• Mit den steigenden Corona-Zahlen in Deutschland mehren sich auch die Impfdurchbrüche.
  • Als Impfdurchbruch wird eine Corona-Infektion trotz vollständiger Impfung bezeichnet.
  • Das RKI hält den Anstieg der Inzidenz auch bei Ungeimpften für erwartbar. Wieso?
  • Alle Infos: Was tun, wenn man Corona trotz Impfung hat? Wie lange muss man in Quarantäne?

Corona trotz Impfung: RKI begründet steigende Zahl der Impfdurchbrüche

Das RKI schreibt, es sei „erwartbar“, dass mit der Zeit mehr Impfdurchbrüche verzeichnet werden. So nennt man Covid-Erkrankungen bei vollständig Geimpften mit Corona-Nachweis durch einen PCR-Test. Das liege daran, dass immer mehr Menschen geimpft seien und sich das Virus derzeit wieder vermehrt ausbreite. „Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, als vollständig geimpfte Person mit dem Virus in Kontakt zu kommen.“ Schwere Krankheitsverläufe sind laut RKI bei Geimpften sehr selten. Aufgefallen war in Deutschland ein hoher Anteil von Infektionen nach der Einmalimpfung mit Johnson & Johnson. Menschen, die diesen Impfstoff bekommen haben, empfiehlt die Ständige Impfkommission mittlerweile unabhängig vom Alter, den Schutz mit einer zusätzlichen Dosis mRNA-Impfstoff zu verbessern.

Vollständig geimpft und trotzdem Corona – Was tun?

Wenn die zweite Impfung gegen Corona zwei Wochen zurück liegt, sollte es eigentlich nicht mehr passieren: ein positiver Schnelltest. Was tun, wenn es doch geschieht? Der Schnelltest sollte durch einen PCR-Test überprüft werden, rät das Robert Koch-Institut (RKI). Gleiches gilt auch für Geimpfte, wenn sie Kontakt mit einer infizierten Person hatten und Symptome entwickeln: Betroffene sollten zu Hause bleiben und Kontakte vermeiden.

Impfdurchbruch Corona: Wie lange muss man in Quarantäne?

Ist der PCR-Test positiv, sollte sich die- oder derjenige in Quarantäne begeben – egal, ob man geimpft oder ungeimpft ist, heißt es auf der Webseite des Bundesgesundheitsministeriums. Entwickeln Geimpfte oder Genesene nach Kontakt mit einer erkrankten Person keine Symptome, besteht laut Apothekenumschau keine Quarantänepflicht.

Schwere Covid-Verläufe: Dritte Impfung soll das verhindern

Laut RKI-Bericht sind wieder vermehrt Ausbrüche in medizinischen Einrichtungen sowie in Alten- und Pflegeheimen bekannt geworden. Erstmals seit der Woche vom 3. bis 9. Mai sei die Sieben-Tage-Inzidenz bei Menschen über 90 Jahren bereits vergangene Woche wieder auf über 50 gestiegen. Mit Hygienemaßnahmen und zunehmender Durchimpfung seien solche Ausbrüche zwar deutlich zurückgegangen, sie träten aber weiterhin auf und beträfen auch Geimpfte, hieß es. Hochaltrige sind besonders gefährdet, bei einer Corona-Infektion schwere und tödliche Verläufe zu erleiden. Für diese wird die dritte Impfung von der Stiko mit mRNA-Impfstoffen besonders empfohlen.

Viele Corona-Neuinfektionen bei Senioren, Kindern und Jugendlichen

Deutlich höhere Inzidenzen als Senioren verzeichneten laut RKI-Bericht jüngere Altersgruppen, in denen die Impfquoten niedriger sind. Während sich die Infektionszahlen insgesamt in Deutschland bereits auf einem deutlich höheren Niveau befinden als zur gleichen Zeit 2020, zeigt die Grafik, dass die Entwicklung bei den Ungeimpften noch deutlich dramatischer ist. Während sich die Infektionszahlen insgesamt in Deutschland bereits auf einem deutlich höheren Niveau befinden als zur gleichen Zeit 2020, zeigt die Grafik, dass die Entwicklung bei den Ungeimpften noch deutlich dramatischer ist.
„Insbesondere bei jetzt deutlich steigenden Fallzahlen sollte unabhängig vom Impf-, Genesenen- oder Teststatus das grundsätzliche Infektionsrisiko und der eigene Beitrag zur Verbreitung von Sars-Cov2 reduziert werden“, appellierte das RKI. Alle Menschen wurden aufgerufen, weiter die Verhaltensregeln zum Schutz vor Ansteckungen einzuhalten (Abstand, Hygiene, Maske, Lüften, Corona-Warn-App). Unnötige enge Kontakte sollten laut RKI-Empfehlung reduziert und „Situationen insbesondere in Innenräumen, bei denen sogenannte Super-Spreading-Events auftreten können“ möglichst gemieden werden.

Corona-Fälle auf Intensivstationen steigen besonders in BW und Bayern

„Eine absehbar schwere Herbst- und Winterwelle“ mit vielen Covid-19-Patienten, aber auch Erkrankten mit anderen Atemwegsinfektionen wie Grippe könne die Intensivmedizin in Deutschland „erneut an und über ihre Grenzen bringen“, wurde Stefan Kluge zitiert, Direktor der Klinik für Intensivmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Mit sehr hohen Inzidenzwerten sind Bayern und Baden-Württemberg auch weit vorne, was die Impfdurchbrüche angeht. Besorgniserregend entwickelt sich die Hospitalisierungsrate:
Die eigentliche 4. Welle hat jetzt begonnen und nimmt weiter Fahrt auf“, schrieb Divi-Experte Christian Karagiannidis bei Twitter. Es gebe noch immer eine sehr enge Korrelation zwischen Inzidenz und Neuaufnahmen auf Intensivstationen.