Vor zwei Wochen gab es in Österreich bereits erste Lockerungen im Corona-Lockdown. Jetzt geht die Diskussion um mögliche nächste Öffnungsschritte weiter: Am Montag, 15. Februar, setzten sich die Regierung um Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP), Experten, die Opposition sowie die Landeshauptleute zu weiteren Gesprächen zusammen. Die Frage ist, ob die noch geschlossenen Hotels und Gaststätten zumindest mit einer Perspektive rechnen können.

Kontrolle an Grenzen zu Österreich sorgt für Streit

Vorab gibt es Zoff zwischen dem Alpenland und Deutschland: Das Bundesinnenministerium hat die strengen Grenzkontrollen zu Tschechien und Österreich als notwendig verteidigt. Die Ausbreitung von mutierten Varianten des Coronavirus könne dadurch „deutlich gehemmt“ werden, sagte Innen-Staatssekretär Stephan Mayer (CSU) am Montag im Deutschlandfunk. Die Grenzkontrollen seien „nicht schön“, aber zum jetzigen Zeitpunkt „leider notwendig“.
An den Grenzen zu Tschechien und zum österreichischen Bundesland Tirol gelten seit Sonntag schärfere Einreiseregeln. Aus Angst vor den dort verbreiteten, ansteckenderen Varianten des Coronavirus wird an den entsprechenden Grenzübergängen in Bayern und Sachsen streng kontrolliert. Zwar dürfen Berufspendler mit wichtigen Aufgaben in systemrelevanten Branchen nun doch nach Deutschland einreisen. Die Autoindustrie fürchtet trotzdem, dass Werke stillstehen könnten.
Wie der „Münchner Merkur“ berichtet, wurde wegen der Grenzkontrollen am Sonntagabend der deutsche Botschafter für einen Krisengipfel einbestellt. An diesem sollen auch Österreichs Außenminister Alexander Schallenberg und Innenminister Karl Nehammer sowie der italienische Botschafter teilgenommen haben.

Hotel, Restaurant, Café: Wird es Lockerungen geben?

Kann angesichts der Ausbreitung der Coronavirus-Varianten trotzdem mit Lockerungen gerechnet werden? Laut „Münchner Merkur“ werden weitere Öffnungen zunächst nicht erwartet. Die Zahlen seien noch zu hoch, Gesundheitsminister Rudolf Anschober äußerte am Sonntag Sorge um einen möglichen Anstieg der Infektionszahlen durch die Mutationen.
Der „Münchner Merkur“ schreibt weiter, dass Gastronomie und Hotels womöglich frühestens Mitte März, wohl aber eher nach Ostern, mit Lockerungen rechnen.

Wegen Corona-Mutation: Österreich weitet Testangebot aus

Derweil weitet Österreich sein Corona-Testangebot weiter aus. Ab 1. März werden in Apotheken gratis Corona-Selbsttests für zuhause, die sogenannten Wohnzimmer-Tests, erhältlich sein. Von diesen sollen bis zu fünf Stück pro Person pro Monat zur Verfügung stehen, berichtete die österreichische Nachrichtenagentur APA am Montag. Sie sind allein für die Eigenkontrolle gedacht und können nicht als Zutrittstests für den Besuch von Friseuren oder anderen körpernahe Dienstleistern genutzt werden.
Eine Woche nach Lockerung des Lockdowns in Österreich werden Rekordzahlen beim Testen verzeichnet. Binnen sieben Tagen wurden - ohne Schulen - rund 1,5 Millionen Antigen- und PCR-Tests gemacht. Laut Bildungsministerium stehen wegen des wieder aufgenommenen Präsenzunterrichts in den Schulen nun wöchentlich 2,2 Millionen Tests bei Schülern, Lehrern und Verwaltungspersonal auf dem Programm. „Wir sind unter den Ländern, die am meisten testen in ganz Europa. Mit den Schul-Tests sind wir die ersten in Europa“, sagte Kanzler Kurz.