Italien ist eines der Länder, das vom Coronavirus am stärksten betroffen ist. Nach Angaben der Johns Hopkins Universität sind dort, Stand 4. Mai, 12.32 Uhr,

  • 210.717 Menschen an Corona erkrankt.
  • In Italien am Coronavirus gestorben sind bis dato 28.884 Menschen.
  • Als genesen gelten 81.654 Menschen.

Damit ist Italien mit seinen rund 60 Millionen Einwohnern hinter den USA und Spanien das am stärksten von der Corona-Pandemie betroffene Land.

In Italien gilt ein strenges Maßnahmenpaket im Kampf gegen die Corona-Krise mit Ausgangsverboten und Betriebsschließungen.

Corona-Lockerungen sind in Regionen unterschiedlich

Update vom 04.05.

Eine einheitliche Rückkehr zur Normalität ist im dezentral organisierten Italien schwierig, da die 20 Regionen jeweils eigene Regeln festlegen können. Tatsächlich öffnet Ligurien seine Strände, in der Region Emilia-Romagna bleiben sie gesperrt. Die Region Marken wiederum lässt nur Spaziergänge am Strand zu. Und allgemein dürfen die Italiener weiterhin ihre Heimatregion nicht verlassen. Unterdessen hatten in Venetien und Kalabrien Bars und Restaurants mit Terrassen schon vorher wieder geöffnet.

Italien lockert nach acht Wochen seine strikte Ausgangssperre

Update vom 04.05.

In Italien sind am Montag nach acht Wochen erstmals die strikten Beschränkungen in der Corona-Krise landesweit gelockert worden. Die 60 Millionen Italiener durften wieder Spazierengehen und Verwandte besuchen. Auch die Industrie und die Bauwirtschaft nahmen den Betrieb wieder auf. Restaurants dürfen Essen zum Abholen verkaufen und weitere Geschäfte öffnen. Von der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel wird weiterhin abgeraten, und in öffentlichen Gebäuden herrscht Maskenpflicht.

Erste Lockerungen ab Montag auch in Italien

Update vom 01.05.

Ähnlich wie in Deutschland gibt es in Italien Lockerungen. Die seit fast zwei Monaten geltenden strengen Ausgangssperren werden etwas zurückgefahren: Ab Montag dürfen die Menschen wieder zum Sport oder zum Spazierengehen nach draußen. Die meisten Geschäfte müssen allerdings noch geschlossen bleiben. Restaurants und Bars dürfen nur einen Lieferservice anbieten und bleiben bis Juni weiter zu. Die Regierung in Rom hatte die Menschen im ganzen Land am 10. März unter Quarantäne gestellt

Venedig ruft um Hilfe: Kommt, wenn ihr euch bewegen dürft

Update vom 28. April

Venedig hat in der Corona-Krise zur Unterstützung des Tourismus aufgerufen. „Jedem, der sich in den kommenden Monaten bewegen kann, sage ich: Kommt nach Venedig“, erklärte Bürgermeister Luigi Brugnaro am Dienstag auf Twitter. Die Stadt arbeite daran, die Strände wiederzueröffnen. Im September finde auch das internationale Filmfest statt. Brugnaro stellte ein Dokument vor, das 65 Verbände unterzeichnet haben. Darin rufen sie Rom dazu auf, klare Vorgaben zu machen, wie und wann zum Beispiel Hotels die Arbeit wieder aufnehmen können.

Venedig ist vom Tourismus abhängig. Derzeit ist die Stadt wegen der strikten Ausgangssperren und Reisebeschränkungen, die für ganz Italien gelten, komplett leer. „Wir können es uns nicht mehr leisten, eine der wichtigsten Industrielokomotiven des Landes anzuhalten“, sagte Brugnaro mit Blick auf die Maßnahmen der Regierung in Rom. Wie lange die derzeitigen Reisebeschränkungen auch für Besucher aus dem Ausland noch gelten, ist unklar.

Venedig hatte auch schon vor der Corona-Krise mit einem Einbruch der Touristenzahlen zu kämpfen, weil ein Hochwasser die Stadt im November schwer in Mitleidenschaft gezogen hatte. Normalerweise wird die Unesco-Stadt von Besuchern überlaufen. Die Stadt wollte daher ab Juli eine „Eintrittsgebühr“ verlangen. Dieses Vorhaben wurde nun um ein Jahr verschoben.

