In Deutschland steigen die Corona-Zahlen wieder an. Grund ist eine neue Variante von Omikron, die sich durch die Bevölkerung bahnt. Die Bundesregierung arbeitet nach eigenen Angaben an einer neuen Strategie für den Herbst und Winter 2022 – in der Hoffnung, dieses Jahr besser durchzukommen. Eines der wichtigsten und effektivsten Schutzmechanismen gegen die Ausbreitung ist nach wie vor die Impfung. Wer sich bereits drei Mal hat impfen lassen, denkt schon an die vierte Spritze. Hier erfahrt ihr:
  • Booster 2022: Wer sollte jetzt im Sommer eine Auffrischungsimpfung bekommen?
  • Wer darf sich aktuell überhaupt gegen Corona impfen lassen?
  • Wird Menschen unter 60 Jahren der Booster empfohlen?
  • 1. und 2. Booster: Was war das nochmal?

Booster gegen Corona: Alle über 60 bekommen 2. Auffrischungsimpfung

Führende EU-Behörden empfehlen angesichts einer neuen Corona-Welle in Europa allen Menschen ab 60 Jahren eine weitere Auffrischimpfung. Diese könnte mindestens vier Monate nach der vorherigen Impfung verabreicht werden, teilten die EU-Gesundheitsbehörde ECDC und die EU-Arzneimittelbehörde EMA mit. Auch Vorerkrankte sollten einen zweiten Booster bekommen. Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, teilte auf Anfrage mit, man habe sich „auch vor der EMA/ECDC Verlautbarung“ schon im Entscheidungsprozess zu einer möglichen Erweiterung der bestehenden Empfehlung für den zweiten Booster befunden.

Lauterbach empfiehlt vierte Corona-Impfung auch unter 60 Jahren

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach empfiehlt auch Menschen unter 60 Jahren, sich nach Rücksprache mit dem Arzt ein viertes Mal gegen Corona impfen zu lassen. Wolle man den Sommer ohne das Risiko einer Erkrankung genießen, dann würde er „in Absprache natürlich mit dem Hausarzt auch Jüngeren die Impfung empfehlen“, sagte der SPD-Politiker dem „Spiegel“. Mit der zweiten Booster-Impfung habe man „eine ganz andere Sicherheit“. Sie verringere das Infektionsrisiko für ein paar Monate deutlich. Auch das Risiko, an Long Covid zu erkranken, sei deutlich geringer.
Führende EU-Behörden hatten sich Anfang der Woche angesichts der neuen Corona-Welle in Europa für eine weitere Auffrischung für alle über 60 ausgesprochen. Die Ständige Impfkommission (Stiko) - das für Deutschland zuständige Gremium - empfiehlt einen zweiten Booster bislang nur Menschen über 70 Jahren sowie einigen anderen Gruppen, darunter Menschen mit unterdrücktem Immunsystem, Pflegeheimbewohner und Personal medizinischer Einrichtungen. Viele Ärzte orientieren sich an der Stiko-Empfehlung.
Die Impfentscheidung sei immer eine Entscheidung zwischen Hausarzt und Betroffenen, sagte Lauterbach. Die Stiko „empfiehlt ja nur im Allgemeinen“. Der Minister riet Menschen über 60 zudem, „auf keinen Fall“ auf einen an die Omikron-Variante angepassten Impfstoff zu warten. Die verfügbaren Impfstoffe schützten zuverlässig davor, an Covid zu erkranken oder infolge einer Corona-Infektion zu sterben.

Booster 2022: Was empfiehlt aktuell die Stiko?

Die Stiko werde sich „relativ bald“ zu der Empfehlung ab 60 und für Vorerkrankte äußern. Bislang empfiehlt das für Deutschland zuständige Gremium einen zweiten Booster nur Menschen ab 70 Jahren sowie einigen anderen Gruppen, darunter Menschen mit unterdrücktem Immunsystem, Pflegeheimbewohnern und Personal medizinischer Einrichtungen.
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach bezeichnete die Impf-Empfehlung für Menschen über 60 Jahren im WDR als „sehr gut“. Zu einer zweiten Booster-Impfung auch für Jüngere sagte der SPD-Politiker: „Bei den Jüngeren, die aber viele Kontakte haben oder die zum Beispiel Begleiterkrankungen haben, würde ich persönlich in Absprache mit dem behandelnden Arzt über die vierte Impfung sprechen. Ich bin selbst auch zum vierten Mal geimpft.“

Corona-Impfung: Wo bekommt man sie aktuell?

Im Vergleich zu vor einem Jahr ist die Corona-Impfung in Deutschland in diesem Sommer sehr einfach zugänglich. Sie steht allen Personen ab 5 Jahren zur Verfügung. Für die Grundimmunsierung sind zwei Impfungen nötig, danach folgt mindestens drei Monate später die dritte Impfung, auch Booster genannt. In der EU gilt man erst mit drei Impfung als vollständig geimpft. Für bestimmte Personengruppen wird jetzt auch die vierte Impfung, oder 2. Booster, empfohlen.
Wer sich impfen lassen möchte kann folgende Möglichkeiten haben:

Welche Corona-Impfstoffe gibt es? Was ist am besten für den Booster?

In Deutschland sind gegen Corona aktuell diese Impfstoffe zugelassen:
  • Biontech / Pfizer (ab 5 Jahren)
  • Moderna (ab 30 Jahren)
  • Astrazeneca (ab 30 Jahren)
  • Johnson & Johnson (ab 60 Jahren)
  • Novavax (ab 18 Jahren)
Es ist möglich, die Impfstoffe zu mischen, also für die Grundimmunisierung z.B. Astrazeneca zu nehmen, für den Booster dann aber Moderna. Auch andere Kombinationen sind denkbar - einfach den impfenden Arzt fragen. Für den Booster ist der Impfstoff Novavax aktuell nicht zugelassen.
mit dpa