Die Angst vor dem gefährlichen Coronavirus führt zu immer absonderlicheren Phänomenen. Jetzt warnen Verbraucherschützer etwa vor Kettenbriefen, die aktuell vor allem beim Nachrichtendienst WhatsApp kursieren - und viele Menschen zusätzlich verunsichern.

Coronavirus: Gefährlicher „Test zur Selbstdiagnose“

So berichten mehrere Medien übereinstimmend darüber, dass in der Messenger-Nachricht sogar von einem „Test zur Selbstdiagnose“ die Rede ist. So könne jeder schnell selbst feststellen, ob er sich mit Corona infiziert hat. Wie etwa die Nachrichtenseite Merkur.de berichtet, raten angebliche „Experten aus Taiwan“ dazu, einfach für zehn Sekunden die Luft anzuhalten. Wer das ohne Husten, sonstige Beschwerden wie etwa Prallheit oder Engegefühl durchführen könne, habe auch keine Fibrose in der Lunge - also auch keine Infektion. Dies ist natürlich - direkt gesagt - totaler Schwachsinn! Und ganz sicher KEINE Diagnose für eine mögliche Infektion.

Angebliche Corona-Tipps von Ärzten aus China

Vor weiteren Kettenbriefen warnt die Onlineseite verbraucherschutz.com Dort ist von kursierenden WhatsApp-Nachrichten die Rede, die meist mit einer sehr persönlichen Ansprache beginnen und Erfahrungen von selbst betroffenen Personen vorgaukeln. So werden zum Beispiel angebliche Ärzte aus China zitiert, die Tipps rund um das Coronavirus geben. Leichtgläubige Menschen könnten diese Informationen durchaus ernst nehmen - sie stimmen aber nicht.

Ebenfalls weit verbreitet ist der Kettenbrief, der angeblich davon berichtet, die Menschen in Kanada über das Coronavirus informiert werden. Auch darauf haben Verbraucherschützer nur eine Antwort: Schenkt der Nachricht keinen Glauben. Denn im schlimmsten Fall können diese ganzen „Ratschläge“ und „Tipps“ sogar gesundheitsschädlich sein.

Angebliche Warnung vor Ibuprofen

Eine weiter Fake-Nachricht wird aktuell angeblich per WhatsApp-Sprachnachricht verbreitet. Darin heißt es, dass das verbreitete Schmerzmittel Ibuprofen das Coronavirus begünstige. Darin heißt es, dass Forscher an der Universität Wien herausgefunden hätten, dass das Schmerzmittel die Vermehrung des Virus beschleunige.
Update: Inzwischen rät die Weltgesundheitsorganisation (WHO) tatsächlich Menschen mit Verdacht auf Coronavirusinfektion davon ab, ohne ärztlichen Rat Ibuprofen einzunehmen. Es gebe zwar keine neuen Studien, aus denen hervorgehe, dass Ibuprofen mit höher Sterblichkeit verbunden sei, sagte WHO-Sprecher Christian Lindmeier. Aber die Experten prüften die Lage zur Zeit.

Angebliche Absage des Biberacher Schützenfests 2020

Absurd war auch eine Nachricht, die bei Whatsapp zum Biberacher Schützenfest kursiert: Angeblich sollte das Biberacher  Schützenfest 2020 abgesagt werden. Dazu kursierte ein Foto in Whatsapp, welches angeblich die Absage auf der Website der Biberacher Schützendirektion zeigt. Die Fälschung sieht täuschend echt aus. Der schlechte Scherz wurde von der Biberacher Schützendirektion umgehend dementiert.

Falsche Meldungen über Lebensmittel-Versorgung

In den sozialen Medien gibt es immer wieder Gerede darüber, dass die Supermärkte in Deutschland nur noch am Montag und am Freitag geöffnet seien, dabei handelt es sich um Falschinformationen. Via Facebook wurde ein Foto mit einem gefälschten Screenshot, der eine Meldung der Nachrichtenseite Focus zeigen soll, tausendfach geteilt. Darin heißt es, die Supermärkte würden ab dieser Woche nur noch sehr eingeschränkt öffnen. „Das ist falsch! Und an all die, die so einen Unsinn verbreiten: Das ist kein Spaß, Ihr spielt mit der Angst der Leute. Das ist unanständig!“, twitterte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU).

So unterscheidest du Fake-News von echten Nachrichten

Das beste Mittel, Fake-News von tatsächlichen Nachrichten zu unterscheiden, ist: Denke nach! Hilfreich ist dabei, bestimmte Punkte zu hinterfragen und zu beachten:

  • Woher stammt die Nachricht?
  • Wer hat sie geschickt?
  • Gibt es seriöse Quellen für die Behauptung - und wenn ja, welche sind das?
  • Prüfe die angegebenen Original-Quellen der Nachricht.
  • Schaue bei seriösen Quellen nach (Medien, Behörden...) ob es dort Informationen zum Thema gibt.
  • Spreche mit anderen Menschen darüber.
  • Schicke Nachrichten nicht ungeprüft weiter - denn so werden Fake-News immer weiter verbreitet.
  • Bleibe kritisch.