Schweden ging im Gegensatz zu seinen skandinavischen Nachbarn sowie dem Großteil Europas deutlich freizügiger mit den Beschränkungen im Kampf gegen die Corona-Krise um.

Aktuelle Zahlen der Corona-Fälle und Toten in Schweden

In Schweden leben rund 10,2 Millionen Menschen. Nach Angaben der Johns Hopkins Universität, Stand 04. Juni, 09.32 Uhr, sind:
  • 4542 Menschen in Schweden bislang am Coronavirus gestorben.
  • 4971 Menschen gelten als geheilt.
Das geht aus Zahlen der Johns-Hopkins-University hervor, die im Internet in einer interaktiven Karte veröffentlicht werden.

Was ist in Schweden erlaubt war und wo es Beschränkungen gab

Schweden stand wegen seines Umgangs mit der Corona-Pandemie im Fokus.
  • In Schweden waren bislang Versammlungen von bis zu 50 Menschen erlaubt
  • Es galten keine Ausgangsbeschränkungen
  • Restaurants, Bars und Cafés sind geöffnet
  • Geschäfte sind geöffnet
  • Die meisten Schulen wurden weiterhin besucht, ebenso Kindergärten
  • Die Schweden wurden dazu aufgefordert, Abstand zueinander zu halten
  • Die Reisewarnung war nicht verbindlich
  • In den Lokalen sollte ausreichend Abstand zwischen den Gästen gewährleistet sein.

Schweden räumt Fehler während der Corona-Krise ein

Update, 04. Juni 2020, 10:42 Uhr

Schwedens Chef-Virologe hat Verbesserungspotenzial beim vergleichsweise lockeren Corona-Kurs der Regierung eingeräumt.

Schweden meldet nach Tag ohne Corona-Tote acht neue Todesfälle

Update, 01. Juni 2020, 16:40

Schweden hat am Montag acht neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet, nachdem der Sonntag der erste Tag ohne Corona-Tote seit März gewesen war. Wie die staatliche Gesundheitsbehörde weiter mitteilte, stieg die Zahl der Todesfälle auf 4403. Etwa 37 800 Menschen infizierten sich bisher. Den ersten Todesfall hatte das skandinavische Land am 11. März registriert

Schweden verzeichnet ersten Tag ohne Corona-Tote seit März

Update, 31. Mai 2020, 16:30 Uhr

Erstmals seit März hat es in Schweden innerhalb von 24 Stunden keinen neuen Todesfall im Zusammenhang mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 gegeben. Dies teilte die nationale Gesundheitsbehörde am Sonntag mit. Insgesamt starben in dem skandinavischen Land nach amtlichen Angaben infolge der Pandemie seit dem 11. März annähernd 4400 Menschen. Etwa 37.500 Menschen haben sich infiziert.
Die relativ hohe Zahl - gemessen an zehn Millionen Einwohnern - sei vor allem auf Infektionen in Pflegeheimen in und um die Hauptstadt Stockholm zurückzuführen, heißt es. Anders als in vielen anderen Ländern hat Schweden Schulen und Kindergärten nicht geschlossen. Die Bürger wurden lediglich gebeten, Abstand zu halten und sich immer wieder die Hände zu waschen.

Dänemark und Norwegen gehen auf Distanz

Update vom 27.05.

In Dänemark wollen mehrere Oppositionsparteien, dass die Grenzen möglichst schnell für die wirtschaftlich wichtigen deutschen Touristen geöffnet wird, aber nicht für schwedische. Auch im Land Norwegen bestehen Bedenken, dass eine Grenzöffnung zu Schweden zu mehr Ansteckungen führen ­könnte.

Weiterhin proportional mehr Tote als in Nachbarländern

Update vom 26. 05

Die Zahl der Corona-Todesfälle in Schweden ist auf 4029 gestiegen. Das meldeten die schwedischen Gesundheitsbehörden. Das nordeuropäische Land, das zuletzt durch weniger strikte Maßnahmen gegen das neue Coronavirus auf sich aufmerksam machte, verzeichnet mittlerweile eine wesentlich höhere Sterberate als seine skandinavischen Nachbarländer.
Die Website Worldometer meldet folgende Zahlen zu den Corona-Toten pro eine Million Einwohner.
  • Schweden: 399
  • Dänemark: 97
  • Finnland: 56
  • Norwegen: 43
Der schwedischen Regierung war zuletzt vorgeworfen worden, durch den Verzicht auf konsequente Maßnahmen mit dem Leben ihrer Bürger zu spielen.

Höchste Sterberate in Schweden seit Jahren

Update vom 19. 05.