Neapels Pizzabäcker wieder aktiv

Update vom 28. April

Neapel ohne Pizza ist unvorstellbar - doch lange mussten es die Bewohner der süditalienischen Stadt in der Corona-Krise ohne ihre Lieblingsspeise aushalten. Am Montag, 27. April, durften Pizzerien nach etwa sieben Wochen endlich wieder die Öfen anwerfen: Zwar nur für die Pizza zum Bestellen für Zuhause, aber immerhin. „Es ist ein psychologisch wichtiger Faktor, dass die Pizzabäcker wieder arbeiten können, aber ökonomisch hilft uns Delivery nicht viel“, sagte der Präsident des neapolitanischen Pizzaverbandes Associazione Verace Pizza Napoletana, Antonio Pace, der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag. Rund 200 von 500 Pizzerien in der Stadt seien nun wieder in Betrieb.

Italien lockert Corona-Einschränkungen: Kritik am Konzept aus Rom

Update vom 27. April

Die Pläne der italienischen Regierung zur vorsichtigen Lockerung der Corona-Beschränkungen stoßen auf Kritik bei Kirchen und in Teilen der Wirtschaft. Ihnen gehen die Lockerungen nicht schnell genug. Während der sogenannten „Phase zwei“ im Kampf gegen die Viruskrankheit soll es am 4. Mai weitere Erleichterungen bei der individuellen Bewegungsfreiheit und für breitere Wirtschaftssektoren geben. Weitere Etappen sind der 18. Mai und der 1. Juni.

Die Gastronomie protestierte am Montag gegen den Beschluss, dass Bars und Restaurants erst ab Anfang Juni wieder für Gäste öffnen dürfen. Noch einen Monat länger zu warten bedeutet für die Betriebe weitere neun Milliarden Euro Verluste. „Das Maß ist voll“, schrieb der Verband Fipe, der über 300 000 Betriebe vertritt.

Die katholische Kirche Italiens bemängelte, dass die Regierung weiter keine Gottesdienste mit Gläubigen erlaube. „Die italienischen Bischöfe können die Einschränkung der Religionsfreiheit nicht hinnehmen“, hieß es in einem Schreiben der Bischofskonferenz. Die Regierung in Rom teilte dazu schon in der Nacht mit, dass die Frage der Messen „in den nächsten Tagen“ überprüft werde.

Ministerpräsident Giuseppe Conte hatte am Sonntagabend sein Konzept für ein schrittweises Ende der strengen Corona-Sperren vorgelegt. Danach soll ein Großteil der Produktion ab dem 4. Mai wieder anlaufen. Einige für den Export wichtige Bereiche und bestimmte Bauprojekte durften schon am Montag loslegen.

Für die 60 Millionen Bürger soll es ab 4. Mai etwas mehr Freiheiten geben, etwa beim Sportmachen und für Besuche bei Verwandten in der eigenen Region. Insgesamt jedoch sollen die Italiener weiter strikte Abstandsregeln einhalten und häufig Atemschutzmasken tragen. Wann sie ihre volle Bewegungsfreiheit zurückbekommen, war unklar.

Zahl der positiv Getesteten geht erstmals zurück

Update vom 20. April

Gute Nachrichten aus Italien: Die Zahl der Corona-Erkrankten in dem am schwersten von der Pandemie betroffenen Land Europas ist erstmals zurückgegangen. Wie die Zivilschutzbehörde in Rom mitteilte, waren am Montag, 20. April, landesweit noch 108.237 Menschen im Krankenhaus oder kurierten zu Hause ihre Symptome aus – das sind 20 weniger als am Sonntag. Zivilschutzchef Angelo Borrelli sagte, es sei das erste Mal, dass "es eine positive Entwicklung" gebe.

Italien testet Tracking-Apps

Italien wird im Kampf gegen die Corona-Pandemie schon bald eine Tracking-App testen. Die Anwendung soll auf freiwilliger Basis heruntergeladen und zunächst in mehreren italienischen Regionen getestet werden, wie die Regierung auf ihrer Website mitteilte. Ein entsprechendes Regierungsdekret wurde am Donnerstagabend unterzeichnet. Die App "Immuni" des Mailänder Unternehmens Bending Spoons basiert den Angaben zufolge auf Bluetooth und nicht auf Geolokalisierung.

