In der Corona-Pandemie haben wir in Deutschland neue Höchstwerte bei den Infektionszahlen und Inzidenzwerten erreicht. Dabei sind uns bisher immer wieder neue Begriffe begegnet. Einige von Ihnen haben sich etabliert und sind zu wichtigen Kennzahlen in der Krise geworden. Zudem kommen neue Begriffe hinzu. Wir haben uns die Begriffe einmal angeschaut und erklären, was sie bedeuten. Um diese Begriffe geht es in unserem kleinen Corona-Lexikon:
  • Inzidenz, 7-Tage-Inzidenz
  • Hospitalisierungsrate, Hospitalisierungsinzidenz
  • R-Wert, Reproduktionszahl
  • Intensivbettenbelegung und Divi-Intensivregister
  • Corona-Hotspot
  • Schwerer Verlauf und Triage
  • Corona Regeln – 2G
  • Corona Regeln – 2G+ (2G Plus)
  • Corona Regeln – 3G
  • Corona Regeln – 3G+ (3G Plus)

Inzidenz: Was ist die 7-Tage-Inzidenz?

Die sogenannte Siebentageinzidenz, kurz Inzidenz, war lange Zeit ein zentraler Maßstab der Corona-Pandemie in Deutschland. Diese Kennzahl gibt die Infektionsdynamik in einem bestimmten Gebiet wieder und hilft dabei, über Gegenmaßnahmen zu entscheiden. In Deutschland wird die 7-Tage-Inzidenz auf Gemeinde- oder Landkreisebene erfasst und drückt aus, wie viele Neuinfektionen mit dem Coronavirus pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen registriert wurden.
Dahinter verbergen sich aber regional unterschiedliche Trends. Als wesentliche Schwelle zur Einführung strengerer Eindämmungsmaßnahmen wurde in Deutschland ein Inzidenzwert von 50 genommen. Inzwischen ist jedoch die Inzidenz nicht mehr der einzige Maßstab für neue Corona-Regeln – Hospitalisierungsrate und Intensivbettenbelegung sind wesentliche Indikatoren. Zudem ist der Inzidenzwert aktuell (Stand Ende November 2021) flächendeckend deutlich höher.

Was ist die Hospitalisierungsrate oder Hospitalisierungsinzidenz?

Die Hospitalisierungsrate oder Hospitalisierungsinzidenz gibt an, wie viele von 100.000 Menschen in einem Gebiet wegen einer Corona-Infektion im Krankenhaus in Behandlung sind. Das Robert Koch-Institut (RKI) gibt die Hospitalisierungsrate einmal pro Woche bekannt. Der Wert ist aktuell eine der wichtigsten Kennzahlen zur Einstufung der Corona-Lage.

Was steckt hinter der Reproduktionszahl (R-Wert oder Ansteckungsrate)?

Der R-Wert gibt an, wie viele Menschen von einer Infizierten Person während seiner Erkrankung mit dem Coronavirus angesteckt werden. Liegt die Zahl über eins, breitet sich eine Krankheit immer weiter in der Bevölkerung aus. Je höher die Reproduktionszahl über eins liegt, desto schneller und bedrohlicher verläuft der Trend. Dabei handelt es sich aber immer nur um eine pauschale bundesweite Lageeinschätzung. Es gibt außerdem gewisse Ungenauigkeiten durch Meldeverzüge und andere Faktoren.

Intensivbettenbelegung und DIVI-Register – Was ist das?

Wie viele der freien Intensivbetten aktuell von Corona-Patienten belegt sind, veröffentlicht das Divi-Register. Dort sind die Werte in einer Tabelle nach Bundesländern sortiert. Die dort ausgewiesenen Daten werden laut RKI stündlich aktualisiert.

Was ist ein Corona-Hotspot und ab wann gilt ein Gebiet als solcher?

Vereinfacht gesagt, ist ein Corona-Hotspot ein Ort, an dem besonders viele Menschen Corona haben. Das Coronavirus und die Krankheit Covid 19 sind dort stark verbreitet. In Bayern und Baden-Württemberg beispielsweise gilt ein Land- oder Stadtkreis als Hotspot, wenn die Inzidenz bei über 1000 liegt – und wenn zudem die Auslastung der Intensivbetten einen kritischen Wert erreicht.

Schwerer Verlauf und Triage – Was genau bedeutet das?

Die Symptome nach einer Infektion mit dem Coronavirus können so stark sein, dass sie ärztlich behandelt werden müssen – und sind im schlimmsten Fall tödlich. Bei einem schweren Verlauf ist in der Regel die Lunge betroffen und der Patient muss künstlich beatmet werden.
Können nicht alle Corona-Patienten behandelt werden, weil es zu viele auf einmal sind, dann müssen die Ärzte entscheiden und man spricht von einer „Triage“. Die Ärzte müssen sich fragen: Wem zuerst helfen? Wen danach behandeln? Wem gar nicht mehr helfen?

Corona Regeln: Das bedeutet 2G, 2G+ (2G Plus), 3G und 3G+ (3G Plus)

Die Corona-Regeln variieren aktuell vielerorts. Während in bestimmten Gebieten oder an bestimmten Plätzen und Orten 2G oder sogar 2G+ (2G Plus) gilt, genügt wo anders noch 3G oder 3G+ (3G Plus). Doch was bedeutet das genau? Das G in 2G und 3G steht für Geimpft, Genesen und Getestet. Das Plus bei 2G+ und 3G+ steht für einen zusätzlichen Corona-Test. Das heißt:
  • Bei 3G muss man geimpft, genesen oder getestet (Schnelltest, Selbsttest oder PCR-Test) sein.
  • Bei 3G+ muss der negative Corona-Test ein PCR-Test sein. Dieser darf nicht älter als 24 Stunden sein und gilt als sicherer.
  • Bei 2G muss man geimpft oder genesen sein.
  • Bei 2G+ muss man zusätzlich zum Impf- oder Genesenennachweis einen negativen Corona-Test (Schnelltest, nicht älter als 24 Stunden) vorlegen.

Weitere Corona Begriffe erklären

Habt ihr einen weiteren wichtigen Begriff in Verbindung mit Corona, den wir unbedingt erklären sollen? Dann schreibt uns einfach eine Mail mit dem dem Begriff unter dem Betreff „Corona Lexikon“ an online-redaktion@swp.de.