Schweden hat im April die seit Jahren höchste Sterberate verzeichnet. Wie die schwedische Statistikbehörde am Montag mitteilte, starben in Schweden, das 10,3 Millionen Einwohner hat, im vergangenen Monat 10.458 Menschen. Das sind mehr als in allen anderen Monaten der vergangenen Jahrzehnte. "Wir müssen bis zum Dezember 1993 zurückgehen, um mehr Tote in nur einem Monat zu haben", erklärte Tomas Johansson von der Statistikbehörde. Im gesamten Jahr 1993 verzeichnete Schweden mehr als 97.000 Todesfälle – die höchste Rate seit 1918, als auch in Schweden die Spanische Grippe grassierte. Eine offizielle Erklärung für die hohe Zahl der Todesfälle 1993 gibt es Johansson zufolge nicht. Allerdings wurde Schweden in jenem Jahr von einer Grippewelle heimgesucht.

Kritik von Experten an Schwedens Weg

Update vom 15.05.

Im Vergleich zu seinen skandinavischen Nachbarn ringt Schweden mit hohen Infektions- und Todesfallzahlen. Das Land hält dennoch weiter an seiner von vergleichsweise freizügigen Maßnahmen geprägten Corona-Strategie fest. Dagegen sträubt sich im Land eine Reihe von Wissenschaftlern, die nun Kritik an der Hoffnung auf Herdenimmunität übt, die sich in Stockholm breitgemacht hat.
„Sich auf eine künftige Herdenimmunität zu verlassen, ist sowohl unrealistisch als auch gefährlich“, monierten 22 Forscher, darunter Virologen, Infektionsärzte und Lungenmediziner, in einem von der Zeitung „Dagens Nyheter“ veröffentlichten Meinungsbeitrag. Von einer solchen Immunität befinde man sich zudem noch weit entfernt. „Anstatt Menschen sterben zu lassen, sollten wir Menschen am Leben erhalten, bis wirksame Behandlungen und Impfstoffe eingesetzt werden können“, erklärten die Wissenschaftler.

Verlängertes Einreiseverbot aus Nicht-EU-Ländern bis 15. Juni

Update vom 15.05.

Schweden hat sein in der Corona-Krise erlassenes vorübergehendes Einreiseverbot um einen weiteren Monat bis zum 15. Juni verlängert. Das Verbot, das die schwedische Regierung bereits am 19. März eingeführt hatte, gilt für alle Menschen, die von außerhalb der EU, Großbritanniens und der Länder der Europäischen Freihandelszone nach Schweden reisen wollen. Der Entschluss zur Verlängerung wurde auf Empfehlung der EU-Kommission getroffen und soll wie bereits zuvor die Ausbreitung des Coronavirus verringern, wie das schwedische Justizministerium am Donnerstag mitteilte.

Schweden verlängert Warnung vor Auslandsreisen bis Juli

Update vom 14.05.

Angesichts der Corona-Krise verlängert die schwedische Regierung ihre Warnung vor Auslandsreisen bis Juli. Die Empfehlung von nicht notwendigen Reisen ins Ausland bleibe nun bis zum 15. Juli in Kraft, sagte Ministerpräsident Stefan Löfven am Mittwoch. Im Gegenzug sollen die Bestimmungen für Inlandsreisen gelockert werden. Reisen, die innerhalb von ein bis zwei Stunden Fahrtzeit vom Wohnort entfernt liegen, seien nun wieder erlaubt, sagte Löfven bei einer Pressekonferenz in Stockholm. Trotz der Reiselockerung im Inland appellierte er an die Bürger: "Ich möchte betonen, dass dies nicht bedeutet, dass alles wieder normal ist", sagte Löfven. "Bei diesen Reisen gilt nach wie vor der gesunde Menschenverstand, große Vorsicht und eine noch größere Verantwortung."

Schweden will neue Stellen im Gesundheits- und Pflegewesen schaffen

Update vom 14.05.

Stockholm kündigte an, bis zu 10.000 neue Stellen in der Altenpflege zu schaffen. Von den mehr als 3.400 Todesfällen in Schweden trat fast die Hälfte in Pflegeeinrichtungen für ältere Menschen auf. Stockholm kündigte nun an, bis zu 10.000 zusätzliche unbefristete Stellen im Gesundheits- und Pflegewesen zu schaffen, um die Versorgung älterer Menschen zu verbessern. „Die Epidemie hat gezeigt, dass die Versorgung älterer Menschen prekär ist, und dies hat strukturelle Hintergründe", sagte Gesundheitsministerin Lena Hallengren am Mittwoch. "Es ist vor allem eine Frage der personellen Voraussetzungen", fügte sie hinzu. Die Regierung will 2,2 Milliarden Kronen (208 Millionen Euro) investieren, um bislang ungelernten Pflegekräften eine bezahlte Ausbildung am Arbeitsplatz zu ermöglichen. Nach Abschluss soll ihnen dann ein unbefristeter Vertrag angeboten werden.

