Corona in Deutschland: Fallzahlen steigen wieder an - Variante EG.5 breitet sich aus

Ein Helfer verarbeitet eine Probe für einen Corona-Schnelltest. Die Zahl der im Labor bestätigten Corona-Fälle in Deutschland steigt wieder an.
Martin Schutt, dpaDie Zahl der labordiagnostisch bestätigten Corona-Fälle in Deutschland steigt wieder an, allerdings auf relativ niedrigem Niveau. Diese Entwicklung hält seit etwa einem Monat an, berichtet die Arbeitsgemeinschaft Influenza am Robert Koch-Institut (RKI) in ihrem aktuellen Bericht zu akuten Atemwegserkrankungen. Der Bericht bezieht sich auf die Woche bis zum 13. August. Demnach wurden in der vergangenen Woche bundesweit rund 2400 nachgewiesene Corona-19-Erkrankungen gemeldet. Das ist mehr als eine Verdoppelung gegenüber der Woche bis zum 9. Juli, als es rund 1000 waren.
RKI: Zunahme der Covid-19-Aktivität in Deutschland
Das RKI spricht auch von weiteren Hinweisen auf eine Zunahme der Covid-19-Aktivität in Deutschland. Hinweise auf eine Veränderung der Erkrankungsschwere gebe es nicht. „Insgesamt sind die Covid-19-Inzidenzen aber weiterhin sehr niedrig“, schreiben die RKI-Experten.
Laut dem Corona-Pandemieradar des Bundesministeriums für Gesundheit liegt die bundesweite 7-Tage-Inzidenz aktuell (18. August 2023) bei 4 Covid-19-Fällen pro 100.000 Einwohnern - und damit 61 Prozent höher als vor eine Woche.
In dem RKI-Bericht heißt es, der Anstieg der Meldezahlen geht mit einer Zunahme des Anteils der Variante EG.5 einher, die in der vergangenen Woche von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in die Kategorie der „Virusvarianten von Interesse“ hochgestuft wurde. Eine besondere Gefährlichkeit der manchmal auch als Eris bezeichneten Variante wird von Experten aber nicht gesehen.
Laut RKI liegt die Aktivität akuter Atemwegserkrankungen in der Bevölkerung insgesamt „auf einem niedrigen Sommerniveau“. Sie sei neben Corona vor allem auf Rhinoviren, also Schnupfen- und Erkältungserreger, zurückzuführen. „Wer Symptome einer akuten Atemwegsinfektion hat, sollte drei bis fünf Tage und bis zur deutlichen Besserung der Beschwerden zu Hause bleiben“, rät das RKI.
Schwierige Datenlage der WHO zu Corona
Die WHO hatte den internationalen Corona-Gesundheitsnotstand vor rund drei Monaten für beendet erklärt. Im Vergleich zu den Pandemiejahren hat sich die Datenlage verschlechtert. Die WHO verfügt nach eigenen Angaben über immer weniger Informationen zur weltweiten Corona-Situation. Es ist davon auszugehen, dass auch in Deutschland Labortests auf Sars-CoV-2 vor allem noch bei eher schwer Erkrankten durchgeführt werden. So wurde laut RKI-Bericht in den letzten Wochen etwa ein Viertel der gemeldeten Corona-Fälle stationär behandelt. Die Meldezahlen stellen nur einen kleinen Ausschnitt des tatsächlichen Geschehens dar. Viele milde Verläufe werden nicht erfasst.
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