Verschwörungstheorien haben aktuell Hochkonjunktur. Seit das Corona-Virus den Alltag der Menschen in Bayern, Baden-Württemberg, Deutschland, Europa und der Welt bestimmt, schießen auch immer mehr - teilweise haarsträubend absurde - Erklärungen aus dem Boden, was der wahre Grund für all die Maßnahmen rund um das Thema sein soll. Die Kernaussage: Das Coronavirus ist eine Entwicklung der Mächtigen, um die Weltherrschaft an sich zu reißen. So behaupten manche, die Corona-Pandemie sei von Microsoft-Gründer und Milliardär Bill Gates bewusst ausgelöst worden sei, um die Menschen zu kontrollieren.

C-Promis nutzen Verschwörungstheorien für ihre Reichweite

Was dabei auffällt: Selbst Prominente mit hoher Reichweite in den Sozialen Medien spannen sich vor den Verschwörungs-Karren - und mischen kräftig mit. So wie etwa der umstrittene Vegan-Koch und Verschwörungsfanatiker Attila Hildmann, der jetzt die wirtschaftlichen Folgen seines Verhaltens zu spüren bekommt. Oder der Sänger Xavier Naidoo, der seine Gedankenwelt in langen Youtube-Videos der Öffentlichkeit präsentiert.

Detlef Soost und die angebliche Corona-Impfpflicht

Jetzt stellt sich auch Detlef Soost in die Reihe derer, die hinter Maßnahmen rund um die Corona-Pandemie die große Verschwörung vermuten. Der Tänzer und Choreograf, der zwischen 2000 und 2012 als Jurymitglied und Coach der Castingshow Popstars bekannt wurde, hat sich auf seinem Instagram-Account zum Thema Impfpflicht geäußert. Er schreibt: „Impfpflicht ab 15.5??? Ohne die Möglichkeit selbst für meine Kinder, für meine Family entscheiden zu können, ob wir das wollen oder nicht ?????!!! Begrenzung der Grundrechte wenn ich das nicht tue ??? Ohne dass ich mich dazu äußern kann ohne dass ich mich frei entscheiden kann in diesem Land ??? Sind wir demokratisch oder diktatorisch ?????“

Was Soost verschweigt: Zwar wird - übrigens nicht nur in Deutschland - über eine Impfung von großen Teilen der Bevölkerung mit einem Impfstoff gegen das Coronavirus diskutiert. Vorausgesetzt, ein Impfstoff ist irgendwann verfügbar. Eine Pflicht zur Impfung besteht aber nicht. Und schon gar nicht ab dem 15. Mai, wie Soost behauptet.

Impfgegner, Verschwörungstheoretikern, Rechtsextremisten und Wutbürgern protestieren gemeinsam

Für Impfkritiker sind solche Behauptungen natürlich ein gefundenes Fressen: Die hatten zunächst vor allem gegen die Impfpflicht bei Masern demonstriert, die seit März in Deutschland gilt. Im Zuge der Corona-Pandemie und der Kontaktbeschränkungen war es ruhiger geworden. Nun protestieren Impfgegner wieder - zusammen mit Verschwörungstheoretikern, Rechtsextremisten und Wutbürgern.

Im Internet sammeln sie mit Online-Petitionen Unterschriften gegen eine angeblich vorgesehene Zwangsimpfung gegen Corona. Für die harten Impfgegner sei das nur die Fortsetzung des Kampfes gegen die Masern-Impfpflicht, so Bernd Harder von der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften. „Sie gehen davon aus, dass jetzt die nächste Stufe gezündet wird, dass es eine Corona-Zwangsimpfung geben wird“, erklärte er. „Sie sehen sich im Kampf gegen eine Diktatur des Impfens.“

Nach Kritik rudert Soost zurück - ein bisschen

Nachdem Soost für seine Äußerungen einiges an Kritik einstecken musste, versucht er inzwischen, die Wogen zu glätten. In einem weiteren Instagram-Eintrag schreibt er: „Ist Detlef Soost ein Verschwörungstheoretiker ? NEIN!!! Ist Detlef Soost ein Impfgegner ? NEIN!!!! ( meine Kinder sind übrigens alle geimpft) Ist Detlef Soost ein „Aluhutträger? ( weiß nicht mal was das bedeutet ehrlicherweise ) NEIN!!“

Wie glaubhaft das ist, bleibt offen. In einem Live-Chat mit einem Apotheker zur angeblich kurz bevorstehenden Impfpflicht gegen Corona, kommt Soost auch auf Ken Jebsen zu sprechen. Seit Jahren verbreitet der ehemalige RBB-Journalist Jebsen alias KenFM auf Youtube Halbwahrheiten und Verschwörungsmythen. Über ihn sagt Soost: „KenFM ist jetzt nicht so schlecht. Extrem, aber hat auch den einen oder anderen positiven Ansatz!“