Der Nutzer soll dabei die Kontrolle über seine Daten behalten. Erst wenn er feststellt, dass er sich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert hat, sendet er seine Daten an einen Server. Über Bluetooth werden dann alle seine zurückliegenden Kontakte ermittelt und gewarnt. Die App entspricht den Angaben zufolge den europäischen Datenschutzbestimmungen. Das Unternehmen hat der Regierung die Nutzungsrechte und künftige Aktualisierungen kostenlos überlassen.

Corona-Lockerungen: Kirchen wollen bald wieder Gottesdienste feiern

Die katholischen Bistümer in Italien planen eine schrittweise Wiederaufnahme des kirchlichen Lebens ab dem 4. Mai. Entsprechende Beratungen mit dem Innenministerium seien im Gang, bis zum Wochenende solle ein schriftlicher Entwurf vorliegen, meldete die italienische Zeitung "Avvenire" (Onlineausgabe) unter Berufung auf die Italienische Bischofskonferenz am Donnerstag.

Plexiglas-Boxen für italienische Strände?

Der Sommer am Strand ist den Italienern heilig – nun fragen sich die Menschen, ob das Coronavirus auch ihren Sommerurlaub ruinieren wird. Gute Ideen sind daher besonders gefragt. „Wir bekommen die absurdesten Vorschläge, wie die Saison zu retten ist“, sagt Mauro Vanni vom Verband der Badeanstalten in der Urlaubsstadt Rimini. „Einige Firmen wollen Plexiglas-Boxen um die Sonnenliegen bauen, andere Tunnels zum Strand graben, die wir mit Desinfektionsmittel abspritzen sollen.“

Zahl der Infizierten steigt deutlich langsamer, Todes-Zahlen schnellen in die Höhe

Die Zahl der Corona-Infizierten steigt in Italien deutlich langsamer als zuvor. Die Zahl der Toten ist mit 602 Opfern innerhalb von 24 Stunden allerdings erneut wieder in die Höhe geschnellt. Damit starben in dem Land seit Februar gut 21.000 mit dem Coronavirus infizierte Menschen. Das gab der Zivilschutz in Rom bekannt.

Italien verzeichnet niedrigste Totenzahl seit Wochen, jetzt 20.000 Corona-Tote

Italien hat am Sonntag, 12. April, die niedrigste Totenzahl binnen 24 Stunden in der Coronavirus-Pandemie seit mehr als drei Wochen verzeichnet. Wie der Zivilschutz am Abend in Rom mitteilte, starben seit Samstag 431 Menschen nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus. Nach dem 19. März hatte die Zahl stets über 500 gelegen.

In Italien starben seit Ende Februar fast 20.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus. Damit überschritt Italien als erstes Land die Schwelle von 20.000 Todesopfern. Italien ist hinter den USA das Land mit den weltweit meisten Todesfällen. Bei der Zahl der Infizierten liegt Italien hinter Spanien auf Rang zwei in Europa.

In Italien klettert die Zahl der Corona-Fälle auf über 150.000

Die Gesamtzahl der Corona-Infizierten ist in Italien auf mehr als 150.000 Menschen geklettert. Außerdem meldete der Zivilschutz in Rom am Samstag mit 619 Toten innerhalb von 24 Stunden eine wieder leicht gestiegene Zahl von Opfern.

Die Werte unterstreichen das Gewicht der Mahnungen von Experten aus den vergangenen Tagen, dass das Land die Viruswelle noch nicht überwunden habe. Auch Politiker hatten die 60 Millionen Bürger am Freitag und Samstag aufgerufen, unbedingt über Ostern zu Hause zu bleiben und die Ausgangsverbote zu beachten.

Ausgangssperre in Italien wird bis zum 3. Mai verlängert

Die italienische Regierung verlängert die wegen der Coronavirus-Pandemie verhängte Ausgangssperre um drei Wochen bis zum 3. Mai. Dies sei eine „schwierige, aber notwendige Entscheidung, für die ich die volle politische Verantwortung übernehme“, sagte Regierungschef Giuseppe Conte am Freitag in einer Fernsehansprache. Wirtschaftsverbände hatten zuvor einen Kurswechsel gefordert und vor den ökonomischen Folgen des Stillstands im Land gewarnt.

