Wie geht es weiter in der Corona-Krise? Bund und Länder streben weitere Lockerungen an. Am Mittwoch haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder darüber und über das von der großen Koalition beschlossene Konjunkturprogramm beraten. Klar ist: Der Alltag der Menschen in Deutschland wird auch in den kommenden Monaten von Corona-Regeln eingeschränkt sein.

Das sind die geplanten Lockerungen und Verbote in der Corona-Krise

Das aktuelle Verbot von Großveranstaltungen bis 31. August wird noch mindestens bis Oktober verlängert werden. Dies gelte für solche Veranstaltungen, bei denen eine Kontaktverfolgung und die Einhaltung von Hygieneregeln nicht möglich sei. Der SWR meldet, dass Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) die Verlängerung des Verbots unterstütze. Der Grünen-Politiker denke sogar über eine Verlängerung des Verbots bis Jahresende nach. Das Feucht-Fröhliche sei im Hinblick auf mögliche Infektionsherde das Gefährlichste, so Kretschmann im SWR.
Auf Veranstaltungen wie:
  • Volksfeste
  • Schützenfeste
  • Weinfeste
  • und Kirmes-Veranstaltungen
werden die Bürger in diesem Sommer damit voraussichtlich endgültig verzichten müssen.

Mindestabstand und Hygiene-Maßnahmen gelten weiter

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte am Mittwoch nach dem Treffen mit den Ministerpräsidenten, der Mindestabstand von 1,5 Metern, verstärkte Hygiene-Maßnahmen sowie das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen in bestimmten öffentlichen Bereichen und das Instrument der Kontaktbeschränkungen hätten sich bewährt und sollten fortgeführt werden.
Derzeit seien Ausbruchsgeschehen gerade dort festzustellen, wo die Abstandsregeln nicht eingehalten werden. „So lange es kein Medikament gibt, so lange es keinen Impfstoff gibt, müssen wir mit der Pandemie leben.“

Mehr Personen bei privaten Treffen im öffentlichen Raum erlaubt

Feste Regeln für die Zahl der Kontakte bei Treffen im öffentlichen Raum - etwa die Beschränkung auf Personen aus zwei Haushalten - soll es nicht mehr geben. Die Bürgerinnen und Bürger seien aber „weiter angehalten, die Zahl der Menschen, zu denen sie Kontakt haben, möglichst gering zu halten und den Personenkreis möglichst konstant zu belassen“.
Nähere und längere Kontakte seien auf "ein Minimum zu reduzieren", heißt es in der Vorlage. "Wo die Möglichkeit besteht, sollen Zusammenkünfte vorzugsweise im Freien abgehalten werden."

Nach den Sommerferien Normalität in Schulen und Kitas

In Schulen und Kitas planen die Länder eine Rückkehr zur Normalität nach den Sommerferien. Der schulische Regelbetrieb solle „unter Wegfall der Abstandsvorgaben“ wiederaufgenommen werden, heißt es . „Zeitnah soll auch von der Notbetreuung zu einem möglichst vollständigen Regelbetrieb der Kinderbetreuungsangebote zurückgekehrt werden.“ Vorausgesetzt natürlich, dass sich die Infektionslage weiterhin positiv entwickelt.
Nun gelte es, die Erfolge im Kampf gegen die Pandemie zu sichern, schreiben Bund und Länder in der Vorlage: „Abstandsregelungen und Hygienemaßnahmen müssen noch auf absehbare Zeit neue Lebenswirklichkeit für unser Land sein“, heißt es darin.

Hoffen auf Medikament und Impfstoff gegen Corona

"Der Umgang mit dem Virus wird für die Zeit, bis ein Impfstoff oder ein wirksames Medikament gegen Covid-19 gefunden wurde, unsere Handlungen bestimmen. Entscheidend für den weiteren Erfolg sind dabei beherrschbare Fallzahlen und die Fähigkeit, frühzeitig neue Infektionsketten zu unterbrechen."
Die Beschlussvorlage bekräftigt den Beschluss, dass die Bundesländer weitere Lockerungsschritte "in eigener Verantwortung" gemäß ihren jeweiligen Gegebenheiten beschließen können. Dies gelte etwa für
  • Gastronomie,
  • Hotels
  • Kulturbetrieb
  • Zusammenkünfte religiöser Gemeinschaften.