Die Gesundheitsminister von Bund und Länder wollen offenbar Grundschullehrern und Kita-Erzieherinnen früher als bisher geplant Corona-Impfungen ermöglichen – und damit die ablehnende Haltung der Ständigen Impfkommission in dieser Frage aushebeln.

Endgültige Entscheidung soll am Montag fallen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU), teilten dazu am Freitag in Berlin mit, dass man am Montag darüber befinden werde. Komme es zu einem Konsens, nach dem es derzeit aussehe, werde man das zügig umsetzen, so Spahn.

Abstandhalten ist in Grundschulen und Kitas schwieriger

Eine solche Priorisierung lasse sich daraus herleiten, dass bei Kitas und Grundschulen „das Thema Abstand und Hygiene nicht so gut umgesetzt werden kann wie in der Oberstufe“, so Spahn. Holetschek betonte, dass er das Vorziehen ausdrücklich befürworte. Er verwies auch auf eine Umfrage, wonach sich eine große Mehrheit der Deutschen dafür ausgesprochen hat, Lehrer und Erzieherinnen bei den Impfungen zu bevorzugen.

Ständige Impfkommission lehnt Vorrang für Lehrer ab

Zuvor hatten sich bereits die Regierungschefs von Bund und Ländern bei ihrem letzten Treffen dafür ausgesprochen, eine höhere Priorisierung von Grundschullehrkräften und Kita-Erziehungspersonal zu prüfen. Als Reaktion darauf hatte der Chef der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens, dies jedoch abgelehnt. Dafür gebe es keine Notwendigkeit.