Sie ist die Schutzheilige für Geld, Schatzgräber und Fleisch: Die Heilige Corona.Auch soll sie gegen Tierseuchen schützen. Der Legende nach war sie eine Märtyrin, nach der katholischen Betrachtung auch die Patronin des Geldes, der Fleischer und Schatzgräber. Der Mythos geht auf das 1. Jahrhundert zurück. Kurios, dass ausgerechnet jetzt in der Coronakrise überliefert wird, dass viele Pilger im Laufe der Jahrhunderte immer wieder von der Heiligen Schutz vor Viehseuchen und Hagel erbeten haben.

Überlieferung der Namenspatronin

Die Heilige Corona, auch Stephana genannt, wurde zusammen mit ihrem Mann als Christin verfolgt. Das war möglicherweise um das 1. Jahrhundert im heutigen Syrien. Im Alter von 16 Jahren soll sie gemeinsam mit dem Soldaten Victor von Siena , der ebenfalls heilig gesprochen wurde, das Martyrium erlitten haben. Corona wurde sie von ihren Peinigern zwischen zwei heruntergebogenen Palmen gebunden worden sein. Als diese hochgeschnellt wurden, ihr Leib zerissen. In dem österreichischen Ort St. Corona am Schöpfl wurde für die Märtyrerin eine barocke Wallfahrtskirche errichtet.

Was bedeutet der Name Corona?

Lateinisch bedeutet das Wort Krone oder Kranz. Ob die Heilige Corona wirklich so hieß oder ob sie erst nach ihrem Tod wegen eines strahlenförmigen Heiligenscheins so genannt wurde, ist nicht bekannt. Der Name für das Coronavirus stammt jedenfalls nicht von der Märtyrerin, sondern ist auf das charakteristische, kreuzförmige Aussehen der Coronaviren zurückzuführen, heißt es beim Deutschen Zentrum für Infektionsforschung.

Die Reliquie der Heiligen Corona

Kaiser Otto III. soll im Jahr 997 Überreste Coronas von Rom nach Aachen gebracht und im dortigen Münster beigesetzt haben. Die Grabplatte ist bis heute im Dom zu sehen. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die Gebeine bei Ausgrabungen aus der Gruft geholt und fortan in einem eigens geschaffenen Schrein aufbewahrt. Er soll nun bei einer Ausstellung über Aachener Goldschmiedekunst gezeigt werden.

Das Patronat

Laut Ökumenischem Heiligenlexikon ist die Heilige Corona Patronin der Schatzgräber und Metzger. Und immer wieder sollen Pilger von ihr auch Schutz vor Viehseuchen und Hagel erbeten haben. An der Beschreibung der Heiligen als «Schutzpatronin gegen Seuchen» gibt es indes Zweifel. Birgitta Falk, die Leiterin der Aachener Domschatzkammer, vermutet etwa: «Die Sache mit der Seuche hängt wohl mit ihrer Verehrung in dem kleinen Ort St. Corona bei Kirchberg am Wechsel zusammen. Hier wurde um Standhaftigkeit im Glauben gebeten und gegen Unwetter, Missernte und Viehseuchen angerufen. Dies wurde später in einigen Heiligenlexika auf alle Verehrungsorte ausgeweitet.» Das US-Faktencheckportal «Snopes» hat die Behauptungen untersucht und kommt zu dem Urteil: falsch.

Schutzheilige des Geldes

Nach katholischer Betrachtung ist Corona die Patronin des Geldes. Sie soll bei Geldangelegenheiten helfen. Und da sie in Österreich besonders verehrt wird, wurde ihr auch die Patenschaft für die frühere österreichische Währung „der Krone“ zugeordnet, die zwischen 1892 und 1924 Zahlungsmittel war. Tatsächlich ist der Name "Krone" schon viel länger für Münzen gebräuchlich. Erstmals wurde 1618 eine "Corona Danica" geprägt. Die erste dänische Kronen-Münze war verziert mit dem Abbild der Krone von König Christian IV., wie das Dänische Nationalmuseum verrät. Endgültig durchsetzen konnte sich der Name aber erst mit einer Münz- und Währungsunion skandinavischer Länder im Jahr 1872. Dort wird heute noch mit Kronen bezahlt.