Christian Drosten hat einen rasanten Aufstieg hingelegt. Noch vor ein paar Wochen war der Virologe nur wenigen Medizinern und Wissenschaftlern ein Begriff. Jetzt bezeichnet ihn das Magazin „Stern“ als „gefragtesten Mann der Republik“.

Ob er es nun will oder nicht: Die Corona-Krise hat Drosten zu nationalem Ruhm verholfen. Genauso wie anderen Wissenschaftlern und Institutionen, die momentan in aller Munde sind. Doch wer sind die Corona-Akteure? Wir haben uns näher mit ihnen befasst.

Johns-Hopkins-University

Auf ihre Statistiken schaut momentan die ganze Welt: Die Johns-Hopkins-University ist der führende Zahlen-Lieferant in der Corona-Pandemie. Die Universität in Baltimore, USA, informiert über den aktuellen Stand in 183 Ländern. Die Zahlen aktualisiert sie mehrmals am Tag.

Wie funktioniert das? Einem Bericht der Tagesschau zufolge wertet die Universität unzählige Quellen – etwa Medienberichte – aus. Dabei kommt es vereinzelt zu Fehlern, das Gesamtbild ist aber stimmig.

Die Johns-Hopkins-University, benannt nach dem gleichnamigen Geschäftsmann, gilt als eine der renommiertesten Universitäten der USA. 37 Nobelpreisträger sind mit der Universität verbunden. Bekanntester Absolvent: Medienmogul und Ex-US-Präsidentschaftskandidat Michael Bloomberg.

Robert-Koch-Institut (RKI)

Die beinahe täglichen Pressekonferenzen übertragen mehrere deutsche Fernsehsender live. Das Robert-Koch-Institut (RKI) ist gefragter denn je. Das Berliner Forschungsinstitut ist dem Gesundheitsministerium direkt unterstellt. Es beschäftigt rund 1100 Personen, 450 davon sind Wissenschaftler.

Die Hauptaufgabe des RKI: Infektionskrankheiten untersuchen. Beispielsweise Aids, Malaria – oder eben Covid-19. Deswegen sind die RKI-Forscher in der aktuellen Situation besonders gefragt. Sie analysieren die Lage und geben Tipps zur Prävention von Corona.

Lothar Wieler

Gefragt, geschätzt, gerügt: Die Rolle von Lothar Wieler in der Corona-Krise ist ambivalent. Am Anfang galt der RKI-Chef als wichtigster Berater der Bundesregierung. Symbolisch dafür: Sein gemeinsamer Auftritt mit Gesundheitsminister Jens Spahn Anfang März.

Doch je länger die Krise andauerte, desto mehr geriet Wieler in die Kritik. Grund: Der Tiermediziner änderte seine Meinung beinahe täglich. Mal beschwichtigte er: „Die Deutschen sind in einer glücklichen Lage.“ Mal alarmierte er: „Wir müssen damit rechnen, dass die Kapazitäten in Deutschland nicht ausreichen.“

Wielers Schlingerkurs zeigt: Das Coronavirus bringt selbst erfahrene Wissenschaftler an ihre Grenzen. Wieler, geboren in Königswinter, ist seit mehr als 30 Jahren in der Forschung tätig. Seit 2015 leitet der das RKI.

Christian Drosten

Kein Wochentag vergeht ohne sein Update: Der Berliner Virologe Christian Drosten informiert von Montag bis Freitag über den neusten Corona-Stand in Deutschland – selbstverständlich völlig up to date via Podcast.

Damit ist der 48-Jährige – mindestens medial – zu Deutschlands Chef-Virologen aufgestiegen. Mit Chefposten kennt sich Drosten aus. Seit 2017 leitet der gebürtige Niedersache das Virologie-Institut der Berliner Charité. Mit dem Virus-Typen, zu dem Corona zählt, hat Drosten Erfahrung: Der Wissenschaftler zählt zu den Mitentdeckern des SARS-Virus, das 2002 eine Pandemie auslöste.

Alexander Kekulé

28. Januar 2020. Während Politik und Behörden dem Coronavirus wenig Beachtung schenken, fordert Alexander Kekulé sofortige Maßnahmen. „Sonst kriegen wir chinesische Verhältnisse“, sagt der Virologe in einem Interview mit Bayern 2.

Mittlerweile ist klar: Kekulé lag richtig – und hat nun einen vollen Terminkalender. Anne Will, Hart aber Fair, das aktuelle Sportstudio – der 58-Jährige tingelt von einer TV-Show zur nächsten. Seine Ansichten sind bisweilen kontrovers.

Der Virologe Kekulé kritisierte die Bundesregierung scharf. Sein Vorwurf: Die Behörden wären zu lange untätig geblieben. Widerspruch ließ nicht lange auf sich warten: „Ein einzelner Experte sollte sich nicht hinstellen und von sich behaupten, er wisse alle Antworten“, sagte sein Kollege Jonas Schmidt-Chanasit in einem Welt-Interview.

Kekulé hat – wie sein Kollege Drosten – mittlerweile einen eigenen Podcast. Von montags bis samstags ist er täglich in der MDR-Sendung Kekulés Corona-Kompass zu hören.