagt Buttler.
Kein Corona auf Cookinseln Die coronafreie Zone im Pazifik

Cookinseln

Stornierung: Muss der Veranstalter den Betrag bar auszahlen?

Ja! „Es besteht eine Rückzahlpflicht in bar“, sagt Buttler. Gutscheine reichen nicht aus. Auch nicht, wenn der Veranstalter die Wertbons aufdrängen will. Kunden können diese annehmen – müssen es aber keineswegs. Denn: Noch gibt es keine Gesetzesverordnung die Gutscheine mit Geld gleichsetzt.

Kann man jetzt noch Kreuzfahrten für den Sommer buchen?

Gute Nachrichten für Spontanbucher: Manche Reedereien wie etwa TUICruises bieten auch jetzt noch Touren für den Sommer (ab Juli) an, zum Beispiel Griechenland. Ebenso Aida Cruises. Doch wer ein Schnäppchen wittert, muss aufpassen. „Man sollte nur buchen, wenn ich ein kostenfreies Stornorecht habe“, sagt Buttler. Das bieten momentan etliche Unternehmen an. Aida etwa verspricht, dass alle Neubuchungen bis 31. Juli 2020 bis 60 Tage vor Reisebeginn einmalig und kostenfrei umgebucht werden könnten.
Bei weiten Reisen solle man darauf achten, dass Flug und Schiff vom gleichen Anbieter verkauft werden. Der Grund: Die Pandemie trifft die Branche hart, Insolvenzen sind nicht ausgeschlossen. Geht eine Reederei plötzlich pleite, muss man eventuell Stornogebühren an die Fluggesellschaft zahlen – oder sitzt im Extremfall im Urlaubsland fest.

Muss der Veranstalter Schutzmasken und Desinfektionsmittel bereitstellen?

Das Risiko schwimmt mit. Gäste von Kreuzfahrtschiffen müssen momentan damit rechnen, dass ein Corona-Infizierter mit an Bord ist. Die Folgen können drastisch sein: Zahlreiche Schiffe durften in den vergangenen Wochen nicht anlegen. Wie kann das verhindert werden? Schutzmasken, Desinfektionsmittel und weitere Hygienemaßnahmen wären ein erster Schritt.
Ob und wie das auf den Schiffen umgesetzt wird, ist noch fraglich. Eine Verordnung, die für alle Schiffe gültig ist, gibt es nicht. Die Reedereien können jedoch eigene Regeln festsetzen. Etwa, dass jeder Gast seine eigene Schutzmaske mitbringen muss. Einem Bericht des Merkur zufolge ist die Hygiene auf den Schiffen in der Regel sehr gut.