Das Robert Koch-Institut (RKI) registriert in einzelnen Regionen Deutschlands besonders viele Corona-Ansteckungen bei Kindern und Jugendlichen. In acht Landkreisen liege die Sieben-Tage-Inzidenz derzeit bei den 10 bis 19-Jährigen bei mehr als 500, twitterte das RKI am Donnerstagabend zu einer Auswertung im neuen Corona-Wochenbericht. Nähere Angaben zu den Landkreisen und deren jeweiligen Zahlen wurden nicht gemacht, auf einer Karte waren Kreise aber entsprechend eingefärbt. Sie liegen in Brandenburg, Sachsen, Thüringen und Bayern. Zu möglichen Hintergründen für die regional hohen Zahlen machte das RKI keine Angaben.
Bundesweit sei die Sieben-Tage-Inzidenz vergangene Woche in den Altersgruppen unter 20 Jahren allerdings im Vergleich zur Woche zuvor leicht gesunken, hieß es zusammenfassend. Die Werte bei Menschen über 20 hingegen stiegen leicht an.

Mehr als 600 Corona-Ausbrüche an Schulen

Das RKI sprach zudem bundesweit von 636 übermittelten Corona-Ausbrüchen an Schulen für die vergangenen vier Wochen – wegen möglicher Nachmeldungen seien insbesondere die vergangenen zwei Wochen aber noch nicht zu bewerten.
Bereits seit einiger Zeit werden zahlreiche Corona-Infektionen insbesondere bei Kindern ab dem Schulalter und bei Jugendlichen festgestellt. An Kitas und Schulen wird regelmäßig auf das Virus getestet. Die Covid-19-Impfstoffe sind bislang ab 12 Jahren zugelassen. Die Impfquote bei 12 bis 17-Jährigen ist noch wesentlich niedriger als bei Erwachsenen. Kinder und Jugendliche erkranken zwar deutlich seltener schwer an Covid-19 als ältere Menschen, es gibt aber noch offene Fragen rund um Langzeitfolgen.

Corona-Test: In Stuttgart müssen sich Kita-Kinder nicht mehr testen lassen

In Stuttgart können Kinder ab drei Jahren ab Freitag, 15. Oktober, wieder ungetestet in die Kita gehen. Die Testpflicht läuft aus und wird nicht verlängert, wie die Stadt Stuttgart mitteilte. „Wir haben diesen Schritt gut abgewogen, er ist jetzt einfach vernünftig“, sagte die Bürgermeisterin für Jugend und Bildung, Isabel Fezer.
Eingeführt worden war die Testpflicht Anfang September, weil mit einer starken Ausbreitung des Coronavirus nach der Ferienzeit und durch Mutationen gerechnet worden war. Seit der Einführung hätten jedoch nur wenige und leichte Krankheitsfälle aufgedeckt werden können, sagte der Leiter des Gesundheitsamtes, Stefan Ehehalt. Eltern können in Stuttgart aber auch weiterhin zweimal die Woche kostenlose Tests an den Kitas erhalten und eigenständig anwenden.
Auf den Intensivstationen zeichne sich über die vergangenen Wochen ein Plateau bei den Fallzahlen von Patientinnen und Patienten mit Covid-19 ab, schreibt das RKI weiter. Momentan werden dort knapp 1400 daran erkrankte Erwachsene versorgt. Das Divi-Intensivregister gibt den Anteil von minderjährigen Betroffenen mit 0,7 Prozent an (Stand 14. Oktober).

RKI: Infektionszahlen stagnieren

In den Gruppen ab 70 Jahren, für die die Ständige Impfkommission (Stiko) mittlerweile eine Auffrischungsimpfung empfiehlt, fallen die Inzidenz-Anstiege laut Bericht größtenteils leicht aus. Größer ist er vor allem bei den Hochaltrigen über 90 Jahre – der Wert stieg von 39 auf 48 von vorvergangener auf vergangene Woche. Im höheren Alter falle die Immunantwort nach Impfungen insgesamt geringer aus und Impfdurchbrüche könnten häufiger auch zu einem schweren Verlauf führen, hieß es kürzlich in der Stiko-Begründung zu den Booster-Impfungen.
Insgesamt bewertet das RKI die Lage bei den Infektionszahlen derzeit als stagnierend. Die Entwicklungen in den einzelnen Bundesländern unterscheiden sich. Deutliche Anstiege verzeichneten im Vergleich der beiden vergangenen Wochen Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und das Saarland, heißt es im Wochenbericht.