„Wir können es alle nicht erwarten, wieder loszulegen“, sagte Conte. Es sei aber weiterhin Vorsicht geboten. Die Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus zeigten ihre Wirkung, sagte der Regierungschef.

Conte kündigte an, dass in der kommenden Woche einige wenige Ausnahmen bei der Schließung aller nicht lebensnotwendigen Betriebe geben werde. Unter anderem sollen Buchläden und Geschäfte für Babykleidung wieder öffnen dürfen. Eine Liste der Ausnahmen soll Samstag veröffentlicht werden. Seit dem 12. März sind in Italien nur Lebensmittelgeschäfte und Apotheken geöffnet.

In italienischem Dorf dürfen Männer und Frauen nicht mehr am selben Tag einkaufen

Um die Coronavirus-Pandemie weiter einzudämmen, greift die kleine italienische Gemeinde Canonica d'Adda in der Lombardei zu extremen Maßnahmen: Männer und Frauen dürfen künftig nicht mehr an denselben Tagen Lebensmittel einkaufen.

  • Frauen sind dienstags, donnerstags und samstags dran.
  • Männer montags, mittwochs, freitags und sonntags. Wer die Regel bricht, muss bis zu 400 Euro Strafe zahlen.
    Es gehe um den „Schutz der öffentlichen Gesundheit“, verteidigte Bürgermeister Gianmaria Ceria seinen Beschluss. Ziel sei es, die Zahl der Menschen in den Supermärkten zu reduzieren.

Papst muss Ostern ohne Gläubige feiern

Wegen der Corona-Pandemie ändert sich im Vatikan zu Ostern einiges. Die Kreuzwegprozession mit tausenden Gläubigen am Karfreitag fällt aus, eine Zeremonie findet auf dem menschenleeren Petersplatz statt. Die traditionelle Messe am Ostersonntag wird wohl per Livestream übertragen. Bislang kam der Vatikan glimpflich durch die Krise. Dennoch wächst die Sorge um den 83-jährigen Papst, dem in seiner Jugend ein Lungenflügel teilweise entfernt wurde

Motorrad-WM: Läufe in Italien verlegt

Im Rahmen der Motorrad-Weltmeisterschaft hätte der Große Preis von Italien am 31. Mai in Mugello stattgefunden. Der Termin wurde verschoben, ein neuer ist noch nicht gefunden. Der Motorrad-WM droht immer mehr das Aus.

Kein akuter Bedarf mehr an Transport von Schwerkranken nach Deutschland

Am Montagabend war bekannt geworden, dass in Mecklenburg-Vorpommern doch keine schwerkranken Patienten aus Italien behandelt werden, die mit dem Coronavirus infiziert sind. Die italienischen Behörden hätten mitgeteilt, dass die Fallzahlen bei Intensiv-Patienten stark gesunken seien. Darum bestehe kein akuter Bedarf mehr an weiteren Transporten von Schwerkranken nach Deutschland. Weil Italien verzichtet, könnten jetzt Covid-19-Patienten aus Frankreich aufgenommen werden. Eine Entscheidung gebe es diese Woche, sagt Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsminister Harry Glawe.

Italiens Serie A: Gehaltskürzung für Spieler

Wie der Sportinformationsdienst am Montagabend mitteilt, hat die italienische Serie A eine Gehaltskürzung für Spieler und Trainer beschlossen. Vorgesehen ist eine Reduzierung von einem Drittel des jährlichen Bruttogehalts aller Spieler, wenn die Meisterschaft aufgrund der Corona-Pandemie nicht zu Ende gespielt werden kann. Kann sie zu Ende gespielt werden, beträgt die Gehaltsreduzierung ein Sechstel.

Die Liga will die Saison unbedingt beenden, Verbandschef Gabriele Gravina schließt nicht aus, die Meisterschaft erst im September oder Oktober fortzusetzen.

Die Spielergewerkschaft AIC kritisiert die Entscheidung heftig. Sie findet, dass die Serie-A-Klubs versuchten, die Spieler die Schäden der Krise alleine zahlen zu lassen.

