Der Ticketverkäufer CTS Eventim hat eine Impfung gegen das Coronavirus als Voraussetzung für Konzertbesuche ins Gespräch gebracht. "Wenn es genug Impfstoff gibt und jeder sich impfen lassen kann, dann sollten privatwirtschaftliche Veranstalter auch die Möglichkeit haben, eine Impfung zur Zugangsvoraussetzung für Veranstaltungen zu machen", sagte Vorstandschef Klaus-Peter Schulenberg der Wirtschaftswoche. CTS Eventim habe bereits entsprechende technische Voraussetzungen geschaffen. „Wir haben unsere Systeme so eingerichtet, dass sie auch Impfausweise lesen können.“
Schulenberg verstehe, wenn Menschen wegen einer Impfung Bedenken hätten. „Aber wenn man sieht, wie nun weltweit ohne relevante Nebenwirkungen geimpft wird, dann ist zu hoffen, dass diese Skepsis auch bald schwinden wird.“
Nach den Plänen der Regierung sollen bis zum Ende des Sommers alle Bundesbürger die Möglichkeit haben, sich impfen zu lassen. In Schleswig-Holstein organisiert CTS Eventim selbst die Vergabe von Impfterminen. Für das Unternehmen ist das ein neues Geschäftsfeld in Zeiten, in denen durch die Corona-Beschränkungen die Veranstaltungsbranche weitgehend brach liegt. Mit anderen Bundesländern gebe es Gespräche über eine mögliche Zusammenarbeit in der Zukunft, wenn mehr Impfstoff zur Verfügung stehe, sagte Schulenberg. „Je schneller die Bevölkerung geimpft ist, desto schneller können auch Veranstaltungen wieder stattfinden.“

So regelt CTS Eventim die Impftermine in Schleswig-Holstein

Wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet, habe das Land Schleswig-Holstein die Organisation der Impftermine an CTS Eventim übertragen, weil das Unternehmen Erfahrung mit der Online-Terminvergabe hat. „Die riesige logistische und organisatorische Aufgabe lässt sich nur durch eine straffe Organisation bewältigen, die zugleich die notwendige Flexibilität besitzt, um wie derzeit bei weniger Impfdosenlieferungen, rasch reagieren zu können“, sagte Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP). Bis zum Sommer müssten allein in Schleswig-Holstein 3,4 Millionen Impftermine vergeben werden.
Bei großen Veranstaltungen laufe die Terminvergabe ähnlich ab, sagte Alexander Ruoff, Chief Operating Officer von CTS Eventim. „In Schleswig-Holstein läuft das System sehr stabil, sehr effizient. Aber natürlich ist die Knappheit der Impfdosen nicht durch uns zu lösen.“ Mittlerweile habe das Unternehmen auch Aufträge aus Österreich und Brasilien erhalten. „Wir sind aber auch mit anderen Bundesländern sowie europäischen Ländern in unterschiedlich fortgeschrittenen Gesprächen, von Finnland bis Italien“, sagte Ruoff.
Wieviel der Impftermin-Service von CTS Eventim kostet, wollte Ruoff nicht sagen. Auch das schleswig-holsteinische Gesundheitsministerium äußerte sich nicht konkret: „Die Bezahlung ist abhängig von der Inanspruchnahme, also dem Anrufaufkommen sowie der Anzahl der Online-Buchungen.“