Skandinavische Fluggesellschaft verliert 96 Prozent ihrer Kunden

Update vom 10.05.

Die skandinavische Fluggesellschaft SAS hat angesichts der Corona-Krise im vergangenen Monat fast 96 Prozent weniger Passagiere befördert als ein Jahr zuvor. Im April reisten nur noch rund 94.000 Menschen im regulären Flugbetrieb mit SAS, wie die Airline am Freitag mitteilte. Das war ein Rückgang um 95,6 Prozent im Vergleich zum April 2019. Die Auslastung der Passagiermaschinen sank um fast 48 Prozentpunkte auf 26,6 Prozent, während SAS nur noch einen stark begrenzten Flugbetrieb in Norwegen und Schweden aufrechterhielt.

Staatsepidemiologe Anders Tegnell steht für den schwedischen Sonderweg

Update vom 08.05.

In Schweden wurden weitaus mehr Infizierte mit dem Coronavirus registriert als in den anderen nordischen Ländern. Ungeachtet der hohen Zahlen vertrauen Schwedens Regierung und Gesundheitsbehörde auf den Staatsepidemiologen Anders Tegnell. Er steht symbolhaft für den schwedischen Sonderweg. Von Schul- und Grenzschließungen hält er nichts, auch sonst ist seine Strategie eine andere als die, die fast alle anderen in Europa gewählt haben.
Wie focus berichtet, gibt es in der schwedischen Bevölkerung sehr große Unterstützung für Tegnell. Wie aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Sifo hervorgeht, empfinden zwei Drittel der Befragten die ergriffenen Maßnahmen als genau richtig. Nur 15 Prozent sind der Meinung, dass die Regierung hätte strenger vorgehen müüsen.

99 Tote durch Corona binnen 24 Stunden in Schweden

Update vom 07.05.

In Schweden sind inzwischen mehr als 3000 Menschen nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Die Zahl der Todesopfer habe sich binnen 24 Stunden um 99 auf 3040 erhöht, teilte die staatliche Gesundheitsbehörde am Donnerstag mit. Insgesamt seien 24.623 Infektionen nachgewiesen worden.

Wird 2020 ein historischer Wendepunkt in Schweden?

Update vom 06.05.

Die konservative schwedische Tageszeitung „Svenska Dagbladet“ schrieb am Mittwoch zur Corona-Situation 75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges: „Viele reden davon, dass Corona ein historischer Wendepunkt für die Menschheit sei. Es wird dauern, ehe wir das wissen. Aber in den heutigen Tagen können wir den größten Wendepunkt der modernen Geschichte verzeichnen: 1945 begann ein neues Zeitalter, der Mai 1945 scheint uns nie wirklich zu verlassen. Er ist die „Stunde Null“, als Europa in Trümmern lag. 1945 wurde ein Ausgangspunkt, der Beginn unserer modernen Geschichte. Vielleicht werden die Klimaveränderungen die größte historische Umstellung unserer Zeit sein. Aber manchmal kommen die Wendepunkte der Geschichte unerwartet. Ob Forscher und andere in 75 Jahren das Corona-Jahr 2020 als Start einer großen historischen Veränderung beschreiben werden, weiß man noch nicht.“

Corona-Reproduktionszahl in Schweden unter 1,0 gesunken

Update vom 04.05.

Die Zahl neuer Corona-Ansteckungen geht nach Angaben der nationalen Gesundheitsbehörde in Schweden zurück. Der schwedische Staatsepidemiologe Anders Tegnell bestätigte im Gespräch mit dem Sender SVT, dass die sogenannte Reproduktionszahl seit einigen Tagen unter 1,0 liege. Dies besagt, dass ein mit dem neuartigen Coronavirus infizierter Schwede durchschnittlich weniger als einen weiteren Schweden ansteckt. „Das bedeutet, dass die Pandemie allmählich abebben wird“, erklärte Tegnell.Eine Zusammenstellung der schwedischen Gesundheitsbehörde zeigt, dass die Reproduktionsrate im Land seit dem 10. April relativ stabil bei rund 1,0 lag. Am 1. April hatte sie demnach noch 1,40 betragen, am 25. April - dem letzten bislang veröffentlichten Wert - nach mehrtägigem Rückgang nur noch 0,85.

Umfrage zeigt: 30 Prozent der Schweden sind unzufrieden

Update vom 04.05.

