Einige Menschen, die sich bisher noch nicht für eine Corona-Impfung entschieden haben, wären vielleicht bald dazu bereit. Denn: Wie eine Studie im Auftrag des Bundesverbandes der Arzneimittel-Hersteller (BAH), die im Dezember 2021 durchgeführt wurde, zeigt, würden sich rund 30 Prozent der bisher Ungeimpften mit einem Totimpfstoff impfen lassen. 40 Prozent gaben demnach an, sich unter keinen Umständen gegen das Virus impfen lassen zu wollen.
  • Am 20. Dezember will die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) über die Zulassung des ersten Totimpfstoffs von Novavax entscheiden
  • Auch andere Hersteller berichten von ersten positiven Ergebnissen
  • Was ist ein Totimpfstoff?
  • Was ist der Unterschied zu den bisherigen Impfstoffen gegen Corona?
  • Wann wird mit der Zulassung in Deutschland gerechnet?

Wann kommt der Totimpfstoff Novavax?

Die EMA hat angekündigt, in der kommenden Woche über die Zulassung des Corona-Totimpfstoffs des US-Pharmakonzerns Novavax zu entscheiden. Das zuständige Arzneimittelkomitee werde am 20. Dezember zu einer außerordentlichen Sitzung zusammentreten, erklärte die EMA am Donnerstag (16. Dezember) auf Twitter. Dabei solle es um das von Novavax unter dem Namen Nuvaxovid entwickelte Vakzin gehen. Es wäre der erste in der EU zugelassene Totimpfstoff gegen das Coronavirus. Eine Zulassung für Novavax könnte also noch dieses Jahr kommen – was aber noch lange nicht bedeutet, dass der Impfstoff in Deutschland angekommen ist. Im Laufe des Jahres 2022 würde das Vakzin aber hier verimpft werden können.

Totimpfstoff Valneva: Zulassung in Europa noch dieses Jahr?

Für Valneva dauert es wohl noch etwas länger: Die für die Zulassung noch nötigen Daten fehlen noch. Die EMA wird den Impfstoff erst dann zulassen können, wenn die letzten Studiendaten vorhanden sind. Wann wird das passieren? Unbekannt. Aber, die EU hat mit Valneva bereits einen Vorab-Kaufvertrag abgeschlossen. Bis zu 22 Millionen Impfdosen könnte die EU 2022 demnach von Valneva bekommen. Novavax hatte gesagt, dass die Firma 2022 weltweit über zwei Milliarden Impfdosen herstellen könnte.

Bavarian Nordic: Impfstoff aus Bayern kommt nicht vor 2023

Die Firma Bavarian Nordic mit Sitz bei München arbeitet ebenfalls an einem Totimpfstoff. Doch dieser ist anders: Wie der „Merkur“ berichtet, soll der Impfstoff von Bavarian Nordic nur als Booster zum Einsatz kommen. Angeblich sei der Stoff als Booster sogar noch stärker als Biontech – so der Hersteller selbst.
Bis der Totimpfstoff von Bavarian Nordic kommt, kann es noch eine Weile dauern. Dem Bericht zufolge wird erst gegen Ende 2022 mit einem Antrag für die Zulassung gerechnet. Damit würde der Totimpfstoff frühestens 2023 in Deutschland verimpft werden können.

Totimpfstoffe und mRNA-Impfungen: Was ist der Unterschied?

Ein Totimpfstoff enthält für die Immunisierung abgetötete Bestandteile des neuartigen Coronavirus. Bislang sind in der EU nur Corona-Impfstoffe auf Grundlage anderer Methoden zugelassen: Die Vakzine von Biontech/Pfizer und Moderna auf Basis der mRNA-Technologie sowie die Vektorimpfstoffe von Astrazeneca und Johnson & Johnson.
Novavax verwendet für sein Vakzin das sogenannte Spike-Protein von Sars-CoV-2 und reproduziert dieses massenhaft in Insektenzellen. Das menschliche Immunsystem bildet nach der Impfung damit Antikörper gegen das Protein und kann so eine Covid-19-Erkrankung abwehren. Weil der Impfstoff sich - anders als beispielsweise das Biontech-Pfizer-Vakzin - bei Kühlschranktemperatur lagern lässt, gilt das Mittel auch als Hoffnungsträger für ärmere Länder.
Valneva ist ein sogenannter „Ganzvirusimpfstoff“ und enthält somit das komplette Virus, das aber unschädlich gemacht wurde. Der Körper wird also bei der Impfung mit dem gesamten Virus konfrontiert und nicht nur mit dem Spike-Protein (das Eiweiß des Virus).
Novavax und andere Totimpfstoffe stoßen unter anderem bei Menschen auf Interesse, die Vorbehalte gegen eine Immunisierung mit mRNA-Vakzinen oder Vektorimpfstoffen haben. Novavax hatte im Juni mitgeteilt, sein Corona-Vakzin habe eine Wirksamkeit von rund 90 Prozent.
Die mRNA-Impfstoffe geben dem Körper einen Bauplan für das Spike-Protein, das das Virus bedeckt. Auch Vektorimpfstoffe funktionieren so - es gibt lediglich eine Abweichung darin, wie der Bauplan dem Körper „erklärt“ wird.