Christoph Metzelder hat vor dem Amtsgericht Düsseldorf ein Teilgeständnis abgelegt. Ihn erwartet nun eine acht- bis zwölfmonatige Bewährungsstrafe. Das Amtsgericht Düsseldorf hat den ehemaligen Fußball-Nationalspieler für die Weitergabe von kinder- und jugendpornografischen Dateien zu einer zehnmonatigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt.
Der 40-Jährige hatte die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft in Teilen eingeräumt. Daraufhin wurde der Prozess gegen den 40-Jährigen bereits am ersten Tag beendet. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

„Ich akzeptiere die Strafe“ - Metzelder gesteht die Weiterleitung 18 kinder- und jugendpornografischen Dateien

Er habe von frei zugänglichen Seiten im Internet Screenshots einiger Bilder angefertigt und diese auch verschickt. Das seien 18 Dateien gewesen. „Ich habe nur das besessen, was ich auch verschickt habe“, sagt Metzelder und jetzt ist seine Stimme stockend und brüchig.
„Die Faszination des Unaussprechlichen lag in einer gemeinsamen Grenzüberschreitung. Es hat keine Übergriffe gegeben und es waren auch keine geplant. Ich war auch nicht in einschlägigen Foren unterwegs. Das alles hat ausschließlich in einer digitalen Parallelwelt stattgefunden“, sagt der 40-Jährige weiter. „Ich akzeptiere die Strafe und bitte die Opfer sexueller Gewalt um Vergebung. Ich werde den Rest meine Lebens mit dieser Schuld als Teil der Gesellschaft leben müssen.“

Verdacht gegen Metzelder: Besitz und Verbreitung von Kinder- und Jugendpornografie

Metzelder wurde angeklagt, weil er Kinder- und Jugendpornografie besessen und insgesamt 29 Dateien an drei Frauen weitergeleitet haben soll.

„Er weiß, was er gemacht hat“ – Verteidiger spricht von „Fehler“

Die Vorwürfe gegen Metzelder waren im September 2019 bekannt geworden. Vor wenigen Tagen hatte sein Verteidiger Ulrich Sommer öffentlich Stellung genommen: „Er weiß, was er gemacht hat. Er weiß auch, dass man das als Fehler bezeichnen kann“, sagte Sommer in einem TV-Interview.

Christoph Metzelder macht eine Therapie

„Irgendwann gibt es diesen Kick auch mit Dingen, die man tunlichst nicht angefasst haben sollte“, so Sommer, der auch bestätigte, dass Metzelder inzwischen in Therapie sei. Dabei gehe es „um Sexualität und Umgang mit Frauen“.
Die Staatsanwaltschaft wird in dem Prozess vermutlich ohne die Hauptbelastungszeugin auskommen müssen. Gegen die Hamburgerin, die eine Affäre mit Metzelder gehabt haben soll, war ein Strafbefehl in Höhe von 1000 Euro erlassen worden, gegen den sie Einspruch eingelegt hat.
Christoph Metzelder vor Gericht.
Christoph Metzelder vor Gericht.
© Foto: Federico Gambarini/dpa

Prozess in Düsseldorf wohl ohne Hauptbelastungszeugin

Der Hamburger Anwalt der Frau hatte den Vorwurf zurückgewiesen, seine Mandantin sei eine Provokateurin, die Metzelder in eine Falle gelockt habe: „Das Verhalten meiner Mandantin hat mit Provokation nichts zu tun. Metzelder hat das Gespräch auf sexuelle Fantasien mit Minderjährigen gelenkt. Sie hat das Notwendige getan, um Straftaten gegen Kinder zu verhüten. Das verlangt viel Mut“, sagte er auf dpa-Anfrage.

297 strafbare Dateien: Was war auf Christoph Metzelders Handy?

Da das Verfahren gegen sie in Hamburg noch nicht abgeschlossen ist, darf die Zeugin die Aussage verweigern. 297 strafbare Dateien sollen auf dem Mobiltelefon entdeckt worden sein.
Anfang September 2019 hatten Ermittler Ex-Nationalspieler Metzelder beim Fußballlehrer-Lehrgang des DFB in Hennef abgepasst. Sein Zimmer dort und die Düsseldorfer Wohnung Metzelders wurden durchsucht. Das Düsseldorfer Amtsgericht hat für den Fall bis zum 10. Mai drei Verhandlungstage angesetzt. Richterin in dem Prozess wird Astrid Stammerjohann sein.

Metzelder gibt seine Auszeichnungen zurück

Christoph Metzelder hat angekündigt, alle öffentlichen Auszeichnungen wie den Landesverdienstorden NRW und das Bundesverdienstkreuz zurückzugeben. Dies werde er aus Respekt vor den jetzigen und künftigen Preisträgern tun, sagte Metzelder am Donnerstag im Düsseldorfer Amtsgericht.
Der Prozess wurde nach der Verlesung der Anklage, einem Statement von Verteidiger Ulrich Sommer und einigen Angaben Metzelders zu seinem Werdegang für eine Stunde unterbrochen. Die Parteien zogen sich zu einem Rechtsgespräch zurück. Das Gericht hatte betont, dass der 40-Jährige bis zum rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens als unschuldig gilt.