Am Samstag wurde eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ipsos in sechs europäischen Ländern und Neuseeland veröffentlicht. In Schweden, das weniger drastische Corona-Maßnahmen ergriff als der Rest der Welt, liegt die Rate der Unzufriedenen bei 30 Prozent. Die Zukunftsaussichten beurteilen in Schweden 21 Prozent der Menschen pessimistisch. Für ihre repräsentative Umfrage hatte Ipsos im Auftrag des französischen Politikforschungsinstituts Cevipof und mehrerer internationaler Partner zwischen dem 16. und 24. April mindestens 1000 Menschen in jedem der Länder online befragt.

Vergleichsweise hohe Sterberate in Schweden

Update vom 03.05.

Schweden geht in der Corona-Krise seinen eigenen Weg. Allerdings ist die so genannte Corona-Inzidenz, also die Zahl der Virus-Infektionen oder der Covid-19-Todesfälle pro 100.000 Einwohner relativ hoch. Laut N-TV hat Schweden mit seinen 10,3 Millionen Einwohnern auf die Bevölkerungszahl gerechnet inzwischen zeitweise mehr registrierte Infektionsfälle als Deutschland. Bei den Todesfällen ist die Zahl pro Einwohner sogar mehr dreimal so hoch. In Skandinavien hat Schweden die höchste Opferzahl und auch auch die höchsten Fall- und Todesfall-Inzidenzen. In Schweden beträgt demnach der Todesfall-Anteil 12,3 Prozent der Infektionen. In Dänemark sind es dagegen nur rund 4,8 Prozent, und in Norwegen etwa 2,7 Prozent.

Stuttgart

Schwedens Chef-Epidemiologe Anders Tegnell gesteht Fehlprognosen ein

Update vom 30.04.

Anders Tegnell ist Schwedens Chef-Virologe. Im Gegensatz zu vielen anderen Virologen hatte er Schweden zu den lockeren Corona-Maßnahmen geraten, immer eine Herdenimmunität befürwortet und über strengere Maßnahmen im Rest der Welt regelmäßig den Kopf geschüttelt. Im schwedischen Fernsehen gab er jedoch nun zu, sich geirrt zu haben. In der Sendung „Aktuell“ konfrontierte man ihn mit seinen früheren Prognosen. Diese hatten sich sich später als falsch herausgestellt haben.
Tegnell hatte ncoh im Januar gesagt, dass das Virus sich niemals ausbreiten und in Wuhan nicht verlassen würde. Nun sagt er zu seiner Verteidigung: „Ich war nicht der einzige, der sich geirrt hat.“
Auf die Frage, ob er eine seiner Einschätzungen bereut, antwortete er: „Man hätte Senioren in Alten- und Pflegeheimen früher schützen müssen. Aber wir haben keine Kristallkugel, in der wir in die Zukunft schauen können.“

Mehr als 20.000 Corona-Fälle in Schweden

Update vom 29.04.

In Schweden sind inzwischen mehr als 20.000 Menschen an Covid-19 erkrankt. Mehr als die Hälfte ist in oder rund um die Hauptstadt Stockholm verzeichnet.

Volvo will 1300 Stellen in Schweden abbauen

Update vom 29.04.

Der Fahrzeughersteller Volvo Cars will in seiner schwedischen Heimat über Tausend Stellen abbauen. Die Positionen von 1300 Angestellten werden gestrichen, wie der Autobauer am Mittwoch mitteilte. Darüber hinaus werde die Zahl der Berater um etwa 300 verringert, sagte Konzernchef Håkan Samuelsson im schwedischen Radio. Damit wolle man die Kosten senken und das Geschäft neu ausrichten, erklärte Volvo. Auch die Coronavirus-Pandemie habe zu dem Entschluss beigetragen. „Die Corona-Krise trifft die Wirtschaft mehr als wir anfangs angenommen haben“, sagte Samuelsson.

Einbruch der Wirtschaft in Schweden befürchtet

Update vom 29.04.

Die Aussichten für die schwedische Wirtschaft sind nicht besonders gut. Der internationale Währungsfonds (IWF) rechnet für das weitere Jahr 2020 mit einem BIP-Verlust von 6,8 Prozent. Das entspricht in etwa dem erwarteten Wert in Deutschland von 7 Prozent.

Skandinavische Fluggesellschaft SAS enlässt 40 Prozent der Mitarbeiter

Update vom 28.04.

Die skandinavische Airline SAS will in der Corona-Krise fast die Hälfte ihrer Mitarbeiter entlassen. Das Unternehmen rechnet nach eigenen Angaben vom Dienstag, 28.04., mit einer anhaltenden Schwächung des Luftverkehrs und kündigte deshalb an, sich von 5000 Angestellten zu trennen. Dies entspricht rund 40 Prozent der Beschäftigten, wie SAS-Generaldirektor Rickard Gustafson der Nachrichtenagentur TT sagte.