Weniger Intensivpatienten in Italien

Die weitere gute Nachricht: Erstmals seit gut einem Monat ist die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Intensivpatienten in Italien gesunken. 3994 Menschen würden derzeit auf Intensivstationen behandelt, 74 weniger als am Vortag, sagte Zivilschutz-Chef Angelo Borrelli am Samstag. "Das sind sehr wichtige Neuigkeiten, denn das verschafft unseren Krankenhäusern eine Atempause."

Hoffen auf sinkende Kurve

In Italien stabilisiert sich die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus etwas - die Zahl neuer Todesfälle bleibt unterdessen noch hoch. Innerhalb eines Tages sind erneut Hunderte von Corona-Patienten gestorben: Es waren 681 Tote mehr als am Vortag. Der Anstieg der Opferzahlen schwäche sich stetig ab, sagte Borrelli. Ende März seien noch fast tausend Tote innerhalb eines Tages registriert worden.

Bei den Infektionen wird allerdings mit einer immens hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle gerechnet. Die Hoffnung besteht, dass die Kurve demnächst nach wochenlangen Ausgangssperren endlich absinkt. Experten gehen davon aus, dass Italien das Plateau der Ansteckungswelle erreicht haben könnte. Der Präsident der besonders betroffenen Region Lombardei, Attilio Fontana. „In den kommenden Tagen sollte das Absinken beginnen.“

Italien setzt auf Roboter bei der Pflege Corona-Kranker

Italien setzt jetzt verstärkt auf den Einsatz von Robotern. Die Maschinen, die entfernt an die Statur eines Menschen erinnern, können etwa den Puls der hochansteckenden Patienten messen. Nach Angaben der italienischen Ärztevereinigung sind während der Pandemie bereits mindestens 70 Ärzte und Pflegekräfte in dem Land gestorben.

Aktivisten: Erster Häftling in Italien an Covid-19 gestorben

In Italien ist nach Angaben von Aktivisten erstmals ein Häftling an der durch das Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Der Todesfall bestätige "alle unsere Befürchtungen hinsichtlich der tragischen Konsequenzen einer Ansteckung in Gefängnissen", erklärte am Donnerstag die Nichtregierungsorganisation Antigone, die sich für die Rechte von Häftlingen einsetzt. Auch schon zwei Wachleute sollen unter den Corona-Toten sein.

Aus Thüringen geht ein Corona-Helferteam nach Italien

Ärzte und Pfleger des Universitätsklinikums in Jena sind am Mittwoch vom Flughafen Erfurt nach Italien gestartet, um dort zu helfen. Sie sollen in der Lombardei dem dortigen Personal unter die Arme greifen. Außerdem sind medizinisches Material und Geräte mitgeschickt worden. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow würdigte die Akteure: „Hilfe leisten und Solidarität üben, gerade in der Krise – das ist eine großartige Leistung, für die ich Ihnen von Herzen danke.“

Italien verlängert Ausgangsverbote bis 13. April

Italiens Regierung verlängert die strengen Ausgangsbeschränkungen für die 60 Millionen Bürger wegen der Corona-Krise bis zum 13. April. Das kündigte der italienische Gesundheitsminister Roberto Speranza am Mittwoch in Rom im Senat an. Diese Verlängerung hatte die Regierung bereits Anfang der Woche in Aussicht gestellt. Seit 10. März dürfen sich die Menschen im Land nicht mehr frei bewegen. Schulen sind zu, viele Fabriken ebenfalls. Die Beschränkungen galten bisher bis 3. April.

Vorsichtige Hoffnung: Zahl der Neuinfektionen in Italien so niedrig wie schon lange nicht

Italien hat weltweit nach den USA zudem die zweitmeisten Corona-Infizierten. Allerdings scheint sich die Lage zumindest ein bisschen zu entspannen. Wie die Deutsche Presseagentur (dpa) mitteilt, hat sich der Anstieg von Neuinfektionen deutlich verlangsamt.

  • Am Montag gibt es einen Hoffnungsschimmer: Die Zahl der Neuinfektionen sank auf ein neues Tief von 4,1 Prozent. Das ist laut der Deutschen Presseagentur (dpa) so niedrig wie sie seit Beginn der landesweiten Ausgangssperren vor drei Wochen nicht waren. Letzte Woche war die prozentuale Zuwachsrate noch zweistellig.
  • Geheilt sind im Land 16.847 Erkrankte (Stand 2. April).

