• Die Corona-Zahlen in Deutschland sind weiter hoch
  • Oft gibt es deutlich mehr als 10.000 Neuinfektionen pro Tag
  • Die Gesundheitsminister aller deutschen Bundesländer treffen sich, um über weitere Maßnahmen gegen das Coronavirus zu beraten
  • Die Booster-Impfung für alle kommt

Dritte Corona-Impfung für alle: Das planen die Gesundheitsminister der Länder

Nach zweitägigen Beratungen haben sich die Gesundheitsminister der Länder auf einige einheitliche Maßnahmen im Umgang mit der sich immer weiter verschärfenden Corona-Lage verständigt. Klaus Holetschek (CSU), Vorsitzender der Gesundheitsministerkonferenz und bayerische Gesundheitsminister sagte heute, Freitag, 05.11.21 in Lindau, es solle Auffrischungsimpfungen für alle geben, deren zweite Impfung mehr als sechs Monate her ist. Aufgrund der schwierigen Lage auf den Intensivstationen und in den Alten- und Pflegeeinrichtungen müssten altere und vorerkrankte Menschen sowie medizinisches und pflegerisches Personal die Booster-Impfungen schnell erhalten, sagte Holetschek.

„Boostern als Regel, nicht Ausnahme“ - Jens Spahn plädiert für die dritte Impfung

Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erklärte, die Auffrischungsimpfungen, also das Boostern, solle zur Regel werden: „Boostern sollte die Regel werden, nicht die Ausnahme“, so der scheidende Gesundheitsminister.
Es sei vereinbart worden, dass die Impfungen in den Arztpraxen verabreicht werden, die Länder aber auch eigene Angebote machen, etwa mit mobilen Impfteams, Impfbussen oder auch der Wiedereröffnung von Impfzentren. Wegen ihrer Priorisierung bei Erst- und Zweitimpfungen seien dabei zunächst vor allem Ältere, Vorerkrankte und medizinisches Personal an der Reihe. „Gerade dort macht das Boostern jetzt Sinn“, sagte Spahn.

3. Impfung gegen Corona: Krankenhäuser in Thüringen und Sachsen „massiv belastet“

Angesichts der steigenden Corona-Zahlen hat der geschäftsführende Bundeskanzleramtschef Helge Braun (CDU) erneut eindringlich für Impfungen geworben. "Die Impfbereitschaft ist der einzige Weg, dass wir einen entspannten Winter haben", sagte Braun am Donnerstag im ZDF-Morgenmagazin. "Und deshalb müssen wir an dem Thema weiter arbeiten, arbeiten, arbeiten."
Das, was gerade in Thüringen und Sachsen passiere, wo die Krankenhäuser bereits massiv belastet seien, "hätte ich mir für diesen Winter gerne erspart". Braun forderte zugleich eine schnelleres Tempo bei den Auffrischungsimpfungen. Die Gesundheitsminister der Länder hätten die Booster-Impfungen für Hochbetagte in Pflegeeinrichtungen bereits im August beschlossen. "Das hätte längst passieren müssen." Die Verantwortung liege bei den Ländern, deshalb sei auch ein Bund-Länder-Treffen zur Corona-Lage notwendig.

Corona-Regeln: Epidemische Lage soll am 25. November enden

Braun warf zugleich den Parteien der geplanten Ampelkoalition mangelnde Ernsthaftigkeit beim Kampf gegen die Pandemie vor. Das Auslaufen der epidemischen Lage von nationaler Tragweite zum 25. November sei "ein großer Fehler".
Wenn der Eindruck erweckt werde, die Pandemie sei vorbei und es gebe "nur noch nachlaufende Maßnahmen und auch nur noch für kurze Zeit", dann stimme dies nicht. Auch die Maßnahmen von SPD, Grünen und FDP sähen beispielsweise die 2G-Regelung vor, die ausschließlich für Geimpfte und Genesene gelte.
"Aber da sie das so nicht sagen, bekommen wir trotz dieser hohen Zahlen nicht die notwendige Ernsthaftigkeit in die Debatte", sagte Braun mit Blick auf die Ampel-Parteien. "Wenn wir da nicht genügend Ernsthaftigkeit zeigen, werden die Bürger ihr Verhalten nicht ändern."
Allerdings geht das Auslaufen der epidemischen Notlage auch auf einen Vorschlag des amtierenden Bundesgesundheitsministers Jens Spahn (CDU) zurück. Durch eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes wollen Spahn ebenso wie die Ampel-Parteien erreichen, dass die derzeitigen Maßnahmen wie etwa Maskenpflicht und Abstandsgebote, aber auch die 2- und 3-G-Regelungen, noch bis ins kommende Jahr beibehalten werden können. SPD, Grüne und FDP haben den 20. März als Enddatum der Regelung vorgeschlagen.