Erste Restaurants wegen Corona-Verstößen geschlossen

Update vom 26.04.

Bislang haben in Schweden Gaststätten geöffnet. Immer wieder kam es jedoch zur Missachtung der Empfehlungen im Kampf gegen das Coronavirus. Schwedens Regierung drohte den bislang geöffneten Gaststätten in Stockholm deshalb mit der Schließung. Restaurants und Straßencafés in der Hauptstadt sollten intensiver überprüft werden, ob sie die Empfehlungen der nationalen Gesundheitsbehörde einhielten, sagte Innenminister Mikael Damberg am Freitag auf einer Pressekonferenz.
Am Wochenende sind in Stockholm nun mehrere Bars und Restaurants wegen Verstößen gegen die Corona-Richtlinien vorübergehend von den Behörden geschlossen worden. In den fünf dicht gemachten Lokalen seien die Vorgaben für den Abstand zwischen den Gästen missachtet worden, begründete der Chef der Gesundheitsdienste der schwedischen Hauptstadt, Per Follin, am Sonntag die Maßnahme.Trotz vorheriger Inspektionen und der Möglichkeit zur Korrektur hätten die Betreiber der Lokale die Vorschriften und Empfehlungen der schwedischen Gesundheitsbehörde zum Kampf gegen die Corona-Verbreitung nicht erfüllt, teilte die Region Stockholm am Sonntagabend mit. Die Schließungen hätten vor allem mit dem Gedränge sowohl im Lokal als auch davor zu tun. Die Lage im Gesundheitswesen sei extrem angespannt, weshalb die Ausbreitung des Coronavirus abgebremst werden müsse.

Profifußball startet in Schweden am 14. Juni mit Fans

Update vom 22.04.

In Schweden rollt ab Mitte Juni wieder der Ball – und das nach derzeitigem Stand sogar vor Zuschauern. In den ersten beiden Fußball-Profiligen Allsvenskan und Superettan soll ab dem 14. Juni wieder gespielt werden. Auf diesen Termin einigten sich die Verantwortlichen am Dienstag nach einer Videokonferenz mit allen 32 Klubs. Ziel sei trotz der Corona-Pandemie immer noch, alle Fußballspiele vor Zuschauern in den Stadien auszutragen, hieß es in einer Mitteilung. Die Klubs wollen dabei ständig die Entwicklungen rund um die Coronakrise und alle neuen Anweisungen der Behörden und der Regierung im Blick behalten.

Ministerpräsident Löfven spricht eine Warnung aus

Update vom 22.04.

Während im Rest von Europa strenge Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus gelten, geht Schweden während der Pandemie seinen eigenen Weg. Doch wie der Nachrichtensender n-tv berichtet, schlägt die Regierung immer ernstere Töne an. Nun redet Ministerpräsident Stefan Löfven seinen Landsleuten wieder ins Gewissen – es klingt wie eine letzte Warnung.Die Regierung fordert die Bürger jetzt erneut mit Nachdruck dazu auf, sich an die Empfehlungen zur Eindämmung des Virus zu halten. "Die Gefahr ist noch lange nicht vorbei", sagte Ministerpräsident Stefan Löfven bei einer Pressekonferenz, über die die Zeitung "Svenska Dagbladet" berichtet. Die überwiegende Mehrheit der Bürger habe sich bisher an die Empfehlungen wie die Abstandsregeln gehalten. Doch die schwedische Regierung sei bereit, zusätzliche Beschränkungen aufzuerlegen, falls dies erforderlich sein sollte. Es gehe derzeit nicht darum, Einschränkungen zu lockern, sagte Löfven. Das Gegenteil sei der Fall: Es gehe nicht um Wochen, sondern um Monate.

Wissenschaftler fordern schwedische Regierung zum Umdenken auf

Update vom 21.04.

Diese Sicht teilen 2000 Wissenschaftler nicht – sie haben die schwedische Regierung zuletzt in einem Brief zum Umdenken aufgefordert. Unter ihnen ist Bo Lundbäck, Professor für klinische Epidemiologie von Lungenerkrankungen in Göteborg. Er hält die hohen Todeszahlen für inakzeptabel und den Preis, den Schweden im Corona-Kampf bezahlt, für zu hoch. „Ich sehe nicht, dass Schweden eine konkrete Strategie verfolgt und ich sehe auch keinen Trend“, sagt er im Gespräch mit der Deutsche Presse-Agentur. „Die Richtlinien sind viel zu vage und die Menschen sind verwirrt.“

Gibt es in Schweden im Mai Anzeichen für Herdenimmunität?

Update vom 21.04.

Tegnell sagte am Donnerstag in einer Debatte im norwegischen Fernsehen, mathematischen Modellen zufolge sei es möglich, dass in Stockholm bereits im Mai Anzeichen für eine Herdenimmunität zu sehen sein könnten. Er geht davon aus, dass Schweden sich in einer anderen Phase als seine Nachbarn befinde und deshalb höhere Zahlen habe. Durch die Herdenimmunität könne die Verbreitung des Virus gestoppt werden, weil immer mehr Menschen dagegen immun sind – sei es, weil sie die Krankheit überwunden haben oder geimpft wurden.

Schwedische Möbelkette Ikea verrät wegen Corona-Krise Rezept für Köttbullar

Update vom 20.04.

Aufgrund der Corona-Krise sind in Deutschland alle Ikea-Filialen geschlossen. Wer trotzdem nicht auf eine Portion Ikea-Köttbullar verzichten will, muss nur in den nächsten Supermarkt gehen und die entsprechenden Zutaten kaufen. Denn das schwedische Möbelhaus hat via Twitter das Geheim-Rezept seiner berühmten Köttbullar bekanntgegeben.

Tochterunternehmen von Airline Norwegian melden Insolvenz an

Update vom 20.04.

Vier Tochtergesellschaften der norwegischen Fluggesellschaft Norwegian melden Insolvenz an. Dies sei am Montag, 20. April, beschlossen worden, teilte die Airline auf ihrer Internetseite mit. Es handelt sich demnach um Gesellschaften in Dänemark und Schweden, bei denen die Piloten und das Kabinenpersonal beschäftigt sind. Norwegian Air Shuttle entlässt 4700 Beschäftigte.

Schwedische Prinzessin Sofia hilft im Krankenhaus

Update vom 18.04.

Während der Corona-Pandemie in Schweden gibt es royale Unterstützung: Prinzessin Sofia hilft in einem Krankenhaus aus. Die 35-Jährige absolvierte vergangene Woche einen dreitägigen Crash-Kurs, um nun dort mit anzupacken, wo Hilfe benötigt wird. Die Prinzessin hat ihren Dienst als Pflegehelferin in der Sophiahemmet-Klinik (deutsch: „Sophia-Heim“) in Stockholm bereits vor dem Wochenende angetreten.

Schweden will Corona-Testkapazitäten drastisch erhöhen

Update vom 17.04.

Die schwedische Regierung hat angekündigt, die Coronavirus-Testkapazitäten drastisch hochzufahren. Arbeitgeber sollen Proben einsammeln: Angestellte in Schlüsselberufen wie Polizisten und Feuerwehrleute sowie Menschen mit starken Symptomen und Mitarbeiter im Gesundheitswesen sollen in den kommenden Wochen vorrangig auf das Virus getestet werden.
Die Testkapazitäten sollten schon bald auf 50.000 bis 100.000 Tests pro Woche ausgeweitet werden, sagte Gesundheitsministerin Lena Hallengren bei einer Pressekonferenz. Bislang wurden landesweit 75.000 Menschen auf den Erreger Sars-Cov-2 getestet. Die staatliche Gesundheitsbehörde erklärte, zur Erhöhung der Testkapazitäten sollten in den kommenden Wochen Arbeitgeber verpflichtet werden, Test-Kits an ihre Angestellten auszugeben und so Proben einzusammeln. Zudem sollten auch Privatunternehmen zur Auswertung der Tests herangezogen werden.

Produktion bei Volvo in Schweden startet ab Montag wieder

Update vom 17.04.

Der schwedische Autobauer Volvo Cars nimmt am Montag, 20.04, die Produktion in seinem Werk im schwedischen Torslanda wieder auf. Das teilte das Unternehmen am Freitag auf seiner Internetseite mit. Das Werk war seit dem 26. März geschlossen, um zu vermeiden, dass sich die Angestellten gegenseitig mit dem Coronavirus anstecken.

So sieht es in Schwedens Nachbarländern Norwegen und Dänemark aus

In Schweden sind mittlerweile knapp 2200 Menschen mit Covid-19-Erkrankung gestorben (Stand: Sonntag, 27.04.2020, 8:31 Uhr). Schweden hat skandinavienweit die meisten Fälle vor Norwegen (mehr als 7500 Infektionen und etwas mehr als 200 Todesfällen) und Dänemark (rund 8700 Infektionen und 422 Todesfälle) registriert. Allerdings hat das Land mit seinen rund 10,3 Millionen Bewohnern auch fast doppelt so viele Einwohner wie Dänemark, Norwegen oder Finnland.

Finnland verschärft Grenzkontrollen zu Schweden

Die finnische Innenministerin Maria Ohisalo kündigte an, neben einer Verlängerung der Maßnahmen bis zum 13. Mai würden nun die Quarantäne-Vorschriften für Einreisende von Schweden verschärft. Arbeitnehmer aus dem Ausland müssten nun eine Bescheinigung des Arbeitgebers vorlegen und sich ebenfalls für 14 Tage in Quarantäne begeben. Die durch Lappland verlaufende Landgrenze zwischen Finnland und Schweden wird normalerweise täglich von tausenden Arbeitnehmern und Privatleuten überquert. Seit Beginn der Schutzmaßnahmen wird die Grenze immer noch von rund 2000 Menschen passiert.

Kritik an Schwedens Corona-Strategie: „Das wird schief gehen“

Update vom 04.04.

Schwedens Strategie - zunächst hochgelobter Sonderweg - ist mittlerweile umstritten. Dr. Georg-Christian Zinn, Direktor des Hygienezentrums Bioscientia Zentrum für Hygiene in Ingelheim etwa sagte am Samstag, 4.April, bei n-tv, dass er die schwedische Strategie als fahrlässig betrachte und meinte: „Das wird schief gehen.“ Schweden werde deswegen viele Infizierte haben und es werde mehr Tote geben.
Und selbst der schwedische Ministerpräsident Stefan Löfven rechnet nun mit Tausenden Todesfällen in seinem Land. Dass die Pandemie in Schweden langsamer verlaufe als in anderen Ländern, bedeute nicht automatisch, dass es deshalb weniger Schwerkranke oder weniger Tote geben werde, sagte Löfven am Freitag in einem Interview der Zeitung „Dagens Nyheter“.
Dass die Pandemie in Schweden langsamer verlaufe als in anderen Ländern, bedeute nicht automatisch, dass es deshalb weniger Schwerkranke oder weniger Tote geben werde, sagte Löfven weiter.

Klimaaktivistin Greta Thunberg demonstriert online

Update vom 03.04.

Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg demonstriert wegen der anhaltenden Coronavirus-Pandemie weiterhin nur online für mehr Klimaschutz. Den vierten Freitag in Folge rief sie ihre Follower auf Twitter und Instagram dazu auf, angesichts der Corona-Krise zu Hause zu bleiben und stattdessen in den sozialen Netzwerken größere Anstrengungen gegen die Klimakrise einzufordern. „Handelt verantwortlich“, schrieb die 17-Jährige zu einem Foto von sich, auf dem sie ein Blatt Papier mit der Aufschrift „Skolstrejk för klimatet“ (Schulstreik fürs Klima) in die Höhe hielt. „Eure Taten können für andere den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen.“
Thunberg hatte sich in einer Mietwohnung selbst isoliert, weil sie wegen verschiedener Symptome damit rechnete, infiziert zu sein. Getestet auf Covid-19 wurde sie aber nicht darauf.

Umgang mit Risikogruppen in Schweden

Update vom 01.04.

In einer Fernsehansprache rief Regierungschef Stefan Löfven dazu auf, "Verantwortung zu übernehmen" und sich an die offiziellen Empfehlungen zu halten. Konkret bedeutet das: wenn möglich im Homeoffice zu arbeiten, bei Krankheit zu Hause zu bleiben, Abstand zu halten. Zudem sollen Angehörige von Risikogruppen und Menschen über 70 nicht aus dem Haus gehen.

Größte Ski-Anlagen in Schweden wurden erst Anfang April geschlossen

Update vom 01.04.

In Schweden schlossen Anfang April die größten Ski-Anlagen, weil die medizinischen Dienste nicht überlasten werden sollten. Der Betreiber Skistar teilte etwa mit, dass die Saison in den Anlagen in Sälen, Vemdalen und Åre am 6. April vorzeitig beendet werde. Damit folge man dem Rat der Gesundheitsbehörden.
In Norwegen wurde die Schließung der Skistar-Gebiete in Trysil und Hemsedal bereits am 12. März angeordnet. In Schweden waren die Skigebiete lange Zeit weiterhin offen. Die vormals geltende, lockere Beschränkung auf 500 Teilnehmer einer Versammlung hatte unter anderem dazu geführt, dass in Skigebieten wie Åre bis vor kurzem noch bis zu 499 Menschen pro Veranstaltung Après-Ski feierten.

Besuche in Altersheimen sind in Schweden verboten

Update vom 31.03.

Die schwedische Regierung verbietet im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus alle Besuche in Altersheimen. Das gab die Regierung von Ministerpräsident Stefan Löfven am 31.03. auf einer Pressekonferenz in Stockholm bekannt. „Wir müssen gemeinsam alles tun, was wir können, um die Ansteckungen von den Altenheimen fernzuhalten“, sagte Sozialministerin Lena Hallengren.

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Versammlungen in Schweden begrenzt auf 50 Personen

Update vom 29.03.

Noch bis Ende März konnten sich in Schweden 500 Personen versammeln. Seit dem 29.03. gelten jedoch auch in Schweden im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus schärfere Begrenzungen von öffentlichen Versammlungen. Zusammenkünfte mit mehr als 50 Teilnehmern wurden verboten, wie Ministerpräsident Stefan Löfven in Stockholm bekanntgab. Von der Maßnahme seien unter anderem Examensfeiern, Hochzeiten und Beerdigungen betroffen.

Kindergärten, Schulen und Universitäten während der Corona-Pandemie

Im Gegensatz zu Deutschland und anderen Ländern behalten die Schweden auch ihre Vor- und Grundschulen geöffnet. Das heißt, Kindergärten und Grundschulen bis zur neunten Klasse sind in Schweden weiter offen. Gymnasien, Berufsschulen und Universitäten dagegen sind geschlossen und unterrichten ihre Schüler und Studenten aus der Ferne.

Restaurants und Cafés bleiben in Schweden geöffnet

Restaurants, Kneipen und Cafés bleiben in dem skandinavischem Land geöffnet. Ihre Gäste dürfen Betreiber aber nur noch am Tisch bedienen. An der Bar dürfen demnach keine Getränke oder Speisen mehr serviert werden. Take-Away-Speisen und Buffets sind von den Maßnahmen nicht betroffen.

Einreise nach Schweden

Wie das Auswärtige Amt mitteilt, hat Schweden vorübergehende Grenzkontrollen eingeführt. Stichprobenartige Kontrollen finden an allen Grenzübergangsstellen statt. „Die Ausbreitung der Atemwegserkrankung COVID-19 führt vielerorts zu verstärkten Einreisekontrollen, Gesundheitsprüfungen mit Temperaturmessungen, in Einzelfällen auch Einreisesperren“, heißt es auf der Internetseite des Auswärtigen Amts.
Die schwedische Regierung hat ihr in der Corona-Krise erlassenes vorübergehendes Einreiseverbot für Menschen von außerhalb der EU sowie aus Ländern der Europäischen Freihandelszone verlängert. Die Maßnahme gilt damit vorläufig bis zum 15. Mai.

Frühe Kritik am schwedischen Sonderweg: Geht das gut?

Update vom 27.03.

Nicht alle in Schweden finden den eingeschlagenen Weg ohne extrem scharfe Maßnahmen gut. In Stockholm machte sich schon im März erste Unruhe breit. Anders Tegnell ist der oberste Epidemiologe in Stockholm – die Meinungen über ihn und seine Empfehlungen gehen auseinander: Während die einen auf die spezielle Corona-Strategie ihrer Regierung und ihres momentan wichtigsten Experten vertrauen, wundern sich die anderen, warum Schweden eine ganz andere Linie fährt als der Rest von Europa.
Im schwedischen Gesundheitswesen baue man sehr auf Vertrauen, Freiwilligkeit und darauf, eigene Lösungen zu finden, sagte der Epidemiologe Tegnell. Tegnell, die Regierung von Ministerpräsident Stefan Löfven und die Gesundheitsbehörden setzen weitgehend auf die Vernunft der Bevölkerung. Die Ziele im Kampf gegen das Coronavirus sind dabei dieselben wie anderswo: Die Virusausbreitung soll abgebremst werden, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken und die Gesundheitssysteme überfordert werden. Die Folgen für Wirtschaft und Bürger sollen zudem aufgefangen werden.

Behörden wurden bereits im März zu Kurswechsel aufgefordert

Update vom 27.03.

Ende März forderten mehrere hochrangige schwedische Wissenschaftler die Behörden Mitte in einem offenen Brief zum Kurswechsel auf. Die Regierung müsse den Kontakt zwischen den Menschen im Land kräftig einschränken und viel mehr testen, hieß es. Es sei auch eine gute Idee, etwa Schulen und Restaurants zu schließen, bis man mehr über die Situation wisse. „Wir sind eines der Länder der Welt, die die schwächsten Maßnahmen eingeführt haben“, monierte der Molekularbiologe Sten Linnarsson vom Stockholmer Karolinska-Institut in der Zeitung „Dagens Nyheter“. Er und die weiteren Unterzeichner des Briefes wollten letztlich nur, dass Schweden internationalen Empfehlungen etwa von der Weltgesundheitsorganisation WHO folge – wie andere Länder eben auch.