Bald ist in Italien der Höhepunkt der Corona-Pandemie erreicht

Mit mehr als 13.000 Toten verzeichnet Italien weltweit die meisten Opfer. Allerdings sehen die Behörden langsam ermutigende Zeichen: Der Höhepunkt der Corona-Pandemie sei für Italien in sieben bis zehn Tagen zu erwarten, sagte Vize-Gesundheitsminister Pierpaolo Sileri.

Am schlimmsten betroffen vom Coronavirus ist die Lombardei

Besonders schwer betroffen ist die Lombardei im Norden Italiens, zu der auch Mailand gehört. Dort gab es die Hälfte aller Corona-Todesfälle. Nach Angaben des italienischen Zivilschutzes sind dort, Stand 1. April, abends, 7199 Menschen gestorben – insgesamt gab es dort 43.208 Fälle. Zum Vergleich: In Deutschland gab das Robert-Koch-Institut (RKI) die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Mittwoch mit 67.366 an. Die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore meldet mittlerweile sogar 74.508 Infizierte in Deutschland. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt, registrierte in Deutschland bislang 732 Todesfälle, die Johns-Hopkins-Universität 821.

Die Region Emilia Romagna, deren Hauptstadt Bologna ist, ist ebenfalls sehr stark betroffen.

Fast stündlich kommen neue Fälle hinzu. Hier findet ihr eine Karte für Italien, mit aktuellen Fallzahlen, Todesfällen und geheilten Corona-Patienten.

Ärzte und Krankenschwestern müssen entscheiden, welche Corona-Patienten behandelt werden

Vor allem die Krankenhäuser in der Lombardei sind überlastet. Dort müssen die Ärzte und Krankenschwester entscheiden, wer am ehesten überlebt, wer beatmet wird. Eine 60-jährige Erkrankte wird demnach eher behandelt als eine 85-Jährige.

In Italien haben wegen der Corona-Pandemie nahezu alle Betriebe geschlossen

Seit dem 9. März gilt im gesamten Italien eine Ausgangssperre. Weil die Zahl an Infizierten aber nicht zurückgehen will, das Gesundheitssystem zu kollabieren droht und das Land immer mehr neue Todesfälle zu beklagen hat, wurde die Ausgangssperre am 21. März nochmal deutlich verschärft und gilt bis zum 12. April. Italiens Ministerpräsident Guiseppe Conte verkündete deshalb, dass im gesamten Land alle Betriebe schließen, die „nicht absolut notwendig, entscheidend und unverzichtbar sind, um die Grundversorgung zu sichern“. Damit sollen noch weniger Menschen auf die Straßen gehen, um sich bei der Arbeit oder auf dem Weg dorthin anzustecken. Geöffnet haben in Italien jetzt unter anderem Apotheken, Banken, die Post und Supermärkte.

Kleiner Hoffnungsschimmer: In Rimini wurde 101-Jähriger geheilt

Nachdem er sich mit Corona infiziert hat und in Rimini in der Region Emilia-Romagna im Krankenhaus behandelt wurde, konnte ein 101-Jähriger am Mittwoch, 25. März, geheilt entlassen werden. Herr P., wie Riminis Vize-Bürgermeisterin Gloria Lisi ihn nannte, sei 1919 geboren worden, als die Spanische Grippe in Europa wütete. Nach seiner Heilung sei der Mann zu seiner Familie gekommen. Sonst töten das Coronavirus in großer Zahl ältere Menschen. Wie Lisi sagt, hätten die Ärzte deshalb mit dieser Nachricht ein Zeichen der Hoffnung gesetzt. „Um uns zu lehren, dass es auch mit 101 Jahren noch eine Zukunft gibt.“

Coronavirus-Zahlen weltweit

In der ganzen Welt ändert sich die Lage ständig, neue Covid-19-Fälle kommen hinzu, andere Länder verzeichnen Rückgänge. Eine Karte der Johns Hopkins Universität zeigt die Lage der Corona-Pandemie weltweit.

Die Karte der Johns Hopkins Universität zeigt die Corona-Fälle weltweit.
Die Karte der Johns Hopkins Universität zeigt die Corona-Fälle weltweit.
© Foto: Johns Hopkins Universität