Hat die Blutgruppe einen Einfluss auf das Risiko, am Coronavirus zu erkranken? Eine neue Studie aus Norwegen um Dr. Tom Karlsen vom Osloer Universitätsklinikum soll das nahelegen, berichten unter anderem ntv.de und rtl.de. Die Forscher sollen herausgefunden haben, dass Menschen mit einer bestimmten Blutgruppe ein höheres Risiko für einen besonders schweren Krankheitsverlauf haben. An der Studie waren auch Forscher der Uniklinik Kiel um Dr. Andre Franke beteiligt.
Sie konnten dem Bericht von ntv zufolge auf mehr als 1600 Blutproben von Patienten zurückgreifen, „die auf dem Höhepunkt der Epidemie in sieben Kliniken in Spanien und Italien wegen einer schweren Covid-19-Erkrankung behandelt wurden“. Die englischsprachige Vor-Veröffentlichung der Studie zur Bedeutung der Blutgruppen und einer Corona-Erkranung findet ihr hier.

Blutgruppen A+ und 0 - So ist das Risko einer Corona-Erkrankung

Vermutungen - unter anderem in China -, dass bei der Immunabwehr gegen Corona genetische Faktoren eine Rolle spielen könnten, hatte es schon länger gegeben. Wie ntv nun berichtet, wurde im Rahmen der Studie das DNA-Material der Patienten „extrahiert und an bestimmten Stellen untersucht, an denen es häufig zu Varianten kommt“. Die dabei gefundenen genetischen Merkmale wurden mit denen von 2205 gesunden Blutspendern aus beiden Ländern verglichen. Dabei fanden die Wissenschaftler heraus, dass Menschen mit dem Bluttyp A+ ein höheres Risiko für Atemversagen aufgrund von Covid-19 haben. Menschen mit Typ-0-Blut waren hingegen besser vor dem Virus geschützt.

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Das bedeuten Blutgruppen

Unter der Blutgruppe versteht man die spezifische Beschaffenheit des Blutes bei Menschen und Tieren. Man unterscheidet beim Menschen vier verschiedene Blut-Hauptgruppen: A, AB, B und 0. Zudem gibt es noch die Ausprägungen positiv und negativ. Die Studie der norwegischen und deutschen Wissenschaftler bestätigt die frühere Studie eines Forscherteams aus den chinesischen Metropolen Wuhan und Shenzen - den Ursprungszentren der Coronavirus-Pandemie.
Die norwegischen und deutschen Forscher verweisen in ihrer Vor-Veröffentlichung der Ergebnisse ihrer Studie darauf hin, dass es noch keine sogenannte „Peer Review“ gegeben habe, also eine weitere fachliche Begutachtung der in der Studie getroffenen Aussagen. Die Vor-Veröffentlichung der Studie stelle insofern zunächst mal neue medizinische Untersuchungen vor, die aber noch einer fachlichen Begutachtung und Bestätigung bedürfen und daher noch keine Umsetzung in der medizinischen Praxis erlauben. Eine englischsprachige Definition einer „Peer Review“ findet ihr hier.

Corona in BW: Zahl der Neuinfektionen geht wieder hoch

Von Donnerstag auf Freitag ist die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg Zahlen des Sozialministeriums zufolge wieder